Bali Impressionen

Australien Impressionen

AUSTRALIEN

  1. Sydney
  2. Red Centre
  3. Cairns (da habe ich nur Unterwasser-Bilder, die ich gerade nicht finde)

 

 

Meine 1. Woche daheim

Meine erste Woche zu Hause ist wie im Fluge vergangen!

Der Flug – Alle, die mich ein bisschen besser kennen wissen, dass ich bevor ich nach Neuseeland geflogen bin ziemlich große Flugangst hatte. Schlimmer geworden ist es dann tatsĂ€chlich durch den Hinflug, wo es mir wirklich schrecklich ging. Deswegen hatte ich einen richtigen Horror davor, ĂŒberhaupt nochmal zu fliegen. Sobald ich nur daran gedacht habe wurde ich schon unfassbar nervös, habe SchweißausbrĂŒche und Angst bekommen.
Durch meine ganzen InlandsflĂŒge und kĂŒrzeren FlĂŒge nach Australien und Bali habe ich mich aber an das ganze Prozedere gewöhnt, wo ich wann sein und vor allem was ich erledigen muss. So konnte ich mich ganz auf mich und den Flug konzentrieren. Und das hat wirklich total gut geklappt. Wir hatten kaum großartige Turbulenzen oder Probleme, keine VerspĂ€tungen und vor allem keine langen Wartezeiten. Mir ist nicht schlecht geworden und ich hatte zu kaum einem Zeitpunkt Angst, ich habe das Essen gut vertragen und hatte auf keinem der beiden langen FlĂŒge einen direkten Sitznachbar. Alles in allem war es wirklich richtig unproblematisch.
Auf dem 1. Flug von Auckland nach Kuala Lumpur ( ca. 11 h) habe ich mich extra wachgehalten, um mich wÀhrend des Flugs schon an die deutsche Zeit zu gewöhnen. Ich habe also um die 6 Filme geschaut und mich eine Menge gelangweilt, aber irgendwann waren auch diese Stunden vorbei. Der 2. Flug von Kuala Lumpur nach London ( ca. 13 h) war trotz der LÀnge auch nicht schlimm, ich habe ein paar Stunden schlafen können und habe sonst Musik gehört. Und den Flug von London nach Frankfurt muss man kaum erwÀhnen, da man kaum in der Luft war auch schon wieder im Landeanflug war.

Jetlag – Mit dem Jetlag hatte ich GAR KEIN Problem. Meine Strategie wĂ€hrend des Flugs ist super aufgegangen. Am Freitag, der Tag meiner Ankunft, war ich zwar ein bisschen geschafft und hatte auch Kopfschmerzen, aber ansonsten gab es keine Beschwerden. Abends bin ich mit einem Schlag immer richtig mĂŒde gewesen, aber dass auch erst gegen 22.00 Uhr. Der Flug und die verbundenen Folgen waren einfach prima.

zu Hause – Zu Hause hat sich alles angefĂŒhlt wie vorher. Es gab natĂŒrlich VerĂ€nderungen die ich nicht mitbekommen habe, aber dieses GefĂŒhl von ‚zu Hause oder auch dem zu Hause sein‘ ist komplett gleich geblieben. Ich will nicht sagen dass es sich genau so anfĂŒhlt wie vorher, aber dieses GefĂŒhl des Ankommens ist auf jeden Fall gleich geblieben.

Neuseeland – Ich vermisse Neuseeland. So schön es auch ist, wieder zu Hause zu sein, ist es doch komisch, sein ‚zweites‘ Leben sozusagen aufzugeben. Ich wĂŒrde nicht sagen dass ich meine Freiheit oder SelbststĂ€ndigkeit oder etwas in der Art aufgebe oder verliere, es ist nur vollkommen unterschiedlich. Genau wie ich Deutschland und mein Leben dort vermisste habe, ist es jetzt mit Neuseeland. Wenn ich mir jetzt Bilder von unseren ganzen Reisen und Unternehmungen anschaue, bin ich einerseits fassungslos, dass ich so viel erlebt habe, dann glĂŒcklich und auch ziemlich dankbar, dass ich von allen Seiten so unterstĂŒtzt wurde.

Zukunft – Ich habe mich schon mit Hilfe meiner Mama aus Neuseeland auf einen Job beworben, was auch schon FrĂŒchte getragen hat. Am Montag hatte ich ein VorstellungsgesprĂ€ch und am Mittwoch war schon mein 1. Arbeitstag. Der Plan ist es bis ca. Ende August zu arbeiten, und dann den September frei zu haben um nochmal durchatmen zu können vor dem Studium und auch alles dafĂŒr vorzubereiten. Außerdem bin ich im Moment dabei mich fĂŒr verschiedene Unis zu bewerben. Ich habe richtig Spaß dabei mein Leben wieder voranzutreiben. Ich freue mich schon wieder auf den neuen Lebensabschnitt, auf die neuen Leute und die neue Aufgabe, auf das Ausziehen und eine neue Stadt. Genau so sehr genieße ich es aber im Moment zu Hause zu sein, da es mit großer Wahrscheinlichkeit das letzte Mal sein wird, dass ich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum bei meiner Familie wohne.

Das Loch – Von vielen RĂŒckkehrern habe ich schon gehört, dass sie nach ihrer RĂŒckkehr in ein Loch gefallen sind, motivationslos waren und einfach nicht glĂŒcklich. Ich habe gedacht dass ich gar keine Probleme haben werde, aber Pustekuchen. Das erste Wochenende war total schön und alles war in Butter, aber Montag und Dienstag war ich wirklich total unglĂŒcklich und unzufrieden. Ich war unmotiviert, grundlos unzufrieden und komplett antriebslos, sehr nah am Wasser gebaut und einfach zu nichts in der Lage. Ich wollte weder arbeiten, noch Bewerbungen schreiben oder irgendwas draußen machen, kein Fernsehen schauen oder lesen. Irgendwie war ich einfach komplett orientierungslos und depressiv. Und so ungerne wie ich es auch zugebe, es war wirklich gut, dass ich direkt in der ersten Woche angefangen habe zu arbeiten. So hatte ich wieder was zu tun, eine Aufgabe und ein Projekt sozusagen.

Es ist schwer sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass Neuseeland einfach so abgeschlossen sein soll und es mit dem normalen Leben weitergeht, aber es ist auch schön, wieder in gewisser Art und Weise voranzukommen.

I’m coming home

Ich sitze gerade am internationalen Flughafen in Auckland. Mein GepĂ€ck ist schon eingecheckt, Gott sei Dank nur 29.2kg, und auch meine Boarding PĂ€sse habe ich schon alle bekommen, auch fĂŒr meine AnschlussflĂŒge nach London und Frankfurt. Es ist ganz komisch jetzt hier zu sitzen, nach 319 Tagen voller Höhen und Tiefen und der so ziemlich aufregendsten Zeit meines Lebens. Die ganzen letzten Tage habe ich mich schon unfassbar auf zu Hause gefreut, im Moment will ich aber einfach nicht gehen. Neuseeland ist aus den verschiedensten GrĂŒnden und mit den verschiedensten PlĂ€tzen ein StĂŒck weit zu Hause geworden, und zu wissen, dass ich die nĂ€chsten Jahre wahrscheinlich nicht wiederkommen kann, ist nicht schön.

Aber wie lautet das schöne Sprichwort: man soll gehen wenn es am schönsten ist. Das nehme ich mir jetzt zu Herzen. Und außerdem wartet ja auch die weltallerbeste Familie auf mich ❀ Wir sehen uns also wenn ich gelandet bin. Und dann folgen auch die Berichte zu Australien und Bali. Versprochen. 

Mitford Sound Track? Lieber doch nicht.

Nach unserem Abstecher in die Bay of Islands Region, ging es wieder zurĂŒck nach Auckland. Und das war jetzt wirklich komisch, denn fĂŒr Johanna war es die letzte Nacht in Neuseeland, der Tag, bevor sie heimgeflogen ist. Und fĂŒr mich war es ebenso sehr merkwĂŒrdig, weil ich es auch nicht realisieren konnte dass ihre Zeit jetzt zu Ende ist, meine Zeit sich auch dem Ende neigt und ich ab jetzt vor allem alleine sein werde. Ich habe kein Problem damit alleine zu reisen, manchmal ist das ja sogar schöner, aber wenn man 7 Monate nur zusammen war ist das schon ein bisschen komisch. Wie dem auch sei, ich bin am nĂ€chsten Morgen von Johanna zur Bushaltestelle gebracht worden und wir haben uns voneinander verabschiedet. Ich musste dabei sogar anfangen zu weinen, womit ich ja gar nicht gerechnet hĂ€tte.

Nun aber zum eigentlichen Thema. Ja, ich bin zum Flughafen gefahren und auch wie geplant nach Queenstown geflogen, allerdings habe ich nicht den Milford Sound Track gemacht. Ich war die ganze Zeit schon so extrem unsicher ob ich das machen kann. Zu dem Zeitpunkt war nĂ€mlich schon die Wintersaison gestartet, das heißt es wurden viele BrĂŒcken entfernt, es gibt kein fließend Wasser und auch die HĂŒtten sind unbesetzt. Noch dazu reserviert man sich kein Bett, was mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu gefĂŒhrt hĂ€tte dass ich auf dem Boden hĂ€tte schlafen mĂŒssen. Und außerdem habe ich ja schon den Kepler Track gemacht, der in der gleichen Region ist, und eine Bootstour im Milford Sound gemacht.

Was ich stattdessen gemacht habe? Könnt ihr euch noch daran erinnern dass Johanna und ich Freunde meiner Eltern besucht haben? Ich und meine Familie waren da auch schon am Neujahrstag, und weil die ja auch auf der SĂŒdinsel wohnen hat sich das ganze gut angeboten ein letztes Mal vorbeizukommen, zumal die mir ungefĂ€hr 1000 mal gesagt haben wie sehr sie mich nochmal da haben wĂŒrden. Am 28.4 bin ich dann also von Auckland nach Queenstown geflogen, und am 29.4 mit dem Bus nach Christchurch gefahren. Insgesamt war ich wieder nur 4 Tage da, aber es war trotzdem eine richtig schöne Zeit. Besonders daran finde ich einfach, wie ich in die Familie eingegliedert wurde. Ich kenne mittlerweile fast alle, war mal bei denen, mal bei denen. Wir sind zusammen zum Mt. Hutt gefahren und sind dort gewandert, ich war auf einer Geburtstagsfeier und habe mit auf der Farm geholfen (ich bin unfassbar viel Quad gefahren).

FĂŒr mich war das so ziemlich der beste Abschluss Neuseelands, den man sich wĂŒnschen konnte. Auf einer Farm mitten im Land, mit Leuten die einen wirklich mögen und schĂ€tzen!

 

Bay of Ilands + Northland

Nach unserem Wochenende in New Plymouth ging es dann zurĂŒck nach Auckland. Irgendwie war das ganz komisch, weil ich ja so lange nicht mehr da war, und es sich vor allem wie eine Ewigkeit anfĂŒhlt, aber doch alles so vertraut und bekannt ist. Jedenfalls war das auch nur ein kurzer Zwischenstopp, bevor es am Tag nachher nach Paihia in die Bay of Islands ging. Von dort aus haben wir eine Tagestour zum Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands, gemacht. Es ging morgens um 7.00 Uhr los, wir hatten ja viel vor. Unser Guide war ein waschechter Maori, und einfach total cool drauf. Wir haben unsere Tour einfach in einer anderen Reihenfolge gemacht als vorgesehen, weswegen wir nie auch nur einem anderen Bus begegnet sind. Und er konnte total interessante Sachen erzĂ€hlen, sowohl ĂŒber die Gegend, als auch ĂŒber die Maori-Kultur und vieles mehr.

Unser erster Stopp war tatsÀchlich das Cape Reinga. Irgendwie ja auch ironisch, dass wir es beide erst nach 10 Monaten in den nördlichsten Norden geschafft haben, aber besser spÀt als nie. Das Wetter hat wieder mitgespielt und es war wirklich ein toller Anblick.

vom Winde verweht…

Leider konnte man trotz des guten Wetters kaum die Linie erkennen, wo der pazifische Ozean mit der Tasmansee zusammenstĂ¶ĂŸt, aber seis drum, ich weiß ja das sie existiert.

Weil wir dann doch einiges an Zeit gebraucht haben um dort hinzukommen, hat dann die ganze Gruppe eine Mittagspause am Strand gebraucht, bevor es schließlich an der WestkĂŒste wieder Richtung Norden ging.
Auf unserem Weg zum 90 Mile Beach sind wir an den bekannten SanddĂŒnen vorbeigefahren, auf denen wir erstmal alle sandsurfen waren. Das ganze hat einfach so Spaß gemacht, dass ich mir ein bisschen mehr Zeit gewĂŒnscht hĂ€tte. Und einen Lift, denn das hochlaufen war wirklich nicht ohne, da man bei jedem Schritt wieder einen halben nach unten gerutscht ist, und der Wind mir das Board fast aus der Hand gerissen hat.

Alleine dafĂŒr hat es sich schon gelohnt!

Weiter ging es dann zum 90 Mile Beach, der zwar keine 90 Meilen ist (sondern kĂŒrzer), aber trotzdem total cool. Bevor wir allerdings darĂŒber fahren konnten, mussten wir erst warten bis sich das Meer weit genug zurĂŒckgezogen hatte, damit der Bus nicht stecken geblieben ist. Diese Zeit haben wir sehr kreativ genutzt:

Nach ein paar Minuten konnte es dann aber doch losgehen, und so sind wir schnell in den Bus gesprungen. Es war schon irgendwie total komisch mit einem Bus ĂŒber den Strand zu dĂŒsen, der ja noch dazu ein offizieller Highway ist, hat aber auch total viel Spaß gemacht. Wir mussten den Wellen ausweichen, auf zu flache Stellen aufpassen und immer hupen, damit diese sturen Möwen mal weggeflogen sind.

Der vorletzte Stopp des Tages fĂŒhrte uns in einen Kauri Wald. Die BĂ€ume sind alle schon 100 Jahre und Ă€lter, dementsprechend auch total hoch und breit.

Nachdem wir da ein paar Maori-BrĂ€uche und mehr zu ihrem Glauben erfahren haben, sowie ein Gesangseinlage bestaunen durften, ging es wieder nach Paihia zurĂŒck. Auf dem Weg zurĂŒck haben wir noch alle zusammen was gegessen, und zu Ende war dieser vollbepackte Tag.

Am nĂ€chsten Morgen hat Johanna ihren Fallschirmsprung gemacht, und mittags ging es auf eine Bootstour, bei der das Wetter wieder super war. Auf der Tour ging es vorbei an wunderschönen Inseln, dem berĂŒhmten Hole in the Rock und zu einer Mittagspause auf einer der besagten Inseln. Sehr schön!

 

 

 

 

New Plymouth

Von Nelson aus ging es dann direkt mit dem Bus nach Picton, von wo aus wir mit der FĂ€hre wieder zurĂŒck auf die Nordinsel nach Wellington gefahren sind. Das alles ist direkt am Tag, nachdem wir den Abel Tasman Walk beendet haben passiert, um euch einen besseren zeitlichen Überblick zu verschaffen. In Wellington haben wir nur eine Nacht verbracht, um am nĂ€chsten Morgen in der FrĂŒhe den Bus nach New Plymouth, Taranaki zu erwischen. Taranaki war eine von 2 Regionen, die auf der Nordinsel noch gefehlt haben. Nach stundenlanger Fahrt waren wir dann auch endlich da, erschöpft, aber da. Wir wurden sogar von unserem Busfahrer extra zu unserem Hostel gefahren, nachdem er scheinbar bemerkt hat wir planlos wir waren und wie viel GepĂ€ck wir dabei hatten. Total nett!

FĂŒr den nĂ€chsten Tag hatten wir uns den Mt. Taranaki vorgenommen, das Wahrzeichen Taranakis. FĂŒr dieses Wochenende hatten wir uns extra ein Auto gemietet, weswegen das schon mal kein Problem war. Als erstes sind wir dann direkt zu einer Art InformationsgebĂ€ude gefahren, um uns ĂŒber alle bestehenden Wanderungen zu informieren. Wenig spĂ€ter hatten wir und entschieden und sind losgelaufen. Und, oh Wunder, wir hatten mal wieder GlĂŒck mit dem Wetter, was schon seit Wochen auf unserer Seite zu sein schien.

Der Berg in seiner vollen Pracht

Der Berg in seiner vollen Pracht

Ich könnte euch noch 1000 andere, fast identische Bilder zeigen, aber ich lasse es mal 😀 Ich fand der Berg (ein Vulkan) war schon sehr beeindruckend, wie er da so ĂŒber allem thront. Vor allem ist er aber ziemlich perfekt geformt, ein Musterbeispiel eines Vulkans.

Der Versuch eines gemeinsamen Sprungbilds... :D

Der Versuch eines gemeinsamen Sprungbilds… 😀

immerhin alleine klappts

immerhin alleine klappts

Nachdem wir den Mt. Taranaki erfolgreich von unserer Liste streichen konnten, war unser nĂ€chstest Ziel der ‚Forgotten World Highway‘ (zu deutsch ‚die vergessene Straße/Autobahn‘). Der soll total schön sein, vor allem aber gibt es relativ in der Mitte eine eigenstĂ€ndige Republik, sozusagen ein kleiner Statt innerhalb Neuseelands. Und da wir uns ja beide gerne Weltenbummler schimpfen, wollten wir unbedingt einen weiteren Stempel in unserem Reisepass haben.

Der Weg war meinem Empfinden nach weniger spektakulÀr als erwartet. Immer noch schön, aber so ist Neuseeland halt eben. Schön.
Nach gefĂŒhlt ewiger Fahrtzeit, Millionen von Kurven und kaputten Straßenabschnitten (die teilweise einfach den Abgrund heruntergestĂŒrzt sind) waren wir dann da. In Whangamomona, der eigenstĂ€ndigen Republik Neuseelands. Warum genau es zu der Abspaltung Neuseelands gekommen ist, weiß ich gar nicht, auf jeden Fall gab es wohl irgendwelche Streitereien, wodurch sie sich dann selbst fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt haben (sowas geht auch nur in Neuseeland). Wirklich ernst genommen wird das aber selbst von den eigenen Leuten nicht, denn es gab auch schon eine gewisse Zeit, wo das Dorf von einer Ziege regiert wurde. Ja, ich meine das Tier.

Außer dem Hotel gibt es noch ein paar weitere, kleine HĂ€user, sonst nichts. Wir haben uns dann eine heiße Schokolade gekauft (die mit Abstand die schlechteste war, die ich in meinem ganzen Leben getrunken habe) und uns den Stempel geben lassen.

Nach dem etwas kurzen Stopp sind wir dann wieder zurĂŒck gefahren und weiter Richtung SĂŒden, da wir noch Johannas Koffer bei einer Freundin abholen mussten. Wir waren erst im Dunkeln wieder im Hostel und haben nur noch gekocht, bevor es ins Bett ging.

Der nĂ€chste Tag war super verregnt und stĂŒrmisch (das GlĂŒck musste ja irgendwann enden), was all unsere PlĂ€ne zu nichte gemacht hat. Letztendlich war wir nur ein bisschen einkaufen und im Kino, was aber auch mal ganz entspannt war.

Alessa und ich wollten uns ja eigentlich treffen, wir haben uns ja wirklich lange nicht mehr gesehen, aber wie es manchmal so ist, haben wir es irgendwie wegen der Zeit gar nicht hinbekommen, was wirklich schade ist. Jetzt planen wir aber, in meinen letzten Tagen in Neuseeland zusammen nach Hobbiton zu gehen, was wirklich super wÀre!

 

Abel Tasman Great Walk

Great Walk 2.0

Morgens ging es mit dem Bus von Nelson nach Motueka, wo sich der Anfang des Abel Tasman Great Walks befindet. Unsere Sachen hatten wir den Tag vorher schon gepackt, sodass wir nur noch essen mussten und los ging es. Ehrlich gesagt war ich nicht wirklich motiviert. Ich habe keine Ahnung woran es lag, aber meine Vorfreude kam wirklich erst auf, als wir fast schon da waren. Die verschwand aber direkt wieder, als wir unsere riesigen RucksĂ€cke aus dem Bus gehoben haben. TatsĂ€chlich habe ich es hinbekommen zu verdrĂ€ngen, wie schwer er wirklich ist, was mir in diesem Moment wieder schmerzlich bewusst geworden ist. Johanna sah allerdings auch nicht besser aus. Und so beschlossen wir, weise und vernĂŒnftig wie wir sind, erstmal eine Pause zu machen. Ja, eine Pause vor dem eigentlichen Start. Aber wie sagt man so schön: sicher ist sicher 😀

Ein letztes Beweisbild :)

Ein letztes Beweisbild 🙂

Es geht los!

Es geht los!

Irgendwann haben wir uns dann aber doch körperlich und geistig dazu bereit gefĂŒhlt, endlich aufzustehen und loszulaufen. Noch schnell ein Beweisfoto gemacht und weg waren wir. Der 1. Tag war an sich wirklich gut. Wir hatten super schönes Wetter, die Strecke war toll und nicht zu schwer und eigentlich lief alles gut. Mittagspause haben wir an einem wunderschönen Strand gemacht, wo wir einfach die Sonne genossen haben und erste Fotos gemacht wurden.

Touri

Touri

Unser Weg hat uns weiterhin an super tollen StrĂ€nden und Buchten vorbeigefĂŒhrt, sodass man kaum wusste wohin man schauen sollte, um ja nichts zu verpassen. Ich muss wohl kaum erwĂ€hnen, dass meine Kamera dauerhaft an war und meine Speicherkarte fast am platzen war.

GrĂŒn und tĂŒrkis, schöner geht es nicht

GrĂŒn und tĂŒrkis, schöner geht es nicht

wie in der Karibik

wie in der Karibik

Eine Art kleine Höhle bei einem Strand auf dem Weg

Eine Art kleine Höhle bei einem Strand auf dem Weg

Den Tag bevor wir gestartet sind waren wir noch im BĂŒro des DOC Office, um uns die letzten Informationen geben zu lassen und unsere PĂ€sse fĂŒr die CampingplĂ€tze abzuholen. Der Mitarbeiter war auch wirklich sehr freundlich und hilfsbereit, weswegen er uns auch unseren ersten Campingplatz durch einen, seiner Meinung nach, viel schöneren ersetzt hat.
Und das wurde uns an diesem Tag etwas zum VerhĂ€ngnis. Unsere Mittagspause haben wir relativ frĂŒh gemacht, weswegen sich die zweite HĂ€lfte ziemlich gezogen hat und unsere Motivation minĂŒtlich gesunken ist. Irgendwann waren war dann aber endlich an der ersten HĂŒtte angekommen, was gut war, denn unser neuer Zeltplatz sollte nicht weit entfernt sein.

Ich will mitkommen...

Ich will mitkommen…

Schöne Buchten - ĂŒberall

Schöne Buchten – ĂŒberall

Die anfĂ€ngliche Erleichterung kehrte sich aber sofort in Frust um als uns klar wurde, dass wir a) immer noch 1km laufen mĂŒssen, und es b) eine Art Sackgasse ist, sprich wir an diesem und am folgenden Tag mehr laufen als wir eigentlich mĂŒssten.
Und wie es ja auch immer so ist, das Ende zieht sich dann immer am meisten. Aber auch das ging irgendwann um und wir waren endlich dort. Außer uns waren es noch glaube ich 4 andere Zelte, die alle schon aussahen, als wĂ€ren sie seit Stunden da.

der Sonnenuntergang an unserem Campingplatz

der Sonnenuntergang an unserem Campingplatz

Unser Campingplatz

Unser Campingplatz

Nach 5min Pause haben wir uns direkt ans Zelt aufbauen gemacht, was wir wirklich schnell hinbekommen haben, und ans Essen kochen. Das war schon eher problematisch, da es ja sehr frĂŒh dunkel wird und wir am Ende im Dunkeln dasaßen und noch spĂŒlen mussten.
Den Abend haben wir mit einem heißen Tee und Keksen am Strand unter einem wunderschönen Sternenhimmel verbracht, bevor es dann schnell in unsere SchlafsĂ€cke ging.

Am nĂ€chsten Morgen sind wir wieder frĂŒh aufgestanden, da wir dieses Mal auf jeden Fall frĂŒher da sein wollten als am ersten Tag. Nach einem schnellen FrĂŒhstĂŒck (Porridge, oder zu deutsch Haferbrei) haben wir alles verstaut und gepackt, bevor es auch schon los ging.

Unser 1. Morgen am Strand - was ein Ausblick

Unser 1. Morgen am Strand – was ein Ausblick

FrĂŒhstĂŒck :)

FrĂŒhstĂŒck 🙂

Ein weiterer Grund weswegen wir so frĂŒh auf den Beinen war aber auch, dass eine kleine Strecke dieser Tagesetappe nur bei Ebbe zu ĂŒberqueren ist. Gut organisiert wie wir sind haben wir es sogar geschafft da zu sein, bevor die Ebbe richtig eingesetzt ist, aber wir wollten unseren gewonnenen Vorsprung nicht aufgeben und sind trotzdem weitergelaufen. Mehr als nasse FĂŒĂŸe gab es nicht, also war es das absolut wert.

winzige Krebse

winzige Krebse

Eine Stelle, die nur bei Ebbe zu ĂŒberqueren war

Eine Stelle, die nur bei Ebbe zu ĂŒberqueren war

mitten im Geschehen

mitten im Geschehen

Sonst gab es eigentlich keinen großen Unterschied zum Tag davor. Es gab wieder unfassbar viele tolle StrĂ€nde, unseren Zeltplatz mit eingeschlossen, und das Wetter war ein Traum. Mittlerweile hatten wir auch fĂŒr die Abende eine kleine Routine, wodurch es schonmal nicht ganz so viel Chaos wie an Tag 1 gab. Hier noch ein paar Fotos.

Aussichten ohne Ende

Aussichten ohne Ende

Bis ich da mal oben war...

Bis ich da mal oben war…

glasklar

glasklar

Tag 3 und 4 waren relativ ereignislos, da sie eigentlich genau wie die beiden ersten abliefen. FrĂŒh aufstehen, FrĂŒhstĂŒck machen und packen, laufen, Mittagspause, laufen und irgendwann ankommen, dann Zelt aufbauen und Essen kochen, Tee trinken und schlafen gehen.

Die einzige Besonderheit an Tag 3 war, dass wir abends ins Meer gegangen sind. Das wollten wir eigentlich auch schon die Tage davor, aber es ist dann immer so schnell abgekĂŒhlt, dass wir uns nicht ĂŒberwinden konnten. Aber an eben diesem Tag war es soweit. Überraschenderweise war ich wirklich innerhalb einer Minute im Wasser, und so kalt war es auch gar nicht.

Zeltplatz

Zeltplatz

Atemberaubender Sonnenaufgang

Atemberaubender Sonnenaufgang

Tag 4 war nur eine kurze Etappe von ein paar km, da wir ja schon am Mittag von unserem Shuttle abgeholt wurden.

GESCHAFFT

GESCHAFFT

Das war er also, mein 2. Great Walk. Definitiv anders, da ich diesmal nicht alleine war und gezeltet habe. Was jetzt von diesen beiden Optionen besser ist, ich weiß es nicht, mir hat definitiv beides gefallen und zugesagt. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass mir der Kepler Track besser gefallen hat. Ohne Frage, der Abel Tasman ist ein unfassbar schöner Walk, aber der Kepler hat einfach mehr zu bieten als StrĂ€nde, er ist mehr als nur schön; aufregend, atemberaubend und rauer.

Und mit diesem schönen Bild allen einen schönen Tag bzw. ein wunderschönes Wochenende 🙂

Kaikoura

Gegen Mittag ging es mit dem Bus weiter nach Kaikoura. Auf Kaikoura habe ich mich schon seit Wochen gefreut! Wie ihr bestimmt wisst wollte ich mit meiner Familie im Januar mit den Delfinen schwimmen, es hat aber leider auf Grund des zu stĂŒrmischen Wetters nicht geklappt. Ich war ehrlich gesagt sehr enttĂ€uscht, weil ich es so gerne mit allen zusammen machen wollte, aber gut, es kann nicht immer alles nach Plan laufen. Aus diesem Grund aber habe ich mich besonders doll gefreut und war total gespannt, aber auch angespannt, aus Angst, dass es vielleicht wieder in die Hose gehen könnte.

Unsere Tour startete wie letztes Mal um 8.30 Uhr, ich sollte aber schon ein wenig frĂŒher da sein, damit wir schon einmal alles wegen dem generellen Ablauf, Risiken und unserer AusrĂŒstung klĂ€ren konnten. Nachdem wenig spĂ€ter meine Gruppe von Schwimmern aufgerufen wurde sind wir in einen anderen Raum geleitet worden, in dem jeder einen Neoprenanzug, Flossen, eine Art Maske, eine Taucherbrille und einen Schnorchel bekommen hat, die wir sofort anprobieren sollten um sie bei Bedarf zu tauschen. Als alle fertig eingekleidet waren sind wir mit der anderen Gruppe, die nur zuschauen werden, in den Filmeraum gekommen, in dem wir eine kleine EinfĂŒhrung hatten und der weitere Ablauf erklĂ€rt wurde.

Kurz darauf saßen wir auch schon alle im Bus und wurden zu unserem Boot gebracht, mit dem wir schließlich eine gute halbe Stunde gefahren sind, bis die ersten Delfine gesichtet wurden. Danach ging alles ganz schnell. Das Boot wurde so nah wie möglich heranmanövriert, die Schwimmer haben sich ans Ende des Boots gesetzt und positioniert und sobald das Horn zu hören war ging es los. Uns wurde zuvor schon gesagt dass wir GerĂ€usche machen sollten, um die Delfine heranzulocken, sodass wir schließlich alle halb grunzend durchs Wasser geschwommen sind. Hier ein paar Bilder der Delfine:

→ Die Fotos sind alle von Johanna, da ich ja 90% der Zeit im Wasser war bzw. mir danach leicht ĂŒbel war, sodass ich kein einziges Foto gemacht habe.

Der erste Tauchgang war mit Abstand der lĂ€ngste. Es war einfach unglaublich wie nah die Delfine an mich heran geschwommen sind und ihre Runden gedreht haben! Teilweise einzeln, zu zweit oder in einer grĂ¶ĂŸeren Gruppe, immer aktiv und super schnell, es war wirklich toll.

Wir waren glaube ich viermal im Wasser, bis die Delfine das Interesse verloren haben. Ich bin allerdings nur die erstem beiden Male tauchen gewesen, da ich in der Nacht zuvor krank geworden war und mich sehr schwach gefĂŒhlt habe, aber da die letzte HĂ€lfte eindeutig weniger erfolgreich war, war das nicht weiter schlimm. Ich habe es trotzdem sehr genossen!Auf dem RĂŒckweg haben wir noch einige Albatrosse gesehen, was bei ihrer GrĂ¶ĂŸe auch sehr beeindruckend ist.

Alles in allem ein sehr erfolgreicher Tag!

Von Greymouth nach Christchurch – Zeit auf der Farm

Unser nĂ€chstes Ziel war Christchurch, da wir Freunde meines Papas besucht haben. Deshalb ging es zunĂ€chst mit dem Bus von Punakaiki nach Greymouth, also wieder Richtung SĂŒden, und von dort ging es dann mit dem Zug nach Christchurch. Dieser Zug ist eigentlich eher als Touristenattraktion bzw. fĂŒrs Sightseeing gedacht, da es keine wirklichen PersonenzĂŒge in Neuseeland gibt, nicht zu vergleichen also mit Deutschland.
Leider gab es aber keinen Bus der diese Route gefahren ist, sodass wir dann den Zug nehmen ‚mussten‘ (der mit Sicherheit teurer war als ein Bus gewesen wĂ€re), aber so haben wir wirklich alles mal mitgemacht. Und eine schöne Aussicht gab es ja auch.

Nach ca. 5 Stunden Fahrt sind wir schließlich am Bahnhof in einem Vorort von Christchurch angekommen, wo wir auch schon von unseren Gastgebern abgeholt worden sind.
Als meine Familie in Neuseeland war und wir zusammen gereist sind, waren wir schon am 1. Januar bei ihnen und haben ihnen einen Besuch abgestattet, fĂŒr mich war es also nicht das erste Mal.
Als alles im Auto verstaut war ging es auch schon los. Dachten wir. Statt nach Hause zu fahren wurden wir aber zum Essen eingeladen! Ein schöner Einstieg in eine schöne Zeit.

Leider hatten wir insgesamt nur knapp 2 Tage Zeit, in der wir aber viel unternommen haben und eine tolle Zeit miteinander verbracht haben.

Punakaiki

Nach unserem Stopp in Hokitika ging es weiter nach Punakaiki, dir fĂŒr uns nördlichste Stadt an der WestkĂŒste. Und obwohl wir wussten dass Punakaiki sehr klein ist, waren wir doch beide ĂŒberrascht, als es gerade mal um die 50 HĂ€user, eine grĂ¶ĂŸere Straße und nur 3 kleinere gab. Ich finde dass Punakaiki das perfekte Beispiel einer Stadt ist, die sich nur durch den Tourismus geformt hat bzw auch dauerhaft halten kann. Die Hauptattraktion in dem kleinen Dorf sind die sogenannten ‚Pancake Rocks‘, was auf deutsch soviel heißt wie Pfannkuchen-Felsen. Und wenn ihr die Bilder seht, wisst ihr auch warum:

Ich fand es wirklich schön. Es gab einen kleinen Rundweg bei dem man die ganzen Felsformen bestaunen konnte, was besonders gut bei Flut der Fall war, da dann alles noch viel wilder und beeindruckender aussah.

Um ehrlich zu sein gibt es dann aber auch nichts mehr, was man in Punakaiki großartig machen könnte. Und wir hatten noch einen vollen Tag. Gerettet hat uns dann das bone carving (Knochen schnitzen), was wir schon vorab organisiert und gebucht hatten. Wir wurden vor unserem Hostel von der Dame abgeholt und sind in das nĂ€chste Dorf gefahren, was, kaum vorstellbar, noch kleiner war. Johanna und ich waren an diesem Tag die einzigen, weswegen wir ziemlich viel fragen und uns Zeit lassen konnten.

Als allererstes hat sich jeder ein Motiv ausgesucht, was er als KettenanhĂ€nger haben wollte, dann wurde uns ein StĂŒck Knochen gegeben was von der GrĂ¶ĂŸe gepasst hat. Da mussten wir unser Motiv dann draufmalen und die Frau hat die groben Umrisse schon einmal gesĂ€gt, da dass wohl fĂŒr Neulinge wie uns zu gefĂ€hrlich ist. Und dann waren wir dran mit schleifen, polieren und schmirgeln, nachkorrektieren und abfeilen. Mir hat das ganze wirklich richtig viel Spaß gemacht, auch wenn es mittendrin manchmal wirklich ermĂŒdend war, weil man schon gefĂŒhlte 10 Stunden am schmirgeln, und trotzdem noch weit weg vom eigentlichen Ergebnis war. Letztendlich haben wir aber auch das geschafft. Als letzten Schritt wurde der AnhĂ€nger dann nochmal speziell poliert, was dem eine Art Schutzschicht gegeben hat, die vor zum Beispiel Wasser schĂŒtzt. Hier ein paar Bilder

Das Ergebnis gefĂ€llt mir ziemlich gut. Auf die RĂŒckseite habe ich noch mehrere verschieden große Punkte eingraviert, die fĂŒr meine Familie stehen. Alles in allem wirklich ziemlich cool.

Auch wenn der Strand keine wirkliche AktivitĂ€t ist und wir nur auf dem RĂŒckweg von dem Workshop vorbeigegangen sind, will ich euch trotzdem mal die Bilder zeigen, die wirklich schön geworden sind, wie ich finde. 

Hokitika

Tag 1

Unsere nĂ€chste Station war Hokitika, eine relativ große Stadt an der WestkĂŒste. Auch dort hatten wir wieder nur 2 Tage, die meiner Meinung allerdings völlig ausgereicht haben. An unserem 1. Tag waren wir nachmittags nur in der Stadt und haben uns ein wenig umgesehen, bevor es nach dem Abendessen zum Strand ging, an dem es den berĂŒhmten, aus Ästen geformten Schriftzug ‚Hokitika‘ gibt. PĂŒnktlich zum Sonnenuntergang waren wir da,und haben ein paar mehr und weniger schöne Bilder machen können.

In Hokitika gibt es etwas außerhalb einen kleinen Waldbereich, in dem man ziemlich gut GlĂŒhwĂŒrmchen sehen können soll. Ich habe ja damals schon welche bei den Waitomo Caves gesehen, trotzdem habe ich mich wirklich gefreut, fĂŒr Johanna war es allerdings das 1. Mal. Am Eingang angekommen gab es eine kleine Informationstafel und einige Empfehungen zu lesen, zum Beispiel ohne Blitzlicht fotografieren, und los ging es. Außer uns sind noch ein paar andere Leute den kleinen Waldpfad entlanggegangen, weswegen es relativ ruhig und sehr angenehm war. Nach ein paar Schritten hatten sich unsere Augen dann auch an die Dunkelheit gewöhnt, und das was vorher aussah wie ein paar Sterne oder einfach der dunkelnde Himmel durch die Zweige, stellte sich als eine Unmenge von GlĂŒhwĂŒrmchen heraus. Wir haben zwar versucht das irgendwie einzufangen, aber geklappt hat es nicht so wirklich, die Bilder unten sind kein Vergleich zum eigentlichen Anblick. Überall waren kleine, leuchtende Punkte zu sehen, ein bisschen wie in einer magischen Welt. Nein Spaß, es war aber wirklich total schön und friedlich.

Tag 2

Am vorherigen Abend haben wir tatsĂ€chlich jemanden gefunden, der uns mit zur Schlucht von Hokitika nehmen konnte, die ungefĂ€hr 30km außerhalb liegt. Um 10 Uhr standen wir vor unserem Hostel, bereit fĂŒr ein weiteres Highlight des Tages… bzw das erste 😀
Nach den ersten Minuten konnte man auch schon die ersten Blicke auf die Schlucht und die HĂ€ngebrĂŒcke erhaschen, und ich muss sagen dass ich wirklich positiv ĂŒberrascht war. Dass das Wasser sehr blau und fast unecht aussieht wusste ich, dass es sogar an einem Tag wie diesem, nur Regen und Wolken, so toll ist, hĂ€tte ich nicht erwartet.
Nach kurzer Zeit standen wir dann selbst auf der BrĂŒcke und sind weiter zur Aussichtsplattform gegangen, um ein paar Fotos zu schießen. Und das war es auch eigentlich schon. Die Schlucht ist zwar wirklich schön, aber der lĂ€ngste Rundweg dauert nur ungefĂ€hr 15min, und auch sonst gibt es nicht wirklich etwas zu tun. Es war dennoch einen Besuch wert!

FĂŒr den Nachmittag hatten wir uns entschieden, in eine Jade Werkstatt zu gehen und eine kurze FĂŒhrung mitzumachen. Wir haben erklĂ€rt bekommen wie die Jade gewonnen, behandelt und verarbeitet wird, was wirklich interessant war, weil besonders die WestkĂŒste, aber eigentlich ganz Neuseeland dafĂŒr bekannt ist.

Das war es auch eigentlich schon von Hokitika. Die nÀchste Station wird mit Punakaiki folgen.

Franz Josef Gletscher

Am 4.4. stand nur eines auf dem Programm: Bus fahren. 8.15 Stunden lang… Es ging fĂŒr uns von Queenstown nach Franz Josef Gletscher, und oh man, das hat gedauert. Endlich angekommen sind wir direkt ins Hostel eingecheckt, waren noch schnell einkaufen und haben kurz abgeklĂ€rt, ob fĂŒr den kommenden Helikopter-Flug alles stimmt und getan ist.

Am 5.4. sind wir um 8 Uhr auf den Beinen gewesen, deeeeennn – unser Helikopter-Flug stand an. Ich war auf der einen Seite super gespannt und richtig happy, aber auf der anderen Seite hatte ich richtig Angst dass mir schlecht wird weil ich Flug- und Höhenangst habe.
Als wir um 9 Uhr ankamen haben wir bezahlt und direkt unsere Mitflieger kennengelernt, die auch alle aus Deutschland kamen. Nach der Sicherheitseinweisung ging es dann auch sofort zum Helikopter, wo wir kurz dem Piloten vorgestellt wurden. Wir haben uns also alle angeschnallt, die Kopfhörer aufgezogen und ab ging die Post. Wie ihr bestimmt wisst neige ich ziemlich zu ReiseĂŒbelkeit, und auch fliegen gehört nicht zu meinen liebsten BeschĂ€ftigungen, aber mit dem Helikopter hat sich wirklich ganz anders angefĂŒhlt. Man hat kaum gemerkt dass wir geflogen sind (bis auf eine super enge Kurve) und mir hat es wirklich Spaß gemacht.

Als allererstes sind wir zum Fox Gletscher geflogen, haben dort eine Runde gedreht,und sind dann mit Blick auf den Mt. Cook zum Franz Josef Gletscher abgedreht. Man sieht ja schon mal Bilder von einem Gletscher im Fernsehen oder in Zeitungen, aber das so hautnah mitzuerleben war klasse! Vor allem war das riesig! Jede kleinste Spalte hat sich beim nĂ€herkommen als riesigen Krater herausgestellt, und auch die Eismassen haben nicht so groß gewirkt, bis unser Pilot uns einen anderen Helikopter gezeigt hat, der unfassbar klein aussah. Relationen zu ziehen ist mir da wirklich schwer gefallen.

Als wir alle alles aus der Luft betrachtet hatten, setzten wir zur Landung an und standen kurze Zeit spĂ€ter schon auf dem Gletscher. Irgendwie total surreal, dass ich in kurzen Hosen auf riesigen Eismassen stand. Wir hatten ca 10-15min Zeit um Fotos zu machen und uns umzuschauen, und es war wirklich super schön. Einziger Wehmutstropfen war, dass es etwas geblendet hat, weil die Sonne so doll geschienen hat und der Schnee glĂ€nzend weiß war.

Nachdem dann jeder wieder seinen Platz im Helikopter eingenommen hatte ging es auch schon wieder los, diesmal auf dem direkten Weg zurĂŒck. Der ganze Spaß war zwar ziemlich teuer, aber dafĂŒr war es eine einmalige Erfahrung!

Milford Sound Cruise

Am 3.4.16, einen Tag nachdem ich den Kepler beendet habe, sind wir die Mission ‚Milford Sound‘ angegangen. Johanna hat die Nacht zuvor in Queenstown geschlafen, wĂ€hrend ich noch in Te Anau war und wir uns dann da an der Bushaltestelle getroffen haben. Da wir ja kein Auto mehr haben und es etwas schwer war eine Bootstour getrennt von einem Shuttle zu buchen, haben wir uns dann mit unserem Intercity-Buspass einen Tagesausflug von Intercity gebucht. Wir sind also von Te Anau ca. 2,5 Stunden zum Milford Sound gefahren, wobei schon die Strecke an sich toll war. Dort angekommen sind wir direkt zu unserem Boot gebracht worden und sind losgefahren. Als ich aufgewacht bin hat es geschĂŒttet wie aus Eimern und alles war grau, aber Gott sei Dank hatte es aufgeklart und sogar die Sonne hat geschienen.

Die Fahrt ging ca. 2 Stunden lang und hat uns auf einer Seite des Fjordes bis zur Meeresöffnung gebracht, und auf der 2. Seite zurĂŒck. Es war wirklich super schön!  Überall kamen kleine (und große) WasserfĂ€lle heruntergeplĂ€tschert, Seehunde haben sich auf FelsvorsprĂŒngen gesonnt und allgemein hatte es schon fast was majestĂ€tisches an sich. Wir hatten richtig gute Guides und haben wirklich viele Informationen bekommen. Gegen Ende wurden wir dann von unserem KapitĂ€n gefragt ob wir denn unter einen Wasserfall fahren wollten, die Antwort war natĂŒrlich ja. Weil das Wetter in der Zwischenzeit aber wieder umgeschlagen hatte und es super windig wurde, ist wirklich jeder auf dem oberen Deck nass geworden, hat geschrien und einen riesen Spaß gehabt. Im Endeffekt waren wir fast bis auf die Unterhose nass, aber es war wirklich cool!

Auf unserem Weg...

Auf unserem Weg…

'Spiegelseen' vor dem Milford Sound

‚Spiegelseen‘ vor dem Milford Sound

Das Wetter wechselt...

Die 2 Stunden gingen wahnsinnig schnell um, und ruckzuck saßen wir wieder im Bus auf dem Weg nach Queenstown, wo wir nur eine Nacht geblieben sind. Alles in allem ein sehr gelungener Tag, auch wenn meine FĂŒĂŸe vom Kepler Track noch ordentlich weh getan haben und ich unfassbar mĂŒde war.

 

Kepler Track

Tag 1 – von Te Anau zur Luxmore Hut

Da der Kepler Track sehr nah an Te Anau (die Stadt, in der ich geschlafen habe) grenzt, habe ich mich gegen ein Shuttle entschieden. Einerseits war ich nicht bereit fĂŒr die 2-3 km zu zahlen, und ausserdem wollte ich nicht so an eine gewisse Zeit gebunden sein.
Ich bin dann also gegen 10 Uhr (nach einigen Startschwierigkeiten losgelaufen, mit dem Besucherzentrum des Fjordlandes als erstes Ziel. Da musste ich mir noch meine vorher bestellten HĂŒttenpĂ€sse abholen. Weil die ganzen Wanderungen nĂ€mlich so ĂŒberlaufen sind, können nur 50 Personen in je einer HĂŒtte schlafen, plus die auf den CampingplĂ€tzen. Meine PĂ€sse habe ich dann auch ohne Probleme bekommen, zusĂ€tzlich dazu noch eine Karte und ein paar gute RatschlĂ€ge, und schon ging es um den See herum, zum offiziellen Startpunkt des Kepler Tracks.
Meine Laune war ehrlich gesagt nicht so auf der Höhe, weil ich den Tag zuvor mein Handy in Wanaka habe liegen lassen und so die ganze Zeit nur daran gedacht habe, wie ich meinen Eltern und Freunden denn Bescheid sagen kann, dass es jetzt losgeht und sie sich keine Sorgen machen sollen. Auf dem Weg zum Start habe ich aber Gott sei Dank das Handy von einer jungen Deutschen bekommen und konnte kurz Johanna anklingeln, die allen Bescheid sagen konnte.
Am Startpunkt angekommen habe ich noch schnell ein Foto gemacht und los ging es. Der 1. Abschnitt hat mich durch einen ebenen Waldabschnitt direkt am See gefĂŒhrt. Weil ich so spĂ€t erst losgekommen bin war ich eigentlich ganz alleine und habe nur ab und zu einen Vogel zwitschern oder das Laub rascheln hören – es war so friedlich!

Nach ca 5.5km bin ich dann an eine Anlegestelle gekommen, an die man sich auch mit dem Boot fahren lassen kann um nur einen Teil des Tracks als Tageswanderung zu laufen. Bis dahin war alles wunderbar, das Wetter ist besser geworden und man hatte freie Sicht auf die Berge. Der nĂ€chste Teil war allerdings schon die 1. richtige Herausforderung: die nĂ€chsten 8km gingen nur den Berg hinauf… NUR. Ich wusste das schon vorher, weil ich mir das Höhenprofil angeschaut habe, aber trotzdem ist wissen, und es dann schließlich auch machen, ein himmelweiter Unterschied. Außerdem hatte ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht vollkommen an den schweren Rucksack gewöhnt, der vollbepackt fĂŒr die nĂ€chsten Tage war, was alles nochmal erschwert hat. Ca. 1 Stunde spĂ€ter stand dann auch schon die 1. Pause an, in der ich mich etwas gestĂ€rkt habe um mit neuer Power weiterzulaufen.
Irgendwann habe ich schon an der offiziellen Wegbeschreibung gezweifelt, bis ich dann irgendwann, nach gefĂŒhlt 10 Stunden, doch die Baumgrenze erreicht habe. Und der Blick war einfach der Wahnsinn. Hatte ich mich noch Minuten davor gefragt, warum ich mir das Ganze ĂŒberhaupt antue, war es mir jetzt glasklar:

Es war so ein tolles Gefuehl die erste Etappe fast geschafft zu haben, hoch ueber den Baumwipfeln zu sein und einen Blick ins Tal und auf die Berge zu haben. Der letzte Abschnitt ging dann fast eben durch eine Graslandschaft, bis ich um eine Ecke gekommen bin und die Huette direkt vor mir lag. Pure Erleichterung! So schoen der Weg an sich auch ist, es war der 1. Tag, alles war total neu, der Rucksack noch schwer und ich war einfach erschoepft. Nach ein paar weiteren Schritten sass ich dann endlich auf der Veranda, habe sofort meine Schuhe ausgezogen und erstmal durchgeschnauft.
Irgendwann konnte ich mich schliesslich aufraffen in die obere Etage zu gehen, mir ein Bett in einem der beiden Schlaafsaele zu suchen und mich in eine Liste einzutragen. Kurz nach meiner Ankunft gab es dann eine Fuehrung von unserem Ranger, Peter, ueber die Berglandschaft und Pflanzen, sowie Tiere. Sehr interessant muss ich sagen.
Danach haben alle nur noch gekocht und sich dann um 7.30Uhr im Gemeinschaftsraum getroffen, wo der Ranger Peter uns uber Sicherheitsdinge aufgeklaert hat, sowie die naechste Tagesetappe und einige lustige Anekdoten. Fuer alle die wollten hat er noch um 9 Uhr die Sterne erklaert (und da oben sieht man eine Menge, man konnte ohne Probleme die Milchstrasse sehen) – und es waren alle, eingemummelt und mit Taschenlampen bewaffnet -bis dann von einem auf den anderen Moment eine Wolke kam und man keinen einzigen Stern mehr sehen konnte. Also schnell ins Bett, die Taschenlampe ausgeschaltet und geschlafen.

Tag 2 – von Luxmore Hut zur Iris Burn Hut

Mit lange schlafen klappt es in diesen HĂŒtten nie. Mein Nebenmann hatte den Wecker auf 6.45 Uhr gestellt, und hat gleich darauf angefangen in seinem Rucksack zu wĂŒhlen, immer mehr Leute sind aufgewacht und nach und nach wurden Taschenlampen angeknipst. Ich bin dann wohl oder ĂŒbel auch aufgestanden, hab mein Zeug fĂŒrs FrĂŒhstĂŒck zusammengesucht und bin in den Gemeinschaftsraum gegangen, wo es schon recht lebhaft zuging. WĂ€hrend des FrĂŒhstĂŒcks ist dann die Sonne aufgegangen, was ich mir nicht entgehen lassen wollte, und so bin ich kurze Zeit spĂ€ter schon auf der Veranda gewesen, bewaffnet mit meiner Kamera. Der Sonnenaufgang war der Wahnsinn! Nach und nach wurde der Himmel immer bunter und die Sonne hat sich hinter dem Berg hervorgeschoben:

Das war aber nicht das einzige Highlight an diesem Morgen, wir hatten nĂ€mlich Besuch von einem Kea, Keas sind sogenannte Bergpapageien, die im neuseelĂ€ndischen Fjordland zu hause sind. Die Federn sind grĂŒn-braun, die Unterseite der FlĂŒgel organe und rot gefĂ€rbt. Ich wollte auf jeden Fall unbedingt mal einen sehen, weil die eben so typisch fĂŒr diese Region sind und wohl total witzig und neugierig sein sollen. Und dieser war keine Ausnahme!

Jedes Mal wenn man den Kea fotografieren wollte ist er auf einen zugekommen, hat den Schnabel ins Holz geschlagen und ist hin und her gesprungen.

Der 2. Tag war generell der schönste, gleichzeitig aber auch der schlimmste Tag. Der schönste lag einfach daran, dass man nach einem weiteren langen Anstieg endlich auf den alpinen Teil des Tracks gekommen ist. Vorher bin ich allerdings einen kleinen Nebenteil des Tracks gelaufen, der auf den Gipfel des Mt. Luxmore gefĂŒhrt hat.

Auf dem alpinen Teil hat es dann leider angefangen zu regnen, was die Sicht leider bisschen verschlechtert hat, und es wurde deutlich kĂ€lter und windiger. Und ab da wurde es fĂŒr mich auch richtig anstrengend. Man ist an dem Tag einfach schon so viel gelaufen, vor allem die Anstiege, und dann ging es ĂŒber die schmalen Passagen und anschließend nur noch bergab. Meine FĂŒĂŸe haben sowieso schon weh getan, aber irgendwann fingen dann auch noch meine Knie und meine Waden an. Aber ich zeige euch erst mal die Aussicht:

Und nach diesem Teil ĂŒber die 3 SĂ€ttel, die auch die chinesische Mauer genannt werden, begann dann der Abschnitt durch den Wald, was am Ende des Tages eigentlich mit am anstrengendsten war.

Abends gab es wie gewohnt eine Runde zusammen mit dem Ranger, der uns an diesem Abend allerdings einen speziellen Tipp gegeben hat: wir sollen doch bitte unsere Schuhe miteinander verschnĂŒren und an die vorgesehenen Haken hĂ€ngen, damit die Keas, die sehr regelmĂ€ĂŸig nachts kommen, keine wegnehmen oder kaputt machen können.

Tag 3 +4 – von Iris Burn Hut zur Moturau Hut nach Te Anau

Tag 3 und 4 waren relativ gleich, deswegen fasse ich sie mal zusammen. Wie immer ging es relativ frĂŒh los. Die Tage waren deswegen so Ă€hnlich, weil wir nur noch durch den Wald gelaufen sind und auch kaum noch Steigung vorhanden war. An sich war die Strecke gar nicht mehr wirklich anstrengend, aber dafĂŒr waren die beiden Tage auch lĂ€nger und so auch sehr schlauchend. Am Abend von Tag 3 haben wir mit Helen, der Rangerin von der Moturau Hut ein Lagerfeuer am Strand gemacht. Das war richtig schön, weil alle ruhig zusammen gesessen haben, ihren Geschichten zugehört haben und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Ansonsten ging es an Tag 4 noch durch einen relativ sumpfigen Teil.
Als ich dann schließlich am Ende des Kepler Tracks angekommen war, war ich doch ein kleines bisschen stolz auf mich. Ich war ziemlich die JĂŒngste, und noch dazu die einzige Frau die alleine gelaufen ist. Alleine zu wandern hat mir persönlich aber eigentlich Spaß gemacht, weil man nur auf sich hören konnte und alles so schön friedlich war.
Nachdem ich dann zurĂŒck in Te Anau war bin ich sofort ins Hostel und hab erstmal schön warm geduscht, mich dann umgezogen und bin einkaufen gegangen.

Meine Essensliste 

  • Porridge zum FrĂŒhstĂŒck
  • 3 Ciabatta-Brötchen + KĂ€se fĂŒr den Tag
  • Nudeln/Reis mit TĂŒtensoße fĂŒr Abends
  • Apfel + Karotte pro Tag
  • Schokoriegel pro Tag

Die HĂŒtten

Moturau Hut

Luxmore Hut

Insgesamt war der ganze Walk super schön, ich habe viele tolle Leute getroffen und bin auch wirklich stolz auf mich. Ich war zwar lange nicht so gut vorbereitet und erfahren wie die Anderen, aber mir wurde immer geholfen und generell war es eine tolle Gemeinschaft. Anstrengend war es auch. Und das Wetter war nicht perfekt. Aber ich bin froh, dass ich das gemacht und erfolgreich beendet habe.

Letzter Arbeitstag 3.0 + unsere Wochenenden

Dienstag, 15.03.16

Gestern waren wir eigentlich nur in der Stadt und haben ein paar Sachen erledigt. Wir waren in der BĂŒcherei um unsere BĂŒcher abzugeben, wollten Postkarten einwerfen (die ich natĂŒrlich zu Hause habe liegen lassen) und ich habe mir bei PaperPlus einen Schnellhefter gekauft. Die ganzen Dokumente, also alle Buchungen fĂŒr Busse, FlĂŒge und Hostels, habe ich ausgedruckt und wollte sie alle sortieren, weil es so viele sind und ich sonst einfach den Überblick verliere.
Letztendlich sind wir einfach noch durch die Stadt gelaufen, sind in ein paar LĂ€den geschneit und sind letztendlich bei einem Sushi-Platz gelandet. Eigentlich mag ich Sushi gar nicht, aber ich war mal wieder neugierig das zu probieren, und es gab genau 2 vegetarische, also haben wir uns schnell was ausgesucht und losgelegt. Ich bin definitiv immer noch kein Fan, aber es war wirklich nicht schlecht.

Mittwoch, 16.03.16

Heute sind wir ganz gemĂŒtlich aufgestanden, haben gefrĂŒhstĂŒckt und uns wieder nach Wanaka City aufgemacht. Vorher waren wir allerdings noch bei einer Kirche in Wanaka, da Johanna die Idee hatte doch mal zu sehen, wie das so in Neuseeland ist. Ostern passt da ja ganz gut. Danach habe ich dann wirklich meine Postkarten eingeworfen und wir sind zur Puzzling World gehitchhikt, eine der typischen AktivitĂ€ten fĂŒr Wanaka. Die Puzzling World ist eigentlich eine Art Museum (?), in der es um optische TĂ€uschungen geht. Das ganze besteht aus 5 ThemenrĂ€umen und einem Labyrinth, das man nach verschiedenen Aufgaben durchlaufen kann.
Wir haben beschlossen als erstes ins Labyrinth zu gehen, weil nicht sicher war ob das Wetter hĂ€lt, und das bei Regen garantiert nicht so ein großer Spaß gewesen wĂ€re.
Insgesamt waren wir eine Stunde im Labyrinth und auch eine gute Weile in den verschiedenen RĂ€umen, bis wir uns am Ende ein Sandwich gekauft haben und noch im Aufenthaltsraum/Cafe waren, und uns an den ganzen Logikspielen versucht haben.

Dienstag, 22.03.16

Morgens frĂŒh ging es mit unserem gemieteten Auto los. Zelt, Gaskocher und Co waren fĂŒr alle FĂ€lle verstaut, zusĂ€tzlich zu unseren Backpacks und dem gepackten Proviant. Eigentlich wollten wir kein Auto mieten, aus Angst noch einen Unfall zu bauen und dann finanziell richtig in die Schieflage zu geraten, aber wir haben einfach keinen Bus gefunden. Also ging es morgens los Richtung Mt. Cook. Unser Plan war es, entweder eine 2-Tages-Wanderung zu machen und auf einer HĂŒtte zu schlafen, oder im Zelt/Hostel und an jedem Tag eine Wanderung zu bestreiten. Der Plan ist allerdings nicht richtig aufgegangen. Die HĂŒtte war fĂŒr diese Nacht schon ausgebucht, und das Wetter war fĂŒr den nĂ€chsten Tag einfach schrecklich: bis zu 60km/h Windgeschwindigkeit und sehr schwerer Regen.
Unser nĂ€chster Entschluss bestand dann darin, am ersten Tag eine Wanderung zu machen, und am nĂ€chsten Tag etwas anderes zu tun. RucksĂ€cke aufgesetzt, Auto abgesperrt und los ging es. Die Wanderung hieß Hooker Valley Track und hat insgesamt ca 3 Stunden gedauert. Der Weg ging durch ein Tal, fĂŒhrte ĂŒber 3 HĂ€ngebrĂŒcken und endete schließlich am Fuß vom Mt. Cook und einem Gletschersee. Die Wanderung war eigentlich ganz schön, aber es hat sich angefĂŒhlt wie als wĂŒrde es kein Ende geben, weil irgendwie einfach alles gleich aussah.


ZurĂŒck am Auto haben wir uns kurz ausgeruht und haben den Entschluss gefasst, doch schon wieder zurĂŒck nach Wanaka zu fahren, da wir uns so die Kosten fĂŒr eine Nacht im Hostel sparen konnten und es auf dem Weg sowieso keine nennenswerte AktivitĂ€t gab. Gegen 9.30 Uhr sind wir abends angekommen, haben noch gekocht und paar Videos geschaut und sind auch schon schlafen gegangen.

Mittwoch, 23.03.16

Das Auto war noch immer gleich gepackt, als es am folgenden Morgen wieder los ging. Wir sind kurzentschlossen nach Queenstown und ins naheliegende Cardrona gefahren, wo wir einfach durch die Straßen geschlendert sind, in LĂ€den spazieren waren und einfach die Stadt auf uns haben wirken lassen. Zugegebenermaßen bin ich wirklich kein großer Fan von Queenstown. Alles ist zu voll, zu laut und zu möchtegern. Jedenfalls war der Tag auch schön, aber nicht so sehr besonders wie Mt. Cook. Am besten gefallen hat uns aber ein SĂŒĂŸigkeitenladen und ein Cordkleid, was uns allerdings zu teuer war.

Letzter Arbeitstag 3.0

Heute war es so weit, mein letzter Arbeitstag war endlich gekommen. Nach 2 Monaten arbeiten hat es mir jetzt wirklich gereicht. Egal ob kassieren, TĂŒten packen, die Einkaufswagen einsammeln oder Kunden helfen, ich hatte einfach keine Lust mehr. Das ganze Team war zwar super nett, weil es bunt gemischt war uns es viele Reisende, aber auch normal Arbeitende gibt, und auch so war alles viel besser als auf der Kiwiplantage, aber wir wollten einfach weiter, die lange geplante Reise jetzt auch endlich antreten. Es war schon ein bisschen traurig, und ich werde das ganze Umfeld auch mit Sicherheit vermissen, vor allem weil man an Ostern durch den ganzen Stress nochmal mehr zusammengewachsen ist, aber dafĂŒr freue ich mich jetzt umso mehr auf die nĂ€chsten Wochen.

Johanna, Mira aus New York, ich

Johanna, Mira aus New York, ich

Was ich auch nochmal betonen möchte ist, dass ich Wanaka liebe! Wenn ich in Neuseeland ein zu Hause habe, dann ist es definitiv Wanaka! Ich liebe es hier, kenne mich aus und fĂŒhle mich wohl, so doll, wie ich es zum Beispiel in Auckland nie gemacht habe.
Heute Abend waren Johanna und ich dann noch in einem der vielen Restaurants am See essen, weil es schon ein klein wenig wehmĂŒtig ist, von hier aufzubrechen.

Morgen, 29.03.16

Morgen habe ich noch einen Termin beim Arzt um mich gegen Tollwut impfen zu lassen (ist fĂŒr Bali empfohlen), und breche dann gegen 14.00 Uhr mit dem Bus auf, erst nach Queenstown, dann nach Te Anau, wo ich ĂŒbermorgen den Kepler Track starten werde.

ALLES IST GEBUCHT!

Nachdem Johanna und ich schon die komplette WestkĂŒste Neuseelands gebucht haben, die wir auf unserem Weg zurĂŒck nach Auckland bereisen werden, stehen jetzt auch alle sonstigen Termine fest! Ich bin so erleichtert dass alle FlĂŒge gebucht sind! Manche teurer, andere billiger als erwartet, aber gebucht sind sie alle.

Station 1 – Kepler Track
Station 2 – WestkĂŒste
Station 3 – Papas Farmer
Station 4 – Abel Tasman Walk
Station 5 – SĂŒd- auf Nordinsel
Station 6 – Taranaki
Station 7 – Northland/ Bay of Islands
Station 8 – Milford Sound Track
Station 9 – Sydney
Station 10 – Red Centre
Station 11 – Cairns
Station 12 – Bali

Und danach steht meine letzte große Reise an. Meine Heimreise. EndgĂŒltig zurĂŒck nach Hause.

NEUSEELAND

Ich freue mich wirklich auf alle Teile meiner verbleibenden Reise, aus den verschiedensten GrĂŒnden. Auf die Great Walk, weil sie fĂŒr mich einfach Neuseeland wiederspiegeln. Die WestkĂŒste, weil sie die raue Seite Neuseelands ist. Papas Farmer, weil die einfach unglaublich cool sind 😀  Die FĂ€hrfahrt zurĂŒck auf die Nordinsel, wo die nĂ€chste Station Taranaki ist, was irgendwie total der Farmlifestyle fĂŒr mich ist. Und die letzte Station (außer meinem Great Walk) in Neuseeland ist Northland mit dem berĂŒhmten Cape Reinga.

AUSTRALIEN

Danach folgt Australien, mit den meisten Highlights: Sydney als Hauptstadt, im Red Centre werde ich eine Tour zum Ayers Rock etc machen, und in Cairns im Great Barrier Riff tauchen bzw schnorcheln.

INDONESIEN

Bali wird dann nochmal ganz anders. Ich war noch nie vorher in Asien, was die ganze Sache schonmal spannender macht, aber ich denke es wird hauptsĂ€chlich sehr entspannt. MĂ€rkte und Tempel besuchen, in den Affenwald gehen und die Zeit genießen.

Die letzten 2 Wochen | Roy’s Peak

In den letzten 2 Wochen ist nicht wirklich viel passiert. Außer dass wir wie immer Donnerstag bis Montag arbeiten (Wochenende ist fĂŒr uns Dienstag und Mittwoch), haben wir hauptsĂ€chlich unsere PlĂ€ne konkretisiert und alles organisiert. Letzte Woche sind wir außerdem umgezogen. Ganz zu Anfang haben wir in einem Hostel gewohnt, sind dann aber in eine dazugehörende Wohnung gezogen, die extra fĂŒr Leute gedacht ist, die lĂ€nger als ein paar Tage in Wanaka bleiben. Wir waren zu sechst, 5 MĂ€dels und 1 Junge, und auch die NationalitĂ€ten waren bunt gemischt. Mir hat es da eigentlich wirklich gut gefallen, der einzig negative Punkt war die Miete, die 175$ pro Nase und Woche betrĂ€gt, und das ist schon eine ganze Menge von unserem Gehalt. Eine Lösung hat sich auch relativ schnell in Form von einer privaten WG gefunden, wo wir am Freitag eingezogen sind. Hier wohnen wir zu fĂŒnft, haben wieder mal ein eigenes Zimmer und zahlen je 120$. Das ist also wirklich super.

Heute ging es fĂŒr uns außerdem auf den Roy’s Peak, eine Tageswanderung bei Wanaka. Wir sind also frĂŒh aufgestanden, haben uns Proviant geschmiert, fertig gemacht und sind zur Hauptstraße gelaufen. Warum das? Da wir ja unser Auto verkauft haben mussten wir ja irgendwie anders dahin kommen. Und was wĂ€re Neuseeland ohne hitchhiken (= per Anhalter fahren). Aber da der Weg nur 7km betrug, haben wir uns dann dafĂŒr entschieden. Wir hatten gestern Abend schon ein Schild gebastelt und das ganze sah dann in etwa so aus:

 

NatĂŒrlich war uns klar, dass wir nicht bei jedem einsteigen werden, aber wir hatten GlĂŒck, und schon nach 5-10 min wurden wir von einem jungen deutschen Paar mitgenommen, die auch heute wandern waren.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es den ganzen Weg NUR bergauf geht. Und das waren immerhin 1300 Höhenmeter in der prallen Sonne. Wir hatten zwar GlĂŒck mit dem Wetter, da es nicht zu heiß war und es die meiste Zeit ein wenig windig war, aber trotzdem war es wirklich anstrengend. Gelohnt hat es sich aber auf jeden Fall! Die immer besser werdende Sicht auf Wanaka an sich, den See und die ganze Landschaft war der Hammer!! Seht mal:

Wir haben so gefĂŒhlt alle 5 min eine Pause gemacht, waren dabei aber Gott sei Dank keine Ausnahme 😀 Oben haben wir dann eine schön lange Mittagspause gemacht, Fotos geschossen und uns ausgeruht, bevor es wieder auf den Abstieg ging, den ich ehrlich gesagt fast so anstrengend fand wie den Weg nach oben. Es ging eben nur noch bergab, und das hat meinen Knien nicht unbedingt gut getan. Trotzdem war die Aussicht alle Anstrengung wert. Auch wenn wir einen ganz schönen Sonnenbrand davon getragen haben. Unten angekommen hat dann schon das 3. Auto gehalten und uns mitgenommen 🙂 Ein gelungener Tag!

Das Ende naht…

In ca 3,5 Monaten geht es fĂŒr mich schon wieder nach Hause. Ich werde wieder nach Auckland zurĂŒckkommen (da, wo damals alles begonnen hat), ein paar letzte Tage dort verbringen und schließlich eine letzte Nacht in Neuseeland verbringen, bis ich dann mit gemischten GefĂŒhlen in den Flieger steigen werde. Es ist komisch dass ich trotz der noch reichlich vorhandenen Zeit schon an das Ende denken muss, aber es fĂŒhlt sich einfach so an, wie als wĂ€re es schon fĂŒnf vor zwölf. Wanaka ist unsere vorletzte von vielen, wenn auch zugegebenermaßen eine sehr lange, Stationen, danach wird nicht mehr viel kommen. Erst unsere au pair Zeit, dann das wwoofen und die Arbeit auf der Kiwiplantage, die Reise an der OstkĂŒste sowie fĂŒr mich die SĂŒdinsel und fĂŒr Johanna Australien. Danach unsere gemeinsame Reise der unteren HĂ€lfte der SĂŒdinsel und jetzt der vorletzte Abschnitt hier in Wanaka.

Auckland City

Auckland City

Und die Zeit wird jetzt schnell verfliegen, da wir hier wieder eine Routine und feste Aufgabe haben, ein Wochenende auf das wir hinarbeiten können und uns so von Woche zu Woche hangeln. Vermutlich werde ich mich wĂ€hrenddessen noch verfluchen, dass wir uns fĂŒr knapp 2 Monate verpflichtet haben, aber nichtsdestotrotz wird auch diese Zeit vorĂŒbergehen. An einem Wochenende wollen wir noch nach Queenstown, an einem anderen die berĂŒhmte Wanderung ‚Roy’s Peak‘ und den Mt. Cook. Wir werden unsere Reise planen (mĂŒssen) und alles buchen, irgendwann nur noch darauf warten dass wir loskommen.

Lake Wanaka

Lake Wanaka

Und dann geht es los. Die letzten 3 Wochen auf neuseelĂ€ndischem Boden. Denn auch wenn ich noch 4 weitere Wochen habe, nachdem Johanna nach Hause geflogen wird, sind auch die schon relativ verplant: Ich möchte vorraussichtlich den Milford Sound Track laufen, fĂŒr 2 Wochen nach Australien fliegen und anschließend noch eine Woche in Bali dranhĂ€ngen. Und dann ist meine Zeit hier auch schon vorbei.

Es ist total komisch. Ich werde jetzt schon unfassbar wehmĂŒtig bei dem Gedanken daran, dass ich so bald wegfliegen werde. Denn es ist ja nicht nur das Land was ich verlassen werde. Gleichzeitig gibt man auch wieder seine grenzenlose Freiheit ab, die SpontanitĂ€t und UnabhĂ€ngigkeit, mit der man einfach ins Blaue hinein entscheiden konnte, wo und wie lange der nĂ€chste Stopp sein wird. Das Abenteuer und die 1000 Erfahrungen werden plötzlich enden, auf einmal sitzt man wieder zu Hause in seinem alten Kinderzimmer.
Trotz meiner dann insgesamt 10,5 Monate habe ich trotzdem das GefĂŒhl, dass die Zeit nicht reicht. Dass ich nicht alles sehen kann, erleben werde oder einfach etwas verpasse.

Auf der anderen Seite fĂŒhlt es sich genau richtig an nach Hause zu kommen und eben wieder in seinem alten Zimmer zu sitzen. Nach gut 7 Monaten fĂŒhlt sich fĂŒr mich die Zeit reif an, um nach Hause zu kommen. Ich habe weder Heimweh, noch depressive Phasen oder Ă€hnliches, aber wenn mir jetzt jemand mein Flugticket in die Hand drĂŒcken wĂŒrde wĂŒrde ich wahrscheinlich auch nicht ablehnen. Seit meine Familie da war wurde mir noch einmal mehr bewusst, wie wichtig alle sind. Und ich vermisse nicht nur die Menschen. Ich freue mich schon auf unsere Straße, mein Dorf und die altbekannten Wege. Zug fahren oder sich einfach aufs Fahrrad schwingen, in den Nachbarort zur nĂ€chsten Eisdiele fahren. Mein Zimmer oder unser normaler Supermarkt. Es sind viele kleine Dinge auf die ich mich sehr freue.

Alles in allem denke ich aber, dass meine Entscheidungen bis jetzt einigermaßen richtig waren. Dass ich mit au pair abgebrochen habe war die erste und allerwichtigste, dass ich danach mit work & travel weitergemacht habe die zweite. Im Nachhinein wĂŒrde ich mir zwar wĂŒnschen dass ich erst gearbeitet hĂ€tte und dann direkt mit work & Travel gestartet hĂ€tte, aber der Rest ist an sich super gelaufen. DafĂŒr dass wir beide gar nicht darauf vorbereitet waren haben wir uns finde ich gut geschlagen. Wir haben uns ein Auto gekauft und sehr erfolgreich wiederverkauft. Haben jetzt unseren zweiten Job und können uns mit dem hier erarbeiteten komplett Neuseeland finanzieren und bis jetzt ziemlich alles gesehen.

Ich hoffe ihr blickt in dem wirren Eintrag irgendwie durch. Wobei ich glaube, dass nur Leute die gerade in der selben Situation sind, es zu 100% verstehen können. Was ich auch immer wieder als amĂŒsant empfinde ist, dass ich weit frĂŒher als der Großteil gekommen bin, und auch als eine der letzten wieder das Land verlassen werde. Und das ist doch auch schon etwas 🙂

Reise ĂŒber die SĂŒdinsel, neue Arbeit und der Kepler Track

Am 12.1.16 habe ich meine Familie in Picton verabschiedet. FĂŒr sie ging es wieder auf die Nordinsel, fĂŒr mich auf den langen Weg nach Queenstown wo ich Johanna abholen musste, die von ihrem Australien-Abenteuer wiedergekommen ist. FĂŒr mich hat sich der Abschied wieder fast so schlimm wie damals in Frankfurt am Flughafen angefĂŒhlt. Ich hatte gar keine Lust mehr ĂŒberhaupt noch zu bleiben und wĂ€re am liebsten mit auf die FĂ€hre gekommen, aber so lĂ€uft das nun mal nicht im Leben. Mittlerweile habe ich mich aber damit abgefunden, und heute in genau 113 Tagen geht es schon wieder zurĂŒck nach Deutschland, was mir im Moment auch abartig kurz vorkommt.

Aber zurĂŒck zum Thema. Eigentlich soll es in diesem Post nĂ€mlich um Johannas und meine zweiwöchige Reise in den SĂŒden der SĂŒdinsel gehen. Nachdem ich sie also am 13.1.16 in Queenstown abgeholt habe ging es erst fĂŒr ein paar Tage nach Wanaka, in das ich mich schon verliebt habe als ich mit meiner Familie da war. Anschließend sah unsere Route wie folgt aus: Wanaka – Invercargill – Bluff – Catlins – Dunedin – Timaru – Oamaru – Christchurch – Wanaka. Wir sind also die KĂŒstenlinie der unteren HĂ€lfte der SĂŒdinsel abgefahren. Manche dieser StĂ€dte habe ich ja bereits gesehen, andere wie Timaru waren auch fĂŒr mich neu.

In Bluff waren wir beispielsweise am sĂŒdlichsten Punkt der SĂŒdinsel, in Dunedin haben wir eine Zugfahrt gebucht und in Oamaru haben wir uns (wieder) die Pinguine angeschaut. Aber auch hier lasse ich lieber Bilder sprechen:

In Christchurch angekommen, dem Ende unserer Reise, haben wir einen super kurzfristigen Entschluss gefasst: wir wollten versuchen unser Auto zu verkaufen. Zum einen hatten wir dauerhaft Angst vor einem Einbruch oder Unfall, zum anderen sind im Moment die Preise noch viel besser als Mitte/Ende April, und außerdem haben wir einen zweimonatigen Job gefunden, bei dem das Auto sowieso nur dumm in der Ecke stehen wĂŒrde. Wir haben also schnell eine Anzeige auf Facebook geschaltet, und schwupps, 2 Tage spĂ€ter haben sich schon passende KĂ€ufer gefunden. An sich hatten wir gar nicht so große Hoffnungen und sind auch eher entspannt an die Sache gegangen. Der schlimmste einzutretende Fall wĂ€re gewesen, dass wir es nicht loswerden können, aber am selben Tag haben sich schon Interessenten gemeldet, den Tag darauf hatten wir schon Besichtigungen und am besagten 2. Tag hat ein junges Paar schon einen Test in der Werkstatt machen lassen und sich letztendlich dazu entschieden es zu kaufen. NatĂŒrlich geht damit ein großer Teil UnabhĂ€ngigkeit verloren, da wir jetzt mit dem Bus reisen werden und nicht mehr einfach so spontan irgendwohin fahren, aber das war es uns jetzt wert. Außerdem fehlt uns nur noch die WestkĂŒste der SĂŒdinsel, die wir nach dem arbeiten bereisen wollen, sowie Taranaki, was auf dem Weg nach Auckland liegt, und Northland, was nördlich von Auckland liegt und wir sowieso mit dem Bus oder einem Mietwagen bereisen wollten. Deswegen ist das alles halb so schlimm.
Ein weiterer Pluspunkt ist dass wir so alles perfekt planen können, da es fĂŒr Johanna schon am 29.4.16 zurĂŒck nach Deutschland geht und wir nicht mehr so viel Zeit haben das alles zu verwirklichen. Es wĂ€re nĂ€mlich super schwierig gewesen da noch genĂŒgend Zeit fĂŒr den Verkauf einzuplanen, falls es jetzt nicht geklappt hĂ€tte, und darum habe ich mir ehrlich gesagt schon riesige Sorgen gemacht und 1000 mal den Kopf zerbrochen.

Nachdem dann in der Hinsicht alles geregelt war haben wir nur noch unseren Bus gebucht, der uns am 29.1.16 wieder zurĂŒck nach Wanaka gefĂŒhrt hat. Und jetzt ratet mal warum: die Arbeit, von der ich die ganze Zeit schon erzĂ€hle, ist in Wanaka! Ich habe mich so ĂŒber die Zusage gefreut! WĂ€hrend Johanna in Australien war habe ich so unglaublich viele Bewerbungen geschrieben, von denen ich generell nur 2 Antworten bekommen habe, und diese hier letztendlich die einzige positive war. Und das an dem Ort, wo ich auf der SĂŒdinsel am allerliebsten bleiben wollte! Ich liebe Wanaka einfach. Es ist ein relativ kleines StĂ€dtchen, nicht zu groß oder zu klein, super schön zwischen Bergketten und an einem schönen See gelegen. Gestern zum Beispiel haben wir – Ich, Johanna, Hanna (haben wir hier kennengelernt), Felix (kenne ich schon seit Jahren aus Deutschland) und sein Kumpel – nur am See gelegen und rein gar nichts gemacht, es hat sich aber angefĂŒhlt wie Sommerurlaub.

Ich hoffe ihr seid jetzt wieder einigermaßen auf dem aktuellen Stand der Dinge. Ach ja, was ich ganz vergessen habe zu erwĂ€hnen. Ende MĂ€rz werde ich den Kepler Track laufen. In Neuseeland gibt es einige Mehrtageswanderungen, die sich Great Walks nennen, und einen davon werde ich Ende MĂ€rz laufen. Johanna wird in der Zeit noch arbeiten, wĂ€hrend ich mit dem Bus nach Te Anau fahren werde, und von da meine viertĂ€gige Wanderung beginnen werde. Insgesamt umfasst die Wanderung 60km und rund 1000 Höhenmeter. Schlafen werde ich in HĂŒtten, die vom Naturschutzbund gefĂŒhrt werden, und die man weit im Voraus buchen musste.

Ich freue mich unglaublich darauf, habe aber auch ein bisschen Respekt vor dem ganzen. Ich muss schließlich alles selbst mitnehmen – Essen, Töpfe und Geschirr, Schlafsack,
 – und habe noch nie etwas Derartiges gemacht. Noch dazu bin ich alleine, aber da ja noch viele andere laufen werden mache ich mir darĂŒber am wenigsten Sorgen, irgendwem kann ich mich da bestimmt anschließen. Aber fĂŒr mein VerstĂ€ndnis sollte jeder der hier fĂŒr eine lĂ€ngere Zeit ist einen der Great Walks machen, weil es ja auch das ist, was Neuseeland ausmacht.

Johanna wird dann mit dem Bus nachkommen und wir werden dann zusammen den Milford Sound anschauen und vermutlich eine Schiffsfahrt machen, bevor es dann die WestkĂŒste hinauf gehen wird.

SÜDINSEL – Highlights mit meiner Familie

Info: am 23.12.15 haben wir uns in Wellington getroffen, am 26.12.15 ging es mit der FĂ€hre auf die SĂŒdinsel und am 12.1.16 haben wir uns in Picton voneinander verabschiedet.

Meine Highlights

Die Überfahrt mit der FĂ€hre

Abel Tasman National Park

Wanaka

Akaroa

Oamaru

Die WestkĂŒste haben wir leider nicht geschafft, da 2 Inseln in 1 Monat schon ganz schön viel ist. An sich war die ganze Reise aber wirklich super schön, jetzt kann ich es noch weniger erwarten nach Hause zu kommen! Und ich habe ja jetzt noch mit Johanna genug Zeit, alles zu erkunden.

Palmerston North – Cape Palliser – Wellington

Palmerston North

Nachdem wir am 18.12 unsere erste und letzte Nacht in Thames verbracht haben und meine Familie getroffen haben, ging es dann endlich nach Palmerston North, was ja eigentlich schon eine knappe Woche vorher auf dem Plan stand.
Und auch wenn ich im Vorfeld von einigen mitbekommen habe, dass es nicht unbedingt einen Besuch wert ist bzw. die Stadt an sich nicht viel zu bieten hat, hat es mir doch wieder gut gefallen. Palmi, wie es liebevoll von seinen Bewohnern genannt wird, ist nicht zu klein, aber auch nicht riesig. In der Zeit waren wir im nationalen Rugby-Museum, was schön gemacht ist, allerdings relativ klein, wir waren im Kino und haben uns sonst hauptsÀchlich die Stadt angeschaut.

Cape Palliser

Auf das Cape habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, und enttÀuscht hat es mich nicht! Aber seht selbst:

An sich haben wir die ganze Zeit nichts gemacht außer gefaulenzt, uns gesonnt, Eis gegessen und Robben beobachtet. An einem Tag sind wir auch auf den Leuchtturm hoch und haben die Aussicht genossen. Mein ganz persönliches Highlight war aber, dass ich meine erste Paua Shell (Muschel) gefunden habe!

Wellington

In Wellington waren wir natĂŒrlich im Te Papa, das Nationalmuseum (was nicht umsonst so gelobt wird), im Beehive (das Parlament, wo wir eine FĂŒhrung hatten), wir sind mit dem Cable Car gefahren und durch den botanischen Garten gelaufen. NatĂŒrlich sind wir auch durch die Stadt gelaufen und so weiter und so fort.

Eine sehr schöne Stadt! Wir waren insgesamt fĂŒr 4 Tage hier und die waren auch gut gefĂŒllt. Am 24. abends wurde dann bei uns Weihnachten ‚gefeiert‘, da Johanna am 25. nach Australien geflogen ist und es so fĂŒr alle stressfreier war. Und am 26. ging es fĂŒr mich und meine Familie mit der FĂ€hre und 2 Autos rĂŒber auf die SĂŒdinsel.

Zu meiner Reise mit meinen Eltern werde ich noch einen Bericht ĂŒber die Highlights schreiben, das kann wegen mangelndem Internet und Zeit aber noch ein bisschen dauern.

Coromandel

Nach unserem Ausflug zum Cape Kidnappers ging es los in Richtung Coromandel. Weil wir aber erst gegen 16.30 Uhr losgekommen sind haben wir uns dafĂŒr entschieden, einen Zwischenstop in Tauranga einzulegen.

Tag 1 – nach dieser Nacht ging es dann weiter bis nach Whitianga, die grĂ¶ĂŸte Stadt in der Umgebung. Mehr als uns umzusehen, am Strand zu liegen und eine Bootstour zu machen haben wir allerdings auch nicht gemacht. Whitianga ist an sich eine schöne, wenn auch kleine Stadt, die aber ohne den Tourismus in den Sommermonaten sicherlich noch kleiner wĂ€re.

Womit wir ein bisschen Pech hatten war das Wetter. Es war zwar durchgehend sonnig und auch relativ warm, aber einfach zu windig und dadurch zu kalt um ins Meer zu gehen. Geschlafen haben wir auf dem Whitianga Campingplatz, den ich allerdings nicht weiterempfehlen wĂŒrde. Mit 17$ pro nacht pro Person (ohne Strom) und auch sonst ohne viel zu bieten, mit nur 5min Wasser und nicht gerade sehr einladenden SanitĂ€ranlagen war es nicht so der Knaller.

Tag 2 – wir sind ganz entspannt in den Tag gestartet, da unsere Bootstour erst um 10.30 Uhr losgehen sollte. Letzen Endes haben wir es aber doch geschafft als letztes aufzutauchen, was uns aber nur die (besten) PlĂ€tze in der vordersten Reihe beschert hat 😀 Wir saßen ĂŒbrigens in einem offenen Schlauchboot, wodurch wir einen 360° Blick hatten und mittendrin waren. WĂ€hrend der 2 Stunden wurde die berĂŒhmte Cathedral Cove, der Hot Water Beach und ganz viele andere bekannte und schöne Flecken angefahren.

Die Bootstour war total schön! Wir haben richtig viel Spaß gehabt, unser Guide war toll und die Dinge, die wir gesehen haben natĂŒrlich auch. Danach haben wir noch Lunch gehabt und sind an den Hot Water Beach gefahren. Der Hot Water Beach ist fĂŒr seine heißen Quellen bekannt. Deswegen kann man sich eine Kuhle im Sand buddeln und sich reinlegen, es sollte ziemlich warm sein. Ich war aber ehrlich gesagt etwas enttĂ€uscht. Es war vollkommen ĂŒberfĂŒllt, 99% der schon gegrabenen Kuhlen waren vollkommen kalt und irgendwann hat es auch noch angefangen zu nieseln. Unser Plan war dann also in das Cafe zu gehen und etwas warmes zu trinken, allerdings war die Kaffeemaschine kaputt und es gab nichts. Naja, wir sind dann wieder zurĂŒck nach Whitianga und haben einen anderen, sehr gĂŒnstigen Campingplatz zu suchen, dessen Besitzerin wir einen Tag vorher getroffen haben. Wir sind dann den Schildern gefolgt und zu ihrem Haus gelangt, was dezent gesagt etwas ĂŒberschmĂŒckt war. Im Kellerbereich standen ĂŒber 10 geschmĂŒckte TannenbĂ€ume samt einem Stuhl fĂŒr den Weihnachtsmann, auf den wir drauf mussten um ein Foto zu machen. Nötigung nennt man sowas 😀 Aber das war noch nicht alles. In der Garage standen eine lebensgroße Krippe und ein Regal, in dem unzĂ€hlige Kuscheltiere lagen, die alle irgendwelche Lieder oder sonstwas konnten. Egal, wir haben dann gezeigt bekommen wo wir stehen dĂŒrfen, und das nur fĂŒr 5$ plus WLAN.

Tag 3 – Donnerstags sind wir dann weiter nach Coromandel Town gefahren. Eine noch kleinere Stadt als Whitianga, und die auch sonst nicht so viel zu bieten hat. Und aus der Kombination mit den sehr teuren CampingplĂ€tzen haben wir uns nur in ein Cafe gesetzt und eine heiße Schokolade und einen Karottenkuchen (sehr typisch fĂŒr Neuseeland) gegessen, die Straßen entlanggelaufen und sind weiter nach Thames gefahren sind. Thames ist eine Stadt am unteren Westzipfel von Coromandel. Dort waren wir noch einkaufen, ein bisschen umherschauen und dann auch schon auf dem Campingplatz.

Tag 4 – Der 18.12, unser letzter Tag in Coromandel, bevor es nach dem FrĂŒhstĂŒck und einem Besuch in der örtlichen Bibliothek in Richtung Palmerston North gehen sollte. Da an diesem Tag meine Familie in Auckland gelandet ist hatte ich sowieso schon bessere Laune als ĂŒblich, aber als dann mein Papa angerufen hat und gesagt hat, dass sie nur 29km entfernt sind und vorbeikommen könnten, war ich schon ein bisschen aufgeregt. Wir haben uns also schnell fertig gemacht und uns dann an der BĂŒcherei getroffen. Sehr, sehr schön! Ich musste sogar bisschen heulen 😀 Zusammen waren wir dann noch am Meer und einkaufen, bevor es dann fĂŒr alle mach Rotorua/Palmerston North weiterging. Ich freue mich schon, wenn wir uns alle in Wellington wiedersehen werden.

Cape Kidnappers

Am 14.12.15  ging es dann also nach Coromandel. Nicht zu vergessen allerdings die Tour zum Cape Kidnappers, die vorher noch anstand. Wir haben uns dafĂŒr entschieden eine Tour zu buchen anstatt zu wandern, da es von der Zeit einfach nicht gepasst hĂ€tte und es so auf dem offenen AnhĂ€nger doch ganz schön sein sollte. Um 12.00 Uhr ging es ab unserem Treffpunkt am Clifton Cafe los. Unsere Gruppe, die aus ca. 20 Leuten bestand, sollte sich auf die 2 AnhĂ€nger verteilen und ab ging die Post. Gleich am Anfang sind wir komplett durchs Wasser gefahren, dementsprechend nass waren wir teilweise, aber es war wirklich richtig cool.

NatĂŒrlich sind wir nicht gefahren 😀 Bis wir dann schließlich am Cape angelangt sind hat es eine gute Stunde gedauert, in der wir immer wieder angehalten haben um Dinge erklĂ€rt zu bekommen. Dabei ging es um die Gesteinsformationen, die Tierwelt und alles mögliche. Und ich habe an diesem Tag zum ersten Mal eine (tote) Qualle angefasst. Das Wetter war wir fast immer auf unserer Seite, und so war schon die Fahrt ein kleines Highlight.

Um auf die Spitze des Capes zu gelangen und die Tölpelkolonie zu sehen, musste man noch 30 min laufen. Oben angekommen war ich doch ganz schön ĂŒberrascht, wie nahe man dann doch an die Vögel herangekommen ist. Unser Guide hatte zwar schon erzĂ€hlt dass die Tölpel nicht wirklich was auf uns Menschen geben, so lange wir sie nicht stören, aber im Endeffekt standen wir vor einem etwa kniehohen Zaun, der uns nur 2m von den Tölpeln trennte.

Und auch abgesehen von der ziemlich großen Kolonie war es wunderschön.

Insgesamt hatten wir 1,5 h Zeit um alles zu erkunden. Wir beide sind direkt nach oben gegangen und haben dort auch Lunch gegessen, weil wir die Zeit so gut wie möglich nutzen wollten und wir uns auch ein bisschen umschauen wollten, anstatt nur einmal flĂŒchtig alles zu sehen. Und dann ging es auch schon wieder zurĂŒck auf den AnhĂ€nger. Los ging die wilde Fahrt.

Und zum Abschluss, als krönenden Höhepunkt gab es dann noch etwas zu sehen, was es erst seit ein paar Tagen gab. Wir waren also eine der ersten Zuschauer, und ohne unseren Guide hÀtten wir das mit Sicherheit nie gesehen. Ein menschliches SKELETT. Und zwar hat es scheinbar einen Erdrutsch gegeben, der das jahrhundertealte Skelett freigelegt hat.

In den nÀchsten Tagen soll es auf jeden Fall freigelegt und untersucht werden. Alles in allem ein sehr schöner Tag und ein weiterer Punkt auf der Liste, der nun abgehakt werden kann.

R E U N I O N

– nach 156 Tagen befindet sich meine Familie wieder auf dem gleichen Kontinent wie ich –
– und nach 161 Tagen werden wir uns endlich wiedersehen –

FALSCH – da Johanna und ich ja spontan unsere PlĂ€ne geĂ€ndert hatten und nach Coromandel gefahren sind, meine Familie auf ihrem Weg nach Rotorua ist UND wir so gar nicht weit voneinander entfernt sind, wie meine Eltern bemerkt haben, haben wir uns schon heute getroffen ❀ Zwar nur fĂŒr 2h, aber immerhin. Es wurden dementsprechend auch ein paar TrĂ€nchen verdrĂŒckt, aber wirklich nur ein paar 😀 Trotzdem freue ich mich sehr auf Wellington, weil wir dann ja fast 3 Wochen zusammen verbringen werden!

Der 1. Flug wurde gut ĂŒberstanden, der nĂ€chste Gott sei Dank ebenso. Nach ĂŒber 5 Monaten ist endlich der Tag gekommen, an dem der Rest der Truppe nachkommen wird, um selbst 1 Monat Neuseeland unsicher zu machen. Und das Beste: ich werde 2,5 Wochen dabei sein.

Johanna und ich werden uns mit meiner Familie in Wellington treffen, wo wir auch Weihnachten verbringen werden. Anschließend geht es dann fĂŒr Johanna und eine Freundin von ihr nach Australien, wo an Silvester das Opera House unsicher gemacht wird und das nĂ€chste Land von der Liste ‚als besucht und gesehen‘ abgehakt werden kann.
Und wir werden auf die SĂŒdinsel ĂŒbersetzen. Meine Familie mit ihrem Auto, ich mit unserem Theo. Und dann wird Urlaub gemacht. Das Delfinschwimmen in Kaikoura ist schon gebucht, Kayak gefahren wird im Abel Tasman National Park und Silvester wird in Christchurch gefeiert. Und vielleicht werde ich mich mit Alessa und Sabrina treffen können, die ja ungefĂ€hr zur gleichen Zeit im SĂŒden sein werden 🙂 Auf jeden Fall freue ich mich riesig darauf, die SĂŒdinsel mit allen zu erkunden und schon einige hot spots zu sehen, ganz andere Landschaften zu durchfahren und wieder neue StĂ€dte zu erleben. Und auch wenn ich seit dem Ende meiner au pair Zeit kein Heimweh mehr hatte (ich denke das ist Zeichen genug, wie wohl ich mich wirklich gefĂŒhlt habe), habe ich doch die Tage gezĂ€hlt, bis es endlich so weit ist. Erst noch in Monaten, dann irgendwann in Tagen, und jetzt kann ich schon sagen: nĂ€chste Woche.
Ich bin schon stĂ€ndig am Tipps geben wo man am besten tankt, einkauft oder was man am ehesten machen sollte, auch wenn es glaube ich teilweise eher belĂ€chelt wird, weil ja gewisse Vorerfahrung vorhanden ist 😀 Zwar werde ich nicht meinen ‚Flughafen-Moment‘ haben, aber es gibt eindeutig schlimmeres als sich in Wellington zu treffen und dann 2,5 Wochen zusammen zu reisen, was als au pair nicht möglich gewesen wĂ€re.

NACHTRAG – der ‚Flughafen-Moment‘ fehlt mir gar nicht, so unerwartet (mein Papa hat mir geschrieben, dass sie in ca 1h da sein könnten) war auch sehr schön 🙂

WWOOFen in Hastings/Napier

Am Montag ging es von Gisborne nach Hastings, wo wir schon letzten Monat einen WWOOFing-Platz gefunden haben. Gegen 16.00 Uhr waren wir dann schließlich da, und wurden, wie schon bei unserer ersten WWOOFing-Erfahrung, sehr herzlich begrĂŒĂŸt. Auch dieses Mal waren unsere Hosts mittleren Alters und hatten keine Kinder mehr zu Hause wohnen, wodurch es sehr ruhig war. Wir haben dann auch eigentlich nicht viel mehr gemacht, außer unsere Sachen in unseren Raum zu schaffen (der ĂŒbrigens 2 große Betten hat, was nach 2 Monaten im Auto wirklich das reinste Paradies ist) und uns umzusehen. Gearbeitet haben wir immer ca. 4 Stunden, wobei wir da ziemlich flexibel waren und die meistens so legen konnten, wie wir wollten. Meistens war es Gartenarbeit wie wĂ€ssern oder Unkraut zupfen, aber auch die unendlich vielen Beeren ernten, sich um die HĂŒhner kĂŒmmern oder einmal Fenster putzen. Alles in allem keine harte Arbeit. Großer Pluspunkt in Hastings ist, dass Napier nur 20 Autominuten entfernt liegt, wodurch wir an einem Tag ganz entspannt rĂŒber gefahren sind, um uns die berĂŒhmten art-deco HĂ€user und die Stadt generell anzuschauen. Wir sind noch auf den Bluff Hill Lookout gefahren und hatten eine richtig schöne Sicht aufs Meer und Napier in voller GrĂ¶ĂŸe.

Der absolute Hammer war aber, dass unser host frĂŒher professionell gekocht hat und mittlerweile ein eigenes Cafe besitzt. Wir wurden also jeden Abend schön bekocht (bis auf einmal, als wir alle zusammen Döner essen waren), und hatten jeden Morgen irgendwas aus dem Cafe. Einmal sind wir ihn da nachmittags besuchen gekommen und hatten einen unglaublich leckeren Lunch.

Und an unserem letzten Abend wurden wir mit zu einem BBQ, also einer neuseelÀndischen Grillparty mitgenommen, die im Nachbarort von einem ihrer Freunde geschmissen wurde. Anfangs sind wir uns zwar ein bisschen verloren vorgekommen, aber nachdem wir ein paar Leuten vorgestellt wurden und es immer spÀter wurde, hatten wir doch ein paar sehr interessante GesprÀche. Vom Essen fange ich besser nicht an, es war einfach zu gut!

Heute ist wieder Montag, der 13.12, und wir haben die Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz in Napier verbracht. Gestern waren wir wieder in der Stadt und abends in einem Planetarium, weswegen wir jetzt die Sterne, die auf der Flagge Neuseelands zu sehen sind, im Abendhimmel finden können. Und auch andere Sternenbilder, die wir gestern schon ganz stolz gefunden haben. Der eigentliche Grund dass wir noch eine Nacht geblieben sind ist, dass wir gleich um 12.00 Uhr an einer Tour teilnehmen, die uns innerhalb von 4 Stunden zum Cape Kidnappers und zurĂŒck bringen wird.

Das Cape ist ganz berĂŒhmt fĂŒr seine riesige Tölpelkolonie, die jeden Sommer wiederkommt um ihre Jungen großzuziehen. Wenn wir das nĂ€chste Mal wieder Internet haben wird es bestimmt ein paar neue Fotos geben 🙂

Und danach werden wir spontan hoch auf die Halbinsel Coromandel fahren, weil wir irgendwie doch mehr Zeit als angenommen hatten. Bilder folgen!

… und wie die Reise weiterging!

Reisen ist schön, anders und aufregend. Manchmal aber auch unkomfortabel. Man schlĂ€ft auf öffentlichen ParkplĂ€tzen, benutzt (gezwungenermaßen) öffentliche Toiletten und ‚WLAN‘ ist ein Fremdwort. Wo wir auch schon beim Thema wĂ€ren. Dadurch, dass wir kaum Internet haben, hĂ€ngt mein Blog leider sehr zurĂŒck, weswegen ich jetzt mal alles etwas kĂŒrzer fassen werde.

UNSERE bisherigen STOPS 

  1. Tauranga
  2. Matamata
  3. Taupo
  4. Tongariro National Park
  5. Rotorua
  6. Opotiki
  7. East Cape
  8. Gisborne
  9. Napier/Hastings

Von Tauranga und Matamata habe ich schon berichtet, der Rest wird jetzt zusammengefasst.

Taupo: In Taupo waren wir 3,5 Tage, und es hat sich wirklich gelohnt! Zu der Zeit war allerdings ein etwas bekannteres Radrennen, weswegen ganz Taupo bevölkert war und die Innenstadt grĂ¶ĂŸtenteils gesperrt war. Vielleicht waren dafĂŒr Dinge wie das Museum, was wir auch gemacht haben, aber auch tendenziell leerer, wer weiß. In Taupo haben wir uns unter anderem die berĂŒhmten Huka Falls angesehen, haben eine Bootstour ĂŒber den See gemacht (und uns die berĂŒhmten Felsschnitzereien der Maori angesehen) und waren im Museum. Alles in allem eine sehr schöne Stadt, allerdings touristischer als ich gedacht habe.

Tongariro National Park: UrsprĂŒnglich war der Plan auf einem kostenlosen Campingplatz zu schlafen, bis es dann irgendwann so spĂ€t und dunkel (und unheimlich) war, dass wir kurzentschlossen wieder umgedreht sind, um auf einen anderen Platz zu fahren, den wir spontan gesehen haben. Dazu muss man sagen dass wir seit geraumer Zeit schon keinen Empfang mehr hatten, also waren wir dann froh, als wir sicher untergekommen sind.
Am nĂ€chsten Morgen sind wir zum Endpunkt der berĂŒhmten Wanderung „Tongariro Alpine Crossing“ gefahren, wo wir dann vom Shuttle abgeholt wurden und zum Start gebracht wurden. Und dann ging es los. Vollbepackt mit Kamera, Wasser, und gefĂŒhlten 10kg Essen ging es dann gegen 8.00 Uhr los. Und ich kann euch sagen, es ist wunderschön! Zwar anstrengend, aber super! Die Wanderung fĂŒhrt im Prinzip zwischen 2 Bergen und auf einen Bergkamm hinauf.

Es war wie gesagt nicht ohne, aber ich denke die Bilder sagen so einiges. Es war wirklich eines der Dinge, die ich unbedingt machen wollte, und es war definitiv eines meiner bisherigen Highlights! Vom Anfang bis zum Ende – mehr oder weniger 😀

Rotorua: Die Stadt, die immer nach Schwefel stinkt. Eigentlich. In der Zeit, in der wir dort waren, hat es allerdings kaum gestunken, allenfalls ein bisschen gerochen. In Rotorua war ich zum Beispiel im Wai-O Tapu (ein ‚Park‘, der super viele geothermale AuffĂ€lligkeiten zeigt), im Maori-Dorf Whakarewarewa oder haben Minigolf gespielt.

Opotiki: Hier haben wir (Gott sei Dank) nur einen kurzen Stop eingelegt, um ein Paket von Johannas Mama auf unserem Campingplatz abzuholen, und den armen Hannes zu besuchen, der immer noch da gearbeitet hat. Unser Highlight? Als wir gefahren sind!

East Cape: Das East Cape ist der östlichste Zipfel Neuseelands, weswegen es dort auch den ersten Sonnenaufgang des Tages zu sehen gibt, da direkt hinter Neuseeland die Datumsgrenze ist. Wir sind erst spĂ€t abends angekommen, auf unseren wieder einmal kostenlosen Campingplatz, der sich letzten Endes als hĂŒgeligen Acker mit Plumpsklo herausgestellt hat. Und auf dem Weg dorthin gab es massenweise Pferde und KĂŒhe, die im stockdustern auf der Straße gestanden haben… schon ein bisschen gruselig. Am nĂ€chsten Morgen sind wir um 4.00 Uhr aufgestanden, und waren um Punkt 5.00 Uhr oben am Leuchtturm, wo es gerade begonnen hatte zu dĂ€mmern. Und auch wenn der Weg aus gefĂŒhlten 1000 Stufen bestand und wir totmĂŒde waren, hat es sich definitiv gelohnt. Außer uns waren noch ca. 10 andere Backpacker da, die teilweise besser ausgerĂŒstet waren als manch professioneller Fotograf.

Gisborne: Gisborne ist ein kleines schönes StĂ€dtchen, was auffĂ€llig viele Palmen in der Innenstadt hat. WĂ€hrend wir dort waren, haben wir uns eine Winter Wonderland Parade angeschaut, waren am Strand und haben eine gefĂŒhrte Rifftour gemacht, bei der wir Stachelrochen gesehen und sogar gefĂŒttert. Gisborne hat definitiv Charme, aber es reicht mir fĂŒr einen Besuch oder einen Urlaub, leben mĂŒsste ich hier nicht.

Und im Moment sind wir in Hastings, nahe an Napier und wwoofen wieder, den Beitrag dazu wird es also irgendwann spĂ€ter geben. Wie es nach Sonntag, da fahren wir nĂ€mlich weiter, aussehen wird ist auch noch nicht klar, da wir sehr flexibel sind, aber das wird sich zeigen 🙂

Matamata

In Matamata waren wir genau 1 Tag. Wie wir es immer am Anfang unserer StĂ€dtetouren machen, waren wir auch hier direkt am Anfang in der i-site, was einer deutschen Touristeninformation gleich kommt. Unser nĂ€chster Stop waren die Wairere Falls, die 10 Autominuten außerhalb Matamatas sind und die höchsten der kompletten Nordinsel. Der Weg bis zum Aussichtspunkt hat ca. 1 Stunde gedauert, die Option bis nach ganz oben zu laufen haben wir ausgeschlagen, da das Wetter nicht mehr ganz so einladend aussah. Die WasserfĂ€lle sind 153m hoch, was ziemlich beeindruckend war, aber bestimmt erst richtig spektakulĂ€r ist, wenn man ganz oben steht und die volle Höhe von oben sieht.

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Nachdem wir erstmal Fotos gemacht und eine Essenspause eingelegt haben, ging es dann auch schon wieder hinab und ins Auto.

NĂ€chster Stop war das Firth Tower Museum. Es wurde 1882 erbaut und sollte damals als Aussichtspunkt und Unterkunft fĂŒr ledige MĂ€nner dienen. Man konnte 13 GebĂ€ude sehen, zum Beispiel eine alte Schule, Scheune oder den Turm, und alles in allem war es wirklich sehr schön, interessant und gepflegt. Man braucht zwar nicht viel lĂ€nger als 30-40 min, aber sehenswert ist es trotzdem.

Und schließlich unser letzter Stop des Tages: ein Schwimmbad. Ich habe ja schon mal erwĂ€hnt dass wir versuchen, weitestgehend auf kostenlosen CampingplĂ€tzen zu schlafen. Normalerweise bedeutet das, dass man einen Stellplatz auf einer Wiese und Toiletten, nicht selten in der Form eines Plumpsklos hat. Und so hatten wir 2 gute GrĂŒnde hinzugehen. Einmal das Schwimmbad und die Hitze an sich, und andererseits eine vernĂŒnftige Dusche. Danach sind wir eigentlich nur noch durch das Zentrum von Matamata geschlendert und haben uns ein bisschen umgeschaut. Mein Fazit: schöne kleine Stadt, allerdings sehr touristisch und ohne Herr der Ringe wahrscheinlich komplett unbekannt.

Herr der Ringe, gutes Stichwort. Jeder, der ein bisschen ĂŒber Neuseeland weiß, weiß normalerweise auch, dass sich dort Hobbiton befindet, das Hightlight fĂŒr alle Herr der Ringe Fans. Wir haben es erst noch ĂŒberlegt, uns dann aber doch dagegen entschieden und abgemacht, es dann auf dem RĂŒckweg zu machen, da wir beide nicht die Filme gesehen/BĂŒcher gelesen haben und uns dafĂŒr 79$ zu happig waren.

Tauranga

Montag ging es dann endgĂŒltig los. Nachdem wir unser Geld in Form eines Checks bekommen haben und noch die letzten EinkĂ€ufe erledigt hatten, ging es auf direktem Wege nach Tauranga. Unseren einzigen Stop haben wir in Te Puke bei der berĂŒhmten 360° Kiwi gemacht. Erstens lag es fast auf dem Weg, und zweitens haben wir jetzt verdammte 4 Wochen mit Kiwis gearbeitet, deswegen haben wir uns das mal zugestanden 😀

egen 9.00 Uhr sind wir schließlich auf unserem Campingplatz angekommen. Wir wollen versuchen, unsere Reise so billig wie möglich zu halten, und wo könnte man da besser sparen als an der Unterkunft? Wir haben uns also fĂŒr einen kostenlosen Campingplatz mitten in der Stadt entschieden, der im Prinzip ein Parkplatz mit öffentlichen Toiletten ist und direkt neben einem Ruderclub und einem großen Spielplatz liegt.

 

Auch wenn sich das alles andere als romantisch anhört ist es doch an sich ganz schön, weil wir direkt am Wasser sind und es auch nicht so voll ist, man kann also in Rufe frĂŒhstĂŒcken.

T A G  1

  1. Mt. Maunganui
    → Der Mt. Maunganui ist ein ziemlich berĂŒhmter Berg im Norden Taurangas, von dem man einen super Blick auf die komplette KĂŒstenlinie hat. Wir sind in ca. 1 Stunde hinaufgestiegen, haben oben eine lange Pause und Fotos gemacht, und sind anschließend wieder zurĂŒckgelaufen.
  2. Eis essen
    → Eisdielen gibt es ja kaum, aber immerhin gab es einen Laden der auf deutsche Eisdiele gemacht hat. Die haben einfach ein paar Sorten aus dem Supermarkt gekauft und haben sie nebeneinander gestellt. Fertig. Aber immerhin haben sie es versucht. Und nach der Wanderung haben wir uns das auch verdient gehabt.
  3. Halbinsel
    → Nach unserer kleinen Pause (mit dem Eis am Strand) haben wir uns entschieden, auf die kleine Halbinsel zu laufen. Lang und wirklich breit war sie nicht, aber dafĂŒr umso schöner!
  4. Monmouth Redoubt + RosengÀrten
    → Das Monmouth Redoubt war frĂŒher eine Festung, von der heute nur noch ein paar kleine Mauern und eine Kanone ĂŒbrig ist, plus eben die RosengĂ€rten. Ich hab es mir irgendwie bisschen interessanter vorgestellt, aber trotzdem ein schönes PlĂ€tzchen.

     

  5. Hairy McLairy
    → In Tauranga gibt es (erst seit kurzem glaube ich) die Statuen von Hairy McLairy, einem Hund und seinen Freunden aus einer ganz bekannten Kinderbuchreihe. Und da dann doch noch ein bisschen au pair in uns steckt und wir die BĂŒcher nur zu gut kennen, wollten wir uns das nicht entgehen lassen.
  6. Pfannkuchen
    → An dem Tag haben wir auch zum 1. Mal unseren Gaskocher benutzt und gleich einen Haufen Pfannkuchen gemacht, die besser gelungen sind als gedacht

 

T A G  2

  1. Kaiate Falls
    → Unser 1. Stop war bei den Kaiate Falls, zu denen wir einen kleinen Walk gemacht haben. Schon auf dem Weg gab es wunderschöne kleinere Falls zu sehen, aber die eigentlichen waren einfach unbeschreiblich. An sich war es nur ein Wasserstrahl der in ein ziemlich rundes Becken gefallen ist, aber die Farben und generell der ganze Ort waren total schön!

    Die Bilder sind im Vergleich zur RealitÀt richtig hÀsslich.

  2. Historic Village
    → Das Historic Village zeigt das Tauranga der Vergangenheit. Insgesamt sehr sĂŒĂŸ gemacht und auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man die Zeit hat.
  3. Elms Missions House
    → Das Elms Missions House ist die Ă€lteste europĂ€ische Hinterlassenschaft in der Bay of Plenty. Insgesamt gibt es eine Kirche, ein Haupthaus, einen Schuppen, eine BĂŒcherei und einen schön angelegten Garten
  4. Stadt und Essen
    → Nach unseren ganzen kulturellen AktivitĂ€ten haben wir uns dann noch ein bisschen die Stadt angesehen, Dinge erledigt wie einkaufen oder Fotos ausdrucken, und sind nachher direkt an der KĂŒstenpromenade essen gegangen. Es gab nĂ€mlich ein Angebot fĂŒr einen Burger nach Wahl mit Pommes fĂŒr 15$, Wasser gibt es immer umsonst, und dann haben wir spontan beschlossen einfach mal essen zu gehen.

Am nĂ€chsten Morgen haben wir nur gefrĂŒhstĂŒckt und sind dann nach Matamata gefahren.

Es geht los, es geht los…

Nach langem hin und her geht es jetzt heute endgĂŒltig los. Und ich muss sagen, ich bin erleichtert. Dieses ganze ‚System‘ hier, die UnzuverlĂ€ssigkeit und WillkĂŒr sind mir am Ende so auf die Nerven gegangen! Schon auf den Plantagen hört man die ganze Zeit nur ‚Hurry, hurrry‘, ‚No talking‘ oder ‚Both hands‘ (Schnell schnell, nicht reden, beide HĂ€nde). Und bis man mal auf die Plantage kommt dauert es auch immer gefĂŒhlte Ewigkeiten. Klar, unsere Arbeit ist wetterabhĂ€ngig und deswegen bekommen wir auch jeden Morgen eine Nachricht, wann es losgehen kann, aber wenn es um 8.20 Uhr heißt, dass man um 8.40 Uhr an der Plantage sein muss, ist es doch bisschen grenzwertig. Oder wenn man morgens um 6.15 Uhr aufsteht, dann gesagt bekommt dass man um 9.30 Uhr startet, fast schon im Auto sitzt, dann eine Stunde spĂ€ter starten soll und leztendlich an dem ganzen Tag nicht mehr arbeitet – ohne eine endgĂŒltige Absage zu bekommen -, ist es richtig Ă€tzend. Ich wurde schon regelrecht aggressiv wenn ich eine Nachricht bekommen habe oder einen von denen nur gesehen habe. Oder wenn man in der 4. Woche immer noch HĂ€nnes anstatt Hannah, Li anstatt Lea, Zappina anstatt Sophia, oder Jogalla anstatt Johanna genannt wurde. Und das obwohl unsere Gruppe nicht groß war und wir immer die gleichen Aufseher hatten.

Geplant war es auch, dass wir heute gegen 10/11 Uhr losfahren, um noch einen halben Tag fĂŒr Unternehmungen zu haben. Dann hieß es, gegen 13.00 Uhr bekommen wir unser Geld fĂŒr letzte Woche, was wir sonst am Freitag ĂŒberwiesen bekommen hĂ€tten. Haben wir es bekommen? NatĂŒrlich nicht. Er kam total gehetzt in der Mittagspause und hat gesagt, dass wir doch bitte gegen 16.45 Uhr an seinem Haus sein sollen, er hĂ€tte jetzt keine Zeit.

Organisation? Fehlanzeige!

Aber wenn wir dann das Geld endgĂŒltig in der Tasche haben sind wir auch endlich weg. EndgĂŒltig! Das Auto ist aufgerĂ€umt, die WĂ€scheleine abgehĂ€ngt und das Essen aus dem KĂŒhlschrank in unserer KĂŒhltasche verstaut. Die geplanten AktivitĂ€ten werden wir wohl auch ohne den halbben Tag schaffen, wenn nicht wird einfach einer drangehangen.

Übernachtet haben wir ĂŒbrigens auf dem Campingplatz Island View Family Holiday Park. Da haben wir pro Nacht als Backpacker 10$ gezahlt, was ziemlich gĂŒnstig ist, und die waren es auch absolut wert! Die Duschen und Toiletten waren immer absolut sauber und das Wasser unbegrenzt lange warm, es gab immer fĂŒr alle kostenloses Internet und man konnte sich Kajaks und Kanus ausleihen. Es gibt 2 KĂŒchen, die zwar zugegeben nicht die allergrĂ¶ĂŸten waren, aber auf jeden Fall total ausgereicht haben und auch eigentlich ganz gut ausgestattet waren, und einen großen Aufenthaltsraum fĂŒr Regentage. Ach ja, nicht zu vergessen den Pool und den Tennis- bzw. Volleyballplatz. Wer also mal in Opotiki arbeitet und eine Unterkunft sucht, immer auf diesen Campingplatz. Er liegt zwar ca. 5km außerhalb vom Stadtzentrum, aber das ist hier auch eher ein Vor- als Nachteil.

Einfach jeder, vom Bewohner ĂŒber den Campingplatzbesitzer und die Vermittlerin unseres Jobs haben uns mehr als einmal gewarnt im Dunkeln auf die Straße zu gehen, sich generell mit den Einwohnern anzulegen und unser Auto immer abzuschließen.
Und Opotiki könnte wirklich eine schöne, kleine KĂŒstenstadt sein, wenn es nicht angeblich von aggressiven Maoris, Gangstern und den ganzen komischen Plantagenaufsehern wimmeln wĂŒrde. Ob das alles so stimmt weiß ich nach 4 Wochen natĂŒrlich nicht, aber die Erfahrungen die wir hier gemacht haben waren schon so, dass wir ganz glĂŒcklich waren von allem etwas Abstand zu haben.

Alles in allem werde ich es trotzdem ein bisschen vermissen. Jeden Morgen aufzustehen und eigentlich keine Garantie fĂŒr nichts zu haben, sich ĂŒber unsere Arbeitgeber aufzuregen oder ĂŒber die Zeiten. Wenn es anfing zu regnen und alle Arbeiter angetrieben wurden, immer nĂ€her zusammengerĂŒckt sind und schließlich alle in einer Reihe standen, um alles noch fertig zu machen. Vor allem die gemeinsamen Abende, bei denen wir zusammen gekocht und gelacht haben. Unseren Campingplatz, der wirklich so super ist.

Deswegen hier ein paar unserer ‚Highlights‘

  • unser Ofen hat gebrannt
  • Fahrweise unserer Arbeitgeber (Inder)
  • Hannes wurde von einem Polizisten mit Maschinengewehr angehalten, weil ein Schwerverbrecher gesucht wird
  • ‚Mitarbeiter‘ von uns haben das Auto von unserem Chef angefahren
  • der Hund auf der Plantage klaut Brotdosen
  • die super Herdplatte kocht auf ‚Low‘ ĂŒber
  • der KĂŒhlschrank ist immer ausgelaufen
  • als Haustiere gab es Kakerlaken

Ich freue mich zwar richtig doll jetzt weiterzuziehen, aber bisschen werde ich es glaube ich doch vermissen. Vor allem dass wir jetzt wieder zu zweit sein werden, ist bestimmt wieder komisch.

Und jetzt noch zum Schluss an alle, die mich besser kennen: Ihr wisst, wie sehr ich die Schul gehasst habe! Und immer habe ich gesagt, dass es wohl noch Jahre dauern wird, bis ich sie vermissen werde, wie mir immer alle so schön prophezeit haben.
Und wie ist es gekommen? Schon vor 2 Monaten habe ich gedacht, meine GĂŒte, Schule wĂ€re jetzt schon was schönes. Wenn man keine Lust hat, setzt man sich einfach hin und macht nichts, man hat geregelte Zeiten und vor allem Freizeit. Was mir aber ĂŒberraschenderweise am meisten fehlt, ist DENKEN. Schon als au pair drehte sich ja alles nur um Hunger, AktivitĂ€t und Ordnung, aber jetzt beim W&T dann eben um Kiwiknospen. Ich vermisse ehrlich gesagt schon meine Mathe- und Wirtschaftsstunden aus der Schule! Und deshalbt freue ich mich auch schon ĂŒbertrieben doll auf die Uni, auch wenn ich natĂŒrlich meine Zeit hier total genieße, denke ich nicht, dass ich große Probleme haben werde in die Uni zu gehen und meine momentane ‚Freiheit‘ sozusagen wieder zu verlieren.

Travel down the East Coast…

Geplant war fĂŒr uns, dass wir 4 Wochen in Opotiki auf der Plantage arbeiten werden. Zwischendurch haben wir und allerdings dafĂŒr entschieden, es noch auf eine weitere Woche auszuweiten. Einmal weil ĂŒber 4 Wochen doch ziemlich lange ist fĂŒr eine relativ kurze Strecke, und andererseits eben wegen dem Geld. Arbeiten auf einer Plantage ist nĂ€mlich abhĂ€ngig vom Wetter, und letzte Woche haben wir gerade mal 2,5 Tage gearbeitet.
Sicher ist das aber auch wieder nicht, denn gestern haben wir von unserem Chef die Nachricht bekommen, dass ab nĂ€chster Woche keine MĂ€dchen bzw. Frauen mehr gebraucht werden, da eine neue Stufe der Kiwi’zucht‘ beginnt, die mĂ€nnlichen Pflanzen werden nĂ€mlich ab Montag geschnitten, und das ist wohl eine ziemlich harte Arbeit.
Aber wie wir unsere Leute hier kennen, kann sich das alles noch 100 mal Ă€ndern. Also vllt haben wir GlĂŒck und bekommen doch noch Arbeit, wenn nicht geht es eine Woche frĂŒher los. Und da wir uns da mal drauf einstellen, haben wir uns auch schon eine WWOOFing-Stelle gesucht, bei der wir fĂŒr eine Woche bleiben wĂŒrden, damit wir da ein bisschen Geld sparen können.

So, jetzt zu unserer eigentlichen Reiseroute. Wir wollen als allererstes nach Tauranga fahren, gefolgt von Matamata (also Hobbiton) und Taupo, dann machen wir als nĂ€chstes das Tongariro Crossing und fahren weiter nach Rotorua. Und dann geht es wirklich an die OstkĂŒste, an der wir das East Cape, Gisborne, Napier und Hastings, und kleinere Sachen wie das Cape Kidnappers ansehen wollen. Und dann geht es weiter durch die Mitte nach Palmerston North und unten stoßen wir beim Cape Palliser wieder an die KĂŒste, und der letzte Punkt unserer Reise ist Wellington, wo wir auch Weihnachten feiern werden und meine Familie treffen. Das ist natĂŒrlich das Highlight fĂŒr mich. Ich freue mich zwar auch wahnsinnig auf unsere Reise, auf das Schlafen auf kostenlosen CampingplĂ€tzen, bei denen es sehr oft nur ein Plumpsklo gibt, und einfach darauf, die Natur zu erleben. Und dann am Ende treffe ich nach exakt 166 Tagen meine Familie wieder. Und was dem ganzen noch die Krone aufsetzt, ist, dass wir im gleichen Hostel sind wie Lea und Sophia, die wir ja hier kennengelernt haben.

Wir werden sehen wann wir loskommen, wie lange wir wo bleiben (wir haben einen Plan, aber der kann sich ja wetter- und sonst was bedingt wieder Àndern) und wen wir alles kennenlernen. Aber egal wie es wird, es wird bestimmt super!

Johanna und ich beim 'Tauranga Bridge Walk'

Johanna und ich beim ‚Tauranga Bridge Walk‘

A U T O

Wie mittlerweile schon alle mitbekommen haben, haben Johanna und ich uns ein Auto gekauft. Und seitdem endlich die Startschwierigkeiten bewÀltigt sind, geht es auch richtig super!

GrĂŒnde

  1. MobilitÀt
  2. FlexibilitÀt
  3. UnabhÀngigkeit

Eckdaten

  1. Mazda MPV
  2. 1999
  3. 230.000 km

Wir haben uns aus den oben genannten GrĂŒnden sehr schnell dafĂŒr entschieden ein Auto zu kaufen, aber der Weg dahin war alles andere als einfach.
Da wir ja als au pairs angereist sind, haben wir dementsprechend auch ein anderes Budget als die meisten Backpacker, da wir ja mit einem festen Gehalt gerechnet haben, und Dinge wie ein Auto gar nicht geplant haben. Das war dann schon etwas schwerer mit unseren Vorstellungen zu vereinbaren, da wir gerne einen Familien-Van mit Schlafmöglichkeit haben wollten, und da geht es meist so ab 3500-4000$ los, was fĂŒr ein Auto natĂŒrlich nicht viel ist, aber wenn es als ungeplante Ausgabe kommt, dann doch viel ist. Mit Familien-Van sind Modelle wie ein Toyota Estima oder ein Honda Odyssey gemeint, die immer noch normale Autos sind, aber eben groß genug fĂŒr alles (GepĂ€ck) und ein Bett.

Wir haben dann eigentlich immer auf Facebook Ausschau gehalten und auf trademe geschaut, was so ungefĂ€hr wie Ebay ist (da kann man alles kaufen, sogar KĂ€lbchen). Blöderweise haben wir uns fĂŒr unseren Autokauf die dĂŒmmste Zeit im Jahr ‚ausgesucht‘: FrĂŒhling, wenn alle anderen Backpacker auch kommen und so alle guten Autos innerhalb von 5 sek weg sind oder alle Preise in die Höhe schießen. Schnell war also klar dass wir ĂŒber Facebook nicht fĂŒndig werden, also wurde auf trademe weitergesucht. Wir haben auch ziemlich schnell ein paar in Frage kommende Autos gefunden, die wir uns dann auch zeitnah anschauen kommen konnten. Das Problem war allerdings immer der Transport, der es ziemlich schwer gemacht hat, einigermaßen pĂŒnktlich anzukommen. Und was wir wĂ€hrend der ganzen Zeit so erlebt haben, kann man sich wirklich nicht vorstellen..

MERKE – Auto kaufen ist nicht leicht

Der erste HĂ€ndler hatte seinen Betrieb auf einem richtig komischen GelĂ€nde. Eine Schotterpiste, hĂŒgelig bis zum geht nicht mehr, auf der gefĂŒhlt 1000 Autos gestanden haben. Das war alles schon ein bisschen dubios, aber als wir dann ernsthaftes Interesse an einem Auto gezeigt haben wurde verweigert, das Auto fĂŒr den nĂ€chsten Tag zu reservieren, da es an diesem Tag zu dunkel war um noch einmal eine Probefahrt zu machen, und eine ‚Untersuchung‘ (ob auch der Motor etc gesund ist) wurde auch rigoros abgelehnt. So viel also zu den seriösen HĂ€ndlern.

Als wir dann endlich unser Auto gefunden haben, waren wir total begeistert! Das Auto sah im Vergleich zu den anderen Karren richtig gut aus, ließ sich gut fahren und hatte gute Eckdaten. Und eine RĂŒckbank, die man im Boden versenken kann, wodurch man die Sitze drinnen lassen kann und keinen Stauraum unter dem Bett verliert. Bett etc war damals nĂ€mlich noch nicht drinnen, da wir die ersten Backpacker sind. Und das wichtigste, der Preis, war auch gut.

Wir haben natĂŒrlich wieder alles durchchecken lassen, damit wir uns auch ja keine Schrottlaube ans Bein binden, und das Ergebnis war durchwachsen. An sich stimmte alles, allerdings gab es ein Auspuff-Leck, was sich durch das ganze Auto gezogen hat. Wiederum gut war aber, dass uns der HĂ€ndler einen neuen TÜV versprochen hatte, und da ein Auto mit so einem Leck nicht durch den TÜV kommen wĂŒrde, musste er es reparieren lassen. Und das beste an dem ganzen Tag: der Mechaniker, der alles geprĂŒft hat, hat uns einen Freund empfohlen, der uns ein Bett einbauen kann.

Dann aber der DÀmpfer. Als wir bei dem Freund des Mechanikers unser Bett abgeholt haben und vom Hof gefahren sind, haben wir einen Anruf bekommen, dass er das Leck wieder gehört hat. Na toll, haben wir also schon wieder Geld in das Bett etc investiert, und dann sowas.

Wir waren erstmal total vor den Kopf gestoßen, und wussten gar nicht weiter.

Das Ende vom Lied, und ich erspare jetzt mal alle Einzelheiten, war, dass der HĂ€ndler Gott sei Dank fĂŒr den Schaden aufgekommen ist. Es ist jetzt auch wirklich komplett repariert, aber der Weg dahin war schrecklich. Wir mussten mit dem VerkĂ€ufer streiten, unseren WWOOFing-Job zweimal verschieben, noch mehr Geld in Hostels stecken und was weiß ich was. Und dazu noch das GefĂŒhl, dass sich keiner um einen kĂŒmmert und man allen eigentlich egal ist. Außer Freunden und Familie, die entweder selbst keine Ahnung haben, oder 18000 km weit weg sind.

Jedenfalls habe ich mir das alles etwas einfacher vorgestellt. Das Auto haben wir relativ schnell gefunden, aber danach ging der ganze Ärger ja eigentlich erst los. Und man kann sich nicht vorstellen, in welchen WerkstĂ€tten wir da waren. Teilweise sind da 5 Inder rumgelaufen, alle natĂŒrlich in Hausschlappen, konnten kein Englisch und haben nichts, aber auch ĂŒberhaupt nichts gearbeitet. Wir haben einmal fast 5 Stunden gewartet, nur um zu hören, dass TATSÄCHLICH etwas kaputt ist.

Naja, ist ja letzten Endes alles nochmal gut gegangen.

Nach dem Bett (man kann es falten, sodass man die Sitzbank aus dem Boden holen kann und Platz fĂŒr 2 weitere Leute hat) haben wir uns dann noch Dinge wie große Plastikboxen gekauft, um Essen, Putzsachen etc unterzubringen. Nach und nach haben wir uns noch um Geschirr, Besteck, Gaskocher und -flaschen vergrĂ¶ĂŸert, und sind jetzt richtig ausgestattet.

Und das Auto hat sich wirklich bezahlt gemacht. Ohne das wĂ€re es nie möglich gewesen, so spontan und schnell zu unserer Arbeit zu kommen, und auch an dem ersten Abend hier, als es nicht genĂŒgen UnterkĂŒnfte gabe, konnten wir auf unser Auto ausweichen.

Ich bin auf jeden Fall richtig froh, dass wir unseren Theo(dor), wie wir ihn auf den Vorschlang meiner Schwester genannt haben, haben!

Whangarei – Auckland – Tauranga – Opotoki

Am Freitag, den 23.10.15 ging es dann los zu unserem ersten richtigen Job. Gefunden haben wir ihn durch einen Facebook-Post, nach dem angeblich noch bis zu 50 Arbeiter auf einer Kiwi-Plantage gesucht werden. Da wir ja nichts zu verlieren hatten habe ich einfach mal angerufen, und siehe da, wir haben tatsĂ€chlich GlĂŒck gehabt! Allerdings meinte die Frau dass wir schon am Freitag da sein sollen, ansonsten könnte sie uns keine Garantie geben, dass die restlichen PlĂ€tze noch verfĂŒgbar sind. Wir mussten uns also entscheiden. Entweder wĂŒrden wir hier sofort alle Zelte abbrechen, uns auf eine telefonische Aussage verlassen und unseren ursprĂŒnglichen Plan, noch nach Cape Reinga etc zu fahren, ĂŒber den Haufen werfen. Oder wir gehen das Risiko ein dass wir den Job nicht bekommen, haben aber dafĂŒr den Norden abgehakt.

Letztendlich haben wir uns dafĂŒr entschieden, einfach auf Risiko zu setzen und zu fahren. Verlieren konnten wir wie gesagt nur den Plan, erst den Norden abzugrasen, ansonsten nichts. Wenn wir den Job nicht bekommen hĂ€tten wĂ€ren wir immerhin in der Gegend, wo im Moment alle Plantagen bearbeitet werden. Oder wir hĂ€tten uns einfach eine neue WWOOFing-Stelle gesucht.

Um kurz nach 8 Uhr ging es dann los, nach einem letzten, sehr leckeren FrĂŒhstĂŒck mitsamt Abschiedsfoto und einer Eintragung ins GĂ€stebuch. Wir haben uns wirklich keine einzige Pause gegönnt, außer gelegentlichen Fahrerwechseln und Klopausen. Denn typischerweise habe ich an dem Morgen eine SMS bekommen, dass wir anstatt um 18.30 um 16.30 Uhr da sein sollen. Wir haben uns wirklich bemĂŒht, pĂŒnktlich zu sein, und haben es sogar bis auf 20 min geschafft. und irgendwie ist es richtig heftig, dass wir auf unserem Weg Whangarei, Auckland und Tauranga durchquert haben, bis wir schließlich hier in Opotiki angekommen sind.

Wir waren dann also da und haben uns wie abgesprochen vor einer Bank getroffen. Abgeholt hat uns aber nicht die eigentliche Frau, sondern eine Freundin von ihr, bei der wir dann auch (bei ihr zu Hause!) gewartet haben. Also wirklich, ich hab echt gedacht ich spinne. Wir hetzen uns ab und gönnen uns keine einzige Pause, und dann werden wir von einer Freundin in Empfang genommen, bei der wir dann zu Hause warten. Warten, warten, warten. Das einzig gute an der ganzen Sache war, dass wir gleich 4 andere (deutsche) Backpacker kennengelernt haben, mit denen wir uns bis jetzt auch richtig gut verstehen, so war es also nicht ganz so langweilig. Aber es war trotzdem bisschen komisch, saßen wir da, 6 Backpacker, in einem völlig fremden Haus, eingequetscht auf kleinen Sofas voller Tierhaare. Letztendlich haben wir trotzdem bis 19.00 Uhr gewartet, was einerseits hieß dass unsere BemĂŒhungen vollkommen umsonst waren, und andererseits, dass wir nicht mehr auf den Campingplatz fahren können, weil die Rezeption geschlossen hatte.

Und das was jetzt kommt war wirklich das merkwĂŒrdigste, was ich seit langem erlebt habe. WĂ€hrend wir uns mit den anderen Backpackern unterhalten haben kam raus, dass ihnen versprochen wurde, dass sie eine Unterkunft bekommen. Das stand zwar wirklich auch in dem Post, aber uns wurde gar nichts darĂŒber gesagt, deswegen waren wir uns nicht sicher und haben den Campingplatz gebucht. Und unsere Unsicherheit hat sich komplett bewahrheitet! Irgendwann kam dann besagte Frau und hat erstmal mich und Johanna unter die Lupe genommen, ob wir denn rein theoretisch in unserem Auto schlafen können. Ja, können wir, aber was ist mit den anderen? Ja, also fĂŒr 2 von ihnen gibt es wohl eine Unterkunft, fĂŒr die anderen beiden nicht. WAS? Gott, wir waren sowas von geschockt! Warum kĂŒmmert die sich denn nicht darum? Vor allem wusste sie ja dass wir kommen, und sie wusste nicht dass Johanna und ich im Auto schlafen können, das heißt, eigentlich hatte sie fĂŒr 4 von uns keinen Schlafplatz.

Am Ende war es dann so, dass wir zu unserem Chef gefahren wurden (also irgendwie sind wir bei dem angestellt und er bei der Firma direkt, aber ganz blicke ich das auch nicht), wo die beiden Betten standen, die beiden Jungs sollten auf die Couch und wir mit unserem Auto in die Einfahrt.

Und da saßen wir wieder in einem fremden Haus, auf einem fremden Sofa, und wussten nicht so recht, was mit uns geschieht. Johanna und ich sind dann direkt einkaufen gefahren und haben uns und die anderen zumindest fĂŒr den Abend versorgt. Und auch wenn sich das so trocken anhört, es war uns allen nicht so geheuer. Vor allem weil das Wohnzimmer auch gleichzeitig irgendwie sein Arbeitszimmer ist, und in so billigen Plastikregalen die VertrĂ€ge rumgeflogen sind.Sehr merkwĂŒrdig. An dem Abend waren wir auf jeden Fall heilfroh, dass wir unser Auto mit Bett haben, und so nicht auf was anderes angewiesen sind.

Innerhalb der nÀchsten Tage hat sich dann aber alles geklÀrt, wir konnten auf den Campingplatz fahren und der Rest hat eine bessere Unterkunft bekommen. Um das aber schon vorweg zu nehmen: der Campingplatz ist super! Total viele junge Leute, alles sehr sauber und gut ausgestattet!

Unser erster Arbeitstag war dann der Sonntag, an dem wir dann auch direkt mal 9 Stunden arbeiten mussten, so als ‚lockerer‘ Einstieg. Unsere Aufgabe ist eigentlich sehr simpel. Da die Kiwis ja noch ganz am Anfang sind, mĂŒssen wir im Prinzip nur die Knospen ausdĂŒnnen, damit die verbliebenen genĂŒgend Platz und Licht abbekommen. Anstrengend ist allerdings das stĂ€ndige nach oben schauen und dass man eigentlich beide HĂ€nde gleichzeitig benutzen muss. Und da ich nur 1,56m groß bin, ist das fĂŒr mich ein echtes Problem. Am ersten Tag hatte ich richtig Probleme, ĂŒberhaupt an die Pflanzen heranzukommen, mittlerweile sind wir eigentlich immer auf irgendwelchen anderen Plantagen, aber auch da stehe ich dauerhaft auf Zehenspitzen und hĂ€nge praktisch an den Ästen dran. Aber er geht einigermaßen. Trotzdem habe ich jeden Abend praktisch eine Nackenstarre und schmerzende Arme, weil es dann doch nicht so einfach ist, wie es aussieht.

Wir arbeiten eigentlich jeden Tag in der Woche. Einen freien Tag hat man, den man auch selbst festlegen kann (wenn da nicht gerade jeder frei haben will), und wenn es regnet kann auch nicht gearbeitet werden. Teilweise freue ich mich darĂŒber, weil es wirklich anstrengend ist wenn man auf einmal so viel, so ungewohnte Arbeit hat, aber dann gibt es eben auch kein Geld.

Wir sind ja jetzt schon genau 1 Woche hier, bleiben wollen wir noch ca 3, sodass wir dann danach genĂŒgend Geld haben, um die OstkĂŒste (mit kleineren Abstechern ins Landesinnere) runter nach Wellington abzufahren.

Und ich sag mal so. Die Arbeit macht keinen Spaß und wirkt auch immer noch nicht sehr seriös. Wir bekommen zum Beispiel jeden Morgen per SMS gesagt, ob, wann und wo wir am jeweiligen Tag arbeiten werden. Oder wir mĂŒssen uns unser Geld immer die Woche danach bei unserem Chef zu Hause abholen, wo er dann, ganz wie im Film, mit geleckten Fingern die Geldscheine abzĂ€hlt, die er aus einer Sporttasche holt. Aber andererseits gibt es bestimmt viel schlimmere und anstrengendere Arbeiten, und solange wir unser Geld bekommen, soll mir das recht sein.

Whangarei

Am Mittwoch habe ich bei einem Job angerufen und eine telefonische Zusage bekommen. Am Donnerstag wurde alles vorbereitet und am Freitag nach dem FrĂŒhstĂŒck direkt losgefahren.

So sah ungefĂ€hr meine letzte Woche aus. Am Dienstag hatten wir einfach so einen freien Tag, weil der Farmer ein neues Kalb kaufen wollte und seine Frau unterrichten musste, also haben wir beschlossen nach Whangarei zu fahren. Gegen 8.30 ging es dann auch schon mit Sack und Pack los, da wir so viel Zeit wie möglich zur VerfĂŒgung haben wollten. Der erste Stop war dann in der stĂ€dtischen BĂŒcherei, da Johanna mit ihrem Freund skypen wollte und ich eigentlich ein paar Bilder hochladen wollte, aber typisch, das Internet hat nicht funktioniert (die Farmer haben nur begrenztes Internet) 🙈 Danach ging es weiter ins Stadtzentrum, wo wir erstmal ein Eis gegessen haben, in der Touristeninformation waren und den Hafen angeschaut haben. Whangarei gefĂ€llt mir wirklich gut, es ist einfach eine kleine, entspanne Stadt mit Charme. NĂ€chster Punkt des Tages war der AH Reed Forest, in dem man einen Kauri Baum ansehen konnte. Kauris sind unfassbar alte und große BĂ€ume, fĂŒr die Neuseeland berĂŒhmt ist. Wir sind also dorthin gefahren und haben die Wanderung bis dort gemacht und spontan beschlossen, noch weiter bis zu den Whangarei WasserfĂ€llen zu laufen. Alles in allem eine schöne Wanderung durch typisch neuseelĂ€ndischen Wald.

Weiter ging es anschließend noch ins Botanica, sozusagen ein botanischer Garten fĂŒr einheimische Pflanzen. Irgendwie hatten wir uns das bisschen grĂ¶ĂŸer vorgestellt, und mit mehr unterschiedlichen GewĂ€chsen, aber es war trotzdem schön! Und glaubt mir, es gibt 1000 Farne.

Der letzte Programmpunkt war einfach noch mal die Innenstadt mit einem Café, einerseits als schönen Abschluss und nochmal alles ansehen, andrerseits weil wir durch das freie WLAN unser Sportprogramm runtergeladen haben.

Abends ging es dann zurĂŒck zur Farm, wo wir nur noch gekocht haben.

Im Moment sind wir bei unserem ersten Job und haben nur sehr schlecht Internet, dazu kommt noch dass mein PC ohne Ladekabel nicht zu benutzen ist, deswegen kommen in letzter Zeit nur so sporadisch Fotos bzw auch BeitrĂ€ge, weil alles ĂŒber das Handy lĂ€uft. Aber vllt (hoffentlich) findet sich ja noch eine Lösung!

WWOOFing auf einer kleinen Farm…

Mittwoch ging es endlich los! Zu dem endlich wird noch ein ganz eigener Artikel kommen, das wĂŒrde den Rahmen wirklich sprengen, jedenfalls ging es dann endlich los. Los in Richtung Norden, auf eine kleine Farm in der NĂ€he von Whangarei, wo wir bis zum 23.10 bleiben werden. Das ganze ist kein richtiger Job, sondern eine WWOOFing-Stelle (arbeiten gegen Essen und Unterkungt), die wir ĂŒber die Seite helpX gefunden haben.

Unser Tagesablauf

7.00 aufstehen
7.30 FrĂŒhstĂŒck
8.30 Arbeitsbeginn
12.30 Mittagessen
13.30 Arbeit beginnt erneut
14.30 Ende

Unsere ‚Gastgeber‘ sind ein Ă€lteres Ehepaar, die eine eigene Farm mit KĂŒhen, Schweinen, HĂŒhnern, Enten, TruthĂ€hnen und einem großen GemĂŒsegarten haben, und sie sind wirklich super! Wir arbeiten jeden Tag ca. 5 Stunden (KĂŒrbisse pflanzen, Kompost verteilen, Unkraut zupfen,…) und bekommen im Gegenzug sehr leckeres Essen (total gesund, abwechslungsreich und ungewöhnlich), ein schönes Zimmer und Bad und ganz viel Wissen ĂŒber die Landwirtschaft, Geschichten aus ihrem Leben oder einfach den ein oder anderen Tipp.

Ich habe aber auch das GefĂŒhl, dass wir extrem GlĂŒck mit unseren Beiden gemacht haben. Gestern haben wir zum Beispiel einfach zusammen Scones (GebĂ€ck, wird oft zum Tee serviert) gebacken, die ja typisch fĂŒr Neuseeland sind. Oder an einem anderen Tag, an dem wir zum Strand gegangen sind, haben wir einfach Brownies mitgegeben bekommen. Oder sie haben uns auf dem Traktor mitgenommen. Nicht, weil wir da arbeiten sollten, sondern einfach so, weil sie dachten wir wĂŒrden es mögen.

Und ich, bzw. Johanna und ich, haben auch einfach das GefĂŒhl, jetzt richtig in Neuseeland angekommen zu sein. Wir sehen mehr Natur. Probieren landestypische Sachen wie gebackene Bohnen oder selbstgebackene Scones. Lernen echte Kiwis, wie die Enkelin von unseren Farmern kennen und erleben einfach mehr.

Ich bin im Moment richtig glĂŒcklich! Zwar ist alles sehr unsicher, aber das hat ja auch einen gewissen Reiz, dass man tun und lassen kann was man will. Morgen haben wir komplett frei und wollen nach Whangarei fahren, vllt bekomme ich dann die Chance ein paar Bilder hochzuladen (unser Internet hier ist sehr begrenzt). Bis dahin alles Liebe 🙂

Am Strand

 

Auf der Farm

Natur/ ‚Auf der Straße‘

F A Z I T – A U P A I R

MEINE GrĂŒnde, ein au pair zu werden

1 – Mitglied einer anderen Familie werden
2 – die Kultur kennenlernen
3 – die Arbeit an sich (Kinder)
4 – Sprache verbessern
5 – Abenteuer, was NEUES
6 – fester Wohnsitz und festes Gehalt

MEINE RealitÀt

1 – Mein Hauptaspekt, eine zweite Familie, bzw. eine sehr enge, freundschaftliche Bindung mit meiner Gastfamilie aufzubauen, ist komplett gescheitert! Ich habe mich nie wie ein Mitglied gefĂŒhlt, noch wurde ich wie eine erwachsene Person behandelt oder mehr als nötig integriert.
Und selbst anfangs als wir uns noch gut unterhalten haben, waren die GesprÀche irgendwie inhaltslos, einfach nur geredet um zu reden. Ich habe mich sowieso gefragt wie sich unsere Beziehung mal verbessern sollte, wenn ich nach der Arbeit einfach gegangen bin und wir am WE meistens getrennt voneinander unterwegs waren.
Meistens war es so dass ich darauf geachtet habe, so wenig Zeit wie möglich mit ihnen verbringen zu mĂŒssen. Also am WE weg, am besten mit Übernachtung, und nach der Arbeit weg. Einfach immer weg von diesen Zwangskonversationen und diesem ‚mĂŒssen‘

2 – Kultur ist schwer zu sagen. Ich war zwar in verschiedenen Museen etc, aber das fĂ€llt jetzt nicht unbedingt unter Kultur kennenlernen. Gut, in der Theorie schon, aber ich wollte ja dabei sein und es wirklich miterleben. 3 Monate sind dafĂŒr zwar keine wirklich lange Zeit, aber schon mal ein kleiner Einblick in… nichts. Ich habe rein gar nichts ĂŒber die Kultur kennengelernt, da keiner richtig mit mir darĂŒber geredet hat oder ich auch an keinem einzigen WE dabei war/sein sollte oder in irgendwelche Feierlichkeiten eingeschlossen wurde.

3 – meine Arbeit, kritisches Thema. Manchmal sehr schön, ĂŒberwiegend aber langweilig. Playgroups und solche Sachen haben mir immer Spaß gemacht, und natĂŒrlich haben wir auch mal grĂ¶ĂŸere Sachen wie Experimente, Park oder Wassermalfarben gemacht, aber hauptsĂ€chlich dreht es sich um 3 Dinge: Bespaßung der Kinder (24 h), Hunger, Unordnung. Und das fĂŒhlt sich fĂŒr mich persönlich nicht sehr erfĂŒllend an.

4 – Meine Sprache hat sich auf jeden Fall verbessert, allerdings nicht in dem Umfang, den ich mir erhofft habe. Ich war zwar eigentlich immer gut in Englisch, aber so große Fortschritte bemerke ich nicht. Ich rede zwar sehr viel flĂŒssiger und denke nicht mehr so viel nach, aber vom Vokabular hat es sich nicht so verbessert. Ich habe in meiner Gastfamilie ja zu 90% mit einem kleinen Jungen geredet, da ich meine Freizeit nie mit ihnen verbracht habe (es war auch nicht erwĂŒnscht). Also denke ich, dass ich mein Englisch auch ohne meine Familie in diesem Umfang verbessert hĂ€tte.

5 – Ich habe immer gedacht: Neuseeland, ganz viele neue Leute und Erlebnisse, komplett auf sich allein gestellt sein und total verĂ€ndert wiederkommen. So ist es als au pair meiner Meinung nicht. Man lebt in einer Familie und arbeitet unter der Woche nur und entwickelt schnell eine (langweilige) Routine. Und am WE versucht man so viel es geht zu sehen und sich mit Freunden zu treffen. Das ist aber auch der Punkt. Man hat meistens nur 2 Tage, um eine komplette Stadt oder Region zu sehen, und an Freunden hat man auch fast nur au pairs. Ganz spontan mal wegfahren oder die mega interessanten Leute treffen ist da nicht. Man muss immer alles erst mit der Gastfamilie absprechen, ein Auto mieten und WeggefĂ€hrten finden. Und das Geld haben, denn damit kommen einige auch nicht hin. Also von Abenteuer habe ich hier nicht sehr viel verspĂŒrt. Eher hatte ich das GefĂŒhl, dass ich auf der Stelle trete, sehr viel abhĂ€ngiger bin, als ich es zu Hause war.

6 – Der einzige Punkt, der sich meiner Meinung nach komplett erfĂŒllt hat. Man HAT festes Gehalt und auch einen Wohnsitz. Das ist natĂŒrlich sehr angenehm, weil man immer gut planen und kalkulieren kann und seinen ‚Lebensstandard‘ gut halten kann.

F A Z I T

Ich habe mir sehr viel mehr von meinem Jahr bzw. meiner Zeit erwartet. Ich muss dazu sagen, dass es durchaus au pairs gibt, die eine super Familie und eine tolle Zeit haben, bei denen sich die meisten Erwartungen erfĂŒllen. Bei mir war es anders. Und bei sehr vielen anderen au pairs, die ich kenne, auch. Selbst wenn die Familie passt, finden sie die Arbeit eintönig.
Ich glaube einfach, dass ich Pech mit meiner Gastfamilie hatte und auch einfach nicht der Typ fĂŒr das ganze System bin. Ich möchte mich nicht damit zufrieden geben, dass ich komplett abhĂ€ngig bin, das Land fast nur wie ein Tourist sehe und nicht erfĂŒllt bin. Diese relativ negative Sicht beruht ganz klar auf meiner Erfahrung in Zusammenhang mit meiner Gastfamilie und unserem Zusammenleben, ich wĂŒsste nicht wie es wĂ€re, wenn ich da mehr GlĂŒck gehabt hĂ€tte und das ganze Vertrauen und der Umgang positiver wĂ€re. Ich kann aber relativ sicher sagen, dass ich es nicht mehr machen wĂŒrde. Zumindest nicht jetzt. Und nicht fĂŒr eine solch lange Zeit.

Trotzdem möchte ich keinen negativ beeinflussen. Es kann immer toll werden, und wie gesagt, ich wĂŒsste nicht wie ich das ganze sehen wĂŒrde, wenn ich eine andere Gastfamilie hĂ€tte und auch evtl nicht 50 Stunden pro Woche gearbeitete hĂ€tte (das hat mich ausgelaugt).

Wie alles kam, ist und weitergeht…

Ich bewege mich hier mit diesem Post auf dĂŒnnem Eis.

Ja, wie alles kam. Ich habe im EinverstĂ€ndnis mit meiner (ehemaligen) Gastfamilie am 4.9.15 beschlossen, ins Rematch zu gehen. An diesem Abend ist fĂŒr mich auch eigentlich schon die Entscheidung gefallen, zu 99% W&T zu machen. Einziger Haken war dabei meine Organisation au pair link, die normalerweise 500$ verlangt wenn man aus dem au pair Programm austritt, aber mir hat wirklich keine einzige Familie zugesagt. Deswegen war ich mir ohnehin schon unsicher, ob ich meinen Post ĂŒber mein Rematch so in der Form veröffentlichen kann, wie er nun mal ist. Aber dann dachte ich mir ‚Nein, das ist mein Blog und meine Geschichte, also will ich auch so viel wie möglich erzĂ€hlen, und vor allem so ehrlich wie es nun mal geht.‘ Ich kann es nĂ€mlich auf den Tod nicht ausstehen, wenn Blogs bei Problemen einfach gelöscht werden, sie gar nicht erwĂ€hnt werden oder einfach alles trotzdem ‚totaaal toll‘ ist. Ich wollte versuchen mal eine andere, (auch) eine realistische Seite eines Auslandsaufenthaltes zeigen.

Und das war ein Fehler.

Wie ich ca. 1 Woche spĂ€ter erfahren habe, haben meine ehemaligen Gasteltern meinen Blog gefunden (ich hatte ihnen noch wĂ€hrend des Matchings mal die Adresse gegeben, damit sie sich den mal im Zuge unseres GesprĂ€chs ĂŒber Datenschutz ansehen – und das ist jetzt 9-10 Monate her, die Adresse wurde also irgendwo, aus irgendwelchen Tiefen, wieder ausgegraben), ĂŒbersetzt, und mich bei au pair link ‚verpetzt‘. Ich weiß bis heute nicht was die sich dabei gedacht haben oder was die bezweckt haben. Auf der einen Seite bin ich mir nicht sicher, ob die von der 500$-Strafe wussten, aber andererseits wissen die alles ĂŒber die Organisation… das wĂŒrde also bedeuten, dass es bewusst getan wurde. Und das fand ich richtig schockierend. Erst hieß es noch du kannst mit allem zu uns kommen etc., und dann sowas. Ich hatte nicht mal die Chance mich zu erklĂ€ren oder es alleine zu regeln.
Danach war unser VerhĂ€ltnis natĂŒrlich komplett im Eimer. Meine Gasteltern waren ‚enttĂ€uscht‘ von mir, da ich das ja öffentlich gemacht habe, ihren Ruf ruiniert habe (?) und was weiß ich noch was schlimmes getan habe. ICH war einfach nur entsetzt, dass mir sogar im Internet nachspioniert wird.  Und schlimm finde ich es auch, dass diese Infos, die einmal von meinem Blog, andererseits aber auch aus einem vertraulichen GesprĂ€ch zwischen mir und meiner Gastmutter, SO gegen mich verwendet werden. Generell war unser VerhĂ€ltnis wĂ€hrend der letzten 2 Wochen, die ich noch geblieben bin, sehr schlecht. Ich habe mich nach Wochen endlich mal wieder nicht verstellt und offen gezeigt, wenn mich was gestört hat, habe mir nicht mehr nur Gedanken darum gemacht, was die ĂŒber mich denken könnten oder welche Konsequenzen es haben könnte.

Und das ist ein ganz großer Punkt. Ich habe mich die ganze Zeit nur verstellt. Man wollte natĂŒrlich, dass die Gastfamilie einen mag, aber dass es so schlimm sein wĂŒrde, habe ich in Deutschland nicht geglaubt. Man ĂŒberlegt sich jedes verdammte Mal ob man aus seinem Zimmer gehen mag/soll/kann und wann am besten (natĂŒrlich wenn die weg sind). Man ist immer gut gelaunt und lĂ€chelt, auch wenn man eigentlich wĂŒtend, traurig oder mĂŒde ist. Man bemĂŒht sich immer um Konversation, die aber meistens inhaltslos ist.

Aber natĂŒrlich geht es auch anders. Das sind nur meine Erfahrungen.

Ich bin auf jeden Fall auch sehr enttĂ€uscht ĂŒber meine Gastfamilie. Wie meine Mama so schön gesagt hat: ‚Wie man sich nur so in Menschen tĂ€uschen kann.‘ Zu Hause habe ich noch gedacht dass ich einen 6er im Lotto gewonnen habe, hier fĂŒhlt es sich an wie eine Niete.

Und eigentlich ist es schlimm dass ich deswegen meinen Blog gesperrt habe, aber auf noch mehr Drama konnte ich in dem Moment ganz gut verzichten! WĂ€hrend der Wochenenden war ich in der letzten Zeit bei der Familie nur noch weg. Sobald mein Gastvater freitags von der Arbeit gekommen ist, bin ich in mein Zimmer, habe meine 7 Sachen gepackt und bin gegangen. Irgendwo ĂŒbernachten, weggehen oder einfach nur abends treffen, damit man nicht zu Hause ist. Ich hatte gar keine Lust mehr auf ‚happy family‘ zu machen, wenn es offensichtlich nicht so war. Sehr erleichternd!

Nach meinem GesprĂ€ch letzten Dienstag mit meiner Rematch-Betreuerin konnte ich dann wieder online gehen, weil ich endlich aus meiner Gastfamilie raus war und auch alles geklĂ€rt wurde. Die haben mir sogar von sich aus angeboten, dass ich W&T machen kann. Einmal weil ich noch so lange bei der Gastfamilie war und auch mit Familien in Kontakt gestanden habe, und außerdem weil es im Moment mehr au pairs als Familien gibt. Wenn ich also keine gefunden hĂ€tte wĂ€re es nicht mal meine Schuld gewesen, da es ja das Ungleichgewicht gibt. So im Nachhinein waren alle glaube ich froh, dass ich mich da schon drauf eingestellt habe und so kein HĂ€ufchen Elend war, sondern einfach nur froh ĂŒber die Klarheit.

FĂŒr mich und Johanna, meine Reisepartnerin, geht es ab morgen nach Northland (der nördlichste Zipfel der Nordinsel). Wir haben einen WWOOFing Job gefunden und wollen erstmal in das ganze einsteigen, Auckland und die ganzen damit verbundenen (schlechten) Erfahrungen hinter uns lassen und etwas komplett anderes machen.

Deswegen kann ich auch nicht sagen wie regelmĂ€ĂŸig es dann neue Berichte geben wird, wer weiß ob es Internet geben wird. Und wenn, wie.

Freunde finden

Wie finde ich Freunde?? Eine Frage, die ich mir in Deutschland auch immer gestellt habe, und jetzt, zumindest teilweise, beantworten kann.

1 – Facebook

Auf Facebook gibt es gefĂŒhlt 1000 Gruppen, die entweder an die Au Pairs gerichtet sind oder an das Land, sei es ‚Au Pair Neuseeland 15/16‘, ‚Neuseeland Au Pair 15‘ oder einfach nur ‚Neuseeland‘. Und es gibt immer welche die spontan irgendwo hinfahren und noch PlĂ€tze frei haben, die AusflĂŒge machen und noch keine Leute haben oder einfach nur welche die fragen, ob es noch welche in der Umgebung gibt. Da gibt es auf jeden Fall genug Möglichkeiten.

2 – WhatsApp

Durch die diversen Facebook-Gruppen und Blogs haben sich ganz schnell WhatsApp-Gruppen gefunden, die dann mal schnell aus 100 Mitgliedern bestanden haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dadurch 5 beste Freundinnen finden wird, ist natĂŒrlich Ă€ußerst gering, aber man lernt auf jeden Fall viele Leute kennen. Welche, die in der Umgebung wohnen werden, welche, die echte Freunde werden, oder auch nur fĂŒr die ersten Wochen bleiben, aber ungeheuer viel Sicherheit geben, da man nicht komplett alleine startet. Einziger Nachteil – man bleibt wahrscheinlich unter gleicher NationalitĂ€t.

3 – Coffee Groups

Coffee Groups gibt es eigentlich in jedem Stadtteil, teilweise werden sie von den Organisationen, teilweise aber auch frei von au pairs organisiert. Man trifft sich normalerweise einmal pro Woche, trinkt eine heiße Schokolade und redet einfach. Dadurch lernt man erstens au pairs kennen, die auch in der Umgebung wohnen, und zweitens auch welche, die schon lĂ€nger hier sind und ein bisschen was erzĂ€hlen können.

4 – durch die Organisation

Meistens bekommt man durch die Organisation erste Kontaktdaten: wer mit einem fliegt, durch die OD am Anfang und wer in der Gegend wohnt.

5 – playgroups

Playgroups können von Organisationen gehalten werden, es gibt aber auch viele öffentliche in Kirchen oder BĂŒchereien. Auch dadurch lernt man wieder au pairs kennen, die vielleicht sogar Kinder im selben Alter haben und man sich so auch wĂ€hrend der Arbeitszeit treffen kann.

Mein persönliches Fazit: Leute kennenlernen ist einfach, Freunde finden schon komplizierter.

akuelle Infos – ich bin wieder online

#noaupairanymore #workandtravel
(#keinaupairmehr #reisenundarbeiten)

Ich bin wieder da. Nach ein paar Tagen, bzw. Wochen ist mein Blog jetzt wieder öffentlich, die GrĂŒnde werdet ihr noch in einem etwas lĂ€ngeren Post erfahren.

Zuallererst möchte ich aber mal aufklÀren wo ich im Moment bin, wie es mir geht, aber vor allem auch, wie es weitergeht. Was ich verworfen habe, neu entdeckt oder geplant habe.

Am Freitag habe ich meine Gastfamilie verlassen. Abends sind wir zu dem Konzert meines MĂ€dchens gefahren, es war auch wirklich toll und ein guter Abschluss meiner Zeit, der Abschied war dann allerdings weniger berauschend. Bevor wir ĂŒberhaupt losgefahren sind habe ich zwar einen Brief und ein kleines Geschenk bekommen, aber der eigentliche Abschied war eher kĂŒhl und gehetzt, da mein Gastvater mich so schnell wie möglich zu Alessa fahren wollte, bei der ich das Wochenende verbracht habe. Ich hatte also gerade genug Zeit, um alle schnell zu drĂŒcken, und weg war ich. Einerseits war ich froh dass wir nicht so einen peinlichen Moment der Stille hatten, aber ein bisschen schade war es dann doch, vor allem weil ich ja doch fast 3 Monate, und nicht nur 2 Tage bei ihnen gelebt habe.

Das Wochenende bei Alessa war relativ ereignislos, wir haben viel gegessen, geschlafen, geredet und Fernsehen geschaut, also wirklich nichts besonderes, aber es war einfach schön mal wieder viel Zeit miteinander zu verbringen 🙂

Nachmittags (am Sonntag) hat sie mich dann mit Sack und Pack (ja, mein großer Koffer, der Backpack, ein Tagesrucksack, eine Handtasche und mein Schlafsack) nach Auckland rein zu meinem Hostel gefahren. Wie ihr wisst, bekomme ich 5 NĂ€chte von meiner Organisation bezahlt, weswegen ich bis Freitag auf jeden Fall bleiben werde. Ich teile mir ĂŒbrigens ein Doppelzimmer mit einem anderen deutschen au pair, was ebenfalls erst am Sonntag angekommen ist. Und damit hatten wir richtig GlĂŒck, denn es hĂ€tte genauso ein Zimmer mit 8 Betten werden können.

Heute war ich dann zu meinem ‚finalen‘ GesprĂ€ch im BĂŒro von au pair link. Einerseits war ich total ruhig, weil mir ja nichts passieren konnte und ich ganz doll mit der Alternative ‚work & travel‘ spiele, aber andererseits dann doch, weil ich gar nicht wusste was mich  erwartet, bzw. ob es irgendwelche Konsequenzen gibt, weil noch keine neue Gastfamilie gefunden wurde. Normalerweise muss man nĂ€mlich 500 NZD an au pair link zahlen wenn man sein ‚au-pair-dasein‘ beendet, aber ich war ja jetzt noch 4 Wochen in meiner ehemaligen Gastfamilie und dann jetzt noch die 1 Woche im Hostel, habe Emails mit Familien ausgetauscht und es wirklich noch probiert.

Aber wie es meistens so ist mit BefĂŒrchtungen, keine haben sich bewahrheitet. Meine Betreuerin, die ich extra fĂŒrs Rematch zugeordnet bekommen habe, war total lieb und meinte schon von sich aus, dass es, komplett realistisch gesehen, keine guten Chancen fĂŒr mich gibt, eine neue Familie zu finden. Es gibt im Moment einfach viele au pairs, die auch schon aus Neuseeland aus eine neue Gastfamilie suchen, noch dazu kommt mein Autounfall, und dass es um diese Zeit des Jahres sowieso nicht viele Gastfamilien gibt. Deswegen haben wir uns dann relativ schnell darauf geeinigt, dass ich erst einmal reisen, bzw. (leider) reisen und arbeiten werde, und dann die Möglichkeit hĂ€tte, mich im neuen Jahr wieder bei Familien zu bewerben. Meine Bewerbung wird also im Moment einfach nur eingefroren und wieder öffentlich gemacht, wenn ich durch bin mit meinem neuen Abenteuer. Ich finde es klasse, dass es jetzt so problemlos ging und ich mich nicht rigoros fĂŒr oder gegen au pair entscheiden muss, denn ich könnte mir wirklich vorstellen, es nochmal (fĂŒr eine kĂŒrzere Zeit) in einer neuen Familie zu versuchen. Auch die 500 NZD muss ich nicht bezahlen, da ich dem ganzen mit meinen 4 Wochen bei der Familie, und dieser Woche im Hostel, eine Chance gegeben habe.

Ich werde also jetzt bis Freitag im Hostel bleiben, wahrscheinlich aber noch bis Sonntag in Auckland (Samstag werde ich 19 und Sonntag fahren wir, ich und meine Reisebegleitung, wahrscheinlich los), um dann hoffentlich aber nÀchster Woche Montag eine WWOOFing-Stelle (3-6 h Arbeit/Tag gegen Essen und Unterkunft) im Norden beginnen zu können. Paralell dazu werden wir dann nach einem ersten richtigen Job suchen, da Geld ja nicht vom Himmel fÀllt, und wir auch nicht unsere ganzen Ersparnisse aufbrauchen wollen.

Ich weiß nicht wie regelmĂ€ĂŸig ich in nĂ€chster Zeit schreiben kann. Ich wĂŒrde zwar gerne noch BeitrĂ€ge ĂŒber die Themen ‚Probleme eines au pairs‘ und ‚Meine Meinung ĂŒber au pair link‘ verfassen, aber versprechen kann ich nichts.

Das alles kam jetzt sehr ĂŒberraschend, und auch dass mein Blog jetzt fĂŒr die Zeit offline war hat bestimmt nicht geholfen, aber ich versuche so gut es geht euch zu informieren, was in der Zeit abgelaufen ist und wie es in der Zukunft weitergeht 🙂

Ich stelle meinen Blog privat

Bei mir gibt es im Moment ein paar kleinere, vllt auch grĂ¶ĂŸere Probleme, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, meinen Blog fĂŒr die nĂ€chsten 2-3 Wochen privat zu stellen. Ich finde es zwar schade, dass ihr so nicht mehr komplett informiert seid, aber so kann ich eben Personen daran hindern etwas zu lesen, und anschließend ‚gegen mich zu verwenden‘. Ich komme aber auf jeden Fall wieder online und erklĂ€re warum und wieso! See’ya 🙂

2 Familienanfragen – erste Zweifel?

Ich hĂ€tte es kaum fĂŒr möglich gehalten, aber ich habe doch 2 FamilienvorschlĂ€ge bekommen.

Und als ich den ersten gesehen habe, musste ich doch kurz schlucken, da er in meiner Situation so perfekt ist, wie er nur sein kann. Eine Familie in Hamilton, bestehend aus den Eltern, einem Sohn (2,5 Jahre), 2 Hunden und 1 Katze, mit 30 Stunden Arbeit die Woche, Freitage sind immer frei, und auch die ganzen Beschreibungen hören sich toll an. Im Prinzip ist alles so, wie ich es im Vergleich zu meiner jetzigen Situation Ă€ndern wollte. Ich hĂ€tte sogar ein eigenes Auto und dĂŒrfte mit dem Kind fahren.
Und um ehrlich zu sein, reizt es mich. Sehr. Einfach nochmal von vorne anfangen, in einer liebevolleren Familie, mit weniger Arbeit und mehr Zeit fĂŒr sich und ein richtiges Leben. Aber andererseits glaube ich, dass es grĂ¶ĂŸtenteils der ‚Jagdtrieb‘ ist, einfach der Spaß, den mir das Matching gemacht hat. Und, dass ich einfach schon zu negativ eingestellt bin, dadurch dass es mir hier in meiner Familie, weder arbeitstechnisch noch familiĂ€r, so gut geht. Und zusĂ€tzlich wĂŒrde ich keinen kennen, mĂŒsste mich wieder komplett neu eingliedern und binden. Und damit wĂŒrde das ‚mehr Erahrungen, Leute und Erlebnisse‘ wieder wegfallen.

Trotzdem hĂ€tte ich gerne gewusst, wie sich mein ganzes AuPair-Jahr entwickelt hĂ€tte, wenn ich gleich in so eine Familie gekommen wĂ€re (nein, ich habe nicht mit ihnen gesprochen, aber die ganzen UmstĂ€nde passen perfekt und sie wirken sehr herzlich). Wo die UmstĂ€nde passen, ich nicht NUR arbeite, sondern auch nebenher genug Zeit habe, um mir ein Leben neben der Arbeit und der Familie aufzubauen. Wo ich vielleicht wirklich wie ein Familienmitglied aufgenommen werden wĂŒrde.

Aber so lĂ€uft es im Leben eben nicht. Ich hatte hier gute, und auch weniger schöne Erfahrungen, aber im Moment brauche ich erst mal ein bisschen Abstand zu dem Ganzen. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich nochmal au pair mache, vielleicht im Zuge von work&travel, oder einfach nach ein paar Monaten wieder mit au pair link, aber im Moment kann ich mich irgendwie nicht darauf einlassen.

Die zweite Familie kam aus Christchurch, hatte 9Monate alte Zwillinge und ist ziemlich wohlhabend. Allerdings ist die Mutter immer zu Hause (was fĂŒr mich Kontrolle pur ist) und ich hĂ€tte keine festen Arbeitszeiten. Also gleich abgesagt. Mehr Details gibt es wie immer hier.

UNFALL – REMATCH – BACKPACKING ?!?

Es kann sich so viel verĂ€ndern in so einer kurzen Zeit. Seit letzter Woche hat sich eigentlich alles gut eingespielt, ich hatte meine Routine im Fittnesstudio, bin einem Chor beigetreten (was mir wirklich viel Spaß macht), und auch die Arbeit ging mir leichter von der Hand.

Es sah also alles gut aus.

Bis Donnerstag. In Neuseeland gibt es ein anderes Ampelsystem als in Deutschland. Es gibt viele Kreuzungen, an denen es fĂŒr die Abbiegespuren extra eigene Ampeln, in Form eines Pfeils, gibt. Ich hatte keinen Pfeil, sondern nur eine normal grĂŒne Ampel, was bedeutet, dass ich abbiegen darf, aber nur wenn es der Gegenverkehr zulĂ€sst. Ich habe wie immer noch gehalten, geschaut, und… trotzdem ein graues Auto ĂŒbersehen (es war aber auch ein grauer Tag). Um alle erst mal zu beruhigen: es ist nichts passiert!! Die Autos sind nur ineinander geschrammt, bisschen Blechschaden gibt es also, aber es war nicht gefĂ€hrlich fĂŒr einen von uns!
Ja, jetzt stand ich also da, mitten auf der Kreuzung und total schockiert, weil ich noch nie einen Unfall gebaut habe bzw. auch nur ansatzweise erlebt habe.

Ich hab dann sofort Kontakt zu dem anderen Auto aufgenommen, meine Gastmutter angerufen und alles mit Versicherung und Kontaktdaten etc. geklÀrt.

Wir haben uns dann abends nochmal darĂŒber unterhalten und ich konnte meine Sicht der Dinge schildern, und ihre Meinungen hören, wobei irgendwie keiner wusste, was zu sagen ist bzw. wie er mit der Situation umgehen sollte. Also klar, ich meine das sind Eltern und ich habe in der Situation einfach versagt, aber es wurde einfach ein bisschen zu sehr wie ein lebensgefĂ€hrlicher Unfall dargestellt, bei dem wir nur um Haaresbreite mit unserem Leben davongekommen sind. Und das war es nicht. Es ist eben ein Blechschaden, was auch nicht gut ist und ich verstehe das prinzipiell auch, aber nicht in der Art und Weise.

Ich dann also zurĂŒck in mein Zimmer und erst mal total planlos. Auf den Weg mitgegeben wurde mir, dass sie noch nie solch eine Situation erlebt haben, und das mit keinem ihrer au pairs, sie nicht damit umzugehen wissen und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Und spĂ€testens da war mir klar, dass es Konsequenzen haben wird.

Ich war dann erstmal ein bisschen ratlos. Bis ich dann fĂŒr mich die Entscheidung getroffen habe, dass ich auch von mir aus gehen will.

Es hÀtte nÀmlich genau zwei Alternativen gegeben:
1 – meine Gastfamilie hĂ€tte mich ‚behalten‘: ich dĂŒrfte wahrscheinlich wochenlang nicht Auto fahren, 1000mal ĂŒben und trotzdem nie ganz ihr Vertrauen zurĂŒckgewinnen.
2 – meine Gastfamilie hĂ€tte mich ‚rausgeschmissen‘: Zeit, fĂŒr etwas neues.

Einerseits wollte ich mich innerlich auf ihre Entscheidung vorbereiten, und andererseits wollte ich tatsÀchlich nicht mehr. Und stehe auch immer noch 100% hinter dieser Entscheidung.

Jetzt wollt ihr bestimmt meine GrĂŒnde wissen… Schließlich habe ich auch nichts geschrieben, was auf eine Unzufriedenheit hĂ€tte hindeuten können.

  1. Ich habe zu viel gearbeitet
  2. Ich fĂŒhlte mich sehr unter Druck gesetzt
  3. keine Eingliederung in die Familie
  4. stÀndige /negative) Vergleiche mit den vorherigen au pairs

Ich war also, nach vielen Überlegungen, TrĂ€nen, Nachrichten mit allen mögliche Leuten und einem spontanen Telefonat mit meiner Mama (ĂŒber WhatsApp) bereit, von mir aus zu gehen.

Und da kommen wir zu einer weiteren Neuerung. Ich werde zu 99% kein au pair mehr sein. Denn die oben genannten GrĂŒnde sind nicht alles. Ich hadere einfach seit meiner zweiten Woche damit, ob au pair ĂŒberhaupt das Richtige fĂŒr mich ist. Es hat mich selbst total ĂŒberrascht, dass es nicht fĂŒr mich ist. NatĂŒrlich gibt es Tage an denen ich sage, perfekt, das ist es, aber es gibt auch viele an denen ich grundlos gereizt bin, ich mich langweile (und das trotz AktivitĂ€t) oder einfach nur auf das Ende warte. Ich freue mich nicht auf meine Arbeit, ich stehe eher ungern auf. Und das tut mir irgendwie Leid, fĂŒr mich und auch fĂŒr die Familie, die ja wirklich ein au pair verdient, dem der Job richtig Spaß macht. Und das ist bei mir trotz jahrelanger Vorbereitung, riesiger Vorfreude und BemĂŒhungen einfach nicht gegeben.

Und deshalb war es denke ich jetzt fĂŒr alle das Beste.

Der Gedanke daran, dass ich das noch 10,5 Monate hĂ€tte machen ‚mĂŒssen‘, immer nur 2 Tage Wochenende gehabt hĂ€tte (was fĂŒr ‚etwas-vom-Land-sehen‘ wirklich sehr wenig ist) und auch unter der Woche keine Zeit fĂŒr ein richtiges Sozialleben habe, war mir wirklich unertrĂ€glich! Mir hat meine Freiheit gefehlt, wieder unabhĂ€ngig zu sein.
Und ich weiß wie das klingt, total ĂŒbertrieben (ich bin eigentlich ganz normal bei so Themen eingestellt, aber hier habe ich gemerkt, dass ich doch relativ freiheitsliebend bin und damit einfach nicht so gut umgehen kann), aber man ist hier eben in einer Familie, die nicht seine eigene ist. Man muss bei jeder Kleinigkeit fragen, versucht immer alles richtig zu machen (man erklĂ€rt beispielsweise alles 10mal um sicher zu sein, dass es auch wirklich richtig aufgefasst wurde) und verstellt sich dabei schon ein wenig. Ein anderes Beispiel. Wenn ich Besuch hĂ€tte und wir Lust auf einen Kakao haben, wĂŒrde ich dann einfach einen machen? Nein. Ich finde das fĂŒr mich alleine schon schwierig, aber dann noch fĂŒr einen Gast? No way, auch wenn es fĂŒr die Familie vllt in Ordnung gewesen wĂ€re.
Vielleicht kann der ein oder andere es nachvollziehen, vielleicht auch nicht, mir fehlt es auf jeden Fall.

Donnerstag ist also der Unfall passiert, abends haben wir darĂŒber geredet und ich habe fĂŒr mich entschieden, dass ich gehen möchte. Freitag Abend haben wir dann ein neues GesprĂ€ch gehabt und sie hat mir gesagt, dass es so nicht mehr funktionieren wĂŒrde. Und ich habe zugestimmt. Selbst wenn sie mich hĂ€tten behalten wollen, wĂ€re mir es die kommenden, wahrscheinlich sehr schwierigen Wochen, nicht wert gewesen, um bei ihnen zu bleiben.

Ich hatte zwar auch schöne Zeiten mit ihnen, wir haben gelacht, waren zusammen essen und haben uns zusammen ĂŒber die Kinder einen abgegrinst, aber je lĂ€nger ich hier war, desto deutlicher wurde mir, dass es zumindest nicht die perfekte Familie fĂŒr mich ist.

Wie geht es nun weiter??

Ich werde noch genau 4 Wochen bei meiner Gastfamilie bleiben. Unser VerhĂ€ltnis ist nach wie vor gut (wie es auch all die Zeit war, es ist eben ĂŒberwiegend von meiner Seite aus, und außerdem ist alles recht oberflĂ€chlich, also GesprĂ€che etc), weswegen es auch kein Problem ist. Wenn wir beide vorher schon was neues finden, beenden wir es eben schon nach zum Beispiel 2 Wochen, aber so haben beide Parteien Zeit, sich etwas zu suchen. Und mir bleibt es erspart, im Hostel zu wohnen, was einigen au pairs droht, wenn sie aus ihrer Gastfamilie gehen.

Meine Gastmutter meinte auch, dass wir in Kontakt bleiben und ich bei Problemen immer anrufen soll oder mich irgendwie melden kann, das zeigt mir auch, dass ich die Familie nicht ohne Grund ausgewÀhlt habe. Vielleicht, oder sehr wahrscheinlich, hatte ich einfach zu hohe Erwartungen bzw. bin auch nicht das geborene au pair. Und auch dass man sich so komplett anpassen bzw, unterordnen sollte, bekomme ich nicht fertig.

Heute, also Montag, hatte ich ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin von au pair link, die mich zu meinen Vorstellungen befragt hat, und vor einer Stunde wurde ich wieder freigeschaltet (= ich kann wieder Familien sehen, mit ihnen in Kontakt treten und eine neue Familie finden).

Aber hast du nicht gesagt, dass du kein au pair mehr sein willst?

Richtig. Manchmal weiß ich das zu 100%, manchmal schwanke ich ein bisschen, aber alles in allem bin ich mir zu 99.99% sicher. Ich will einfach nicht mehr. Ich möchte nicht mehr so abhĂ€ngig und gebunden sein, nicht mehr das GefĂŒhl haben, funktionieren zu mĂŒssen. Ich bekomme es einfach nicht fertig, fast 50 Stunden auf Kinder aufzupassen. Und ich liebe Kinder, vermisse auch meine Babysitter-Kinder, aber ich kann es einfach nicht. Zudem habe ich das GefĂŒhl, dass ich mein Jahr in irgendeiner Art und Weise verschwende. Dass ich zu wenig sehen werde, zu wenig spannende Leute kennenlernen werde und keine wirklich neuen Erfahrungen machen kann. Und je lĂ€nger ich darĂŒber nachdenke, desto unwahrscheinlicher wird es, nochmal ein au pair zu werden. Aber wer weiß, welche Familie kommen wird…

Mein Papa hat mich gestern beim skypen gefragt, was ich denn an au pair dann so toll gefunden habe, denn alles was mich stört bzw. ich lieber haben möchte, trifft auf work&travel (man arbeitet in der Landwirtschaft, Gastronomie,…, um sich seine Reisen zu finanzieren, meistens ein sehr spontanes Prinzip) zu. Und so im Nachhinein weiß ich es selbst nicht so genau. Die Sache mit einer 2. Familie vielleicht. Ich weiß es nicht.

FĂŒr mich habe ich beschlossen, mir nochmal alle Familien anzusehen und abzuwarten. Aber einerseits werde ich wohl mit Autounfall nicht die besten Chancen haben, eine Familie zu finden, und zum anderen gehe ich eigentlich schon mit der Einstellung daran, dass ich gar keine finden möchte. Und jetzt, wo ich sie alle gesehen habe, fĂŒhle ich mich einfach in meinen Gedanken bestĂ€tigt. Es gibt keine, zu denen ich auf Anhieb wollen wĂŒrde. Zu alte Kinder, zu junge, zu viele, viel zu lĂ€ndlich, zu lange, zu zu zu… Nein, ich denke das Kapitel ist abgeschlossen. Vor allem wenn ich an die nervenaufreibenden ersten Wochen denke, in denen man abartig viel lernt, evtl mit Heimweh zu kĂ€mpfen hat und gleichzeitig eine komplette Familie kennenlernen muss/soll.

Deswegen möchte ich jetzt auf work&travel umsteigen. Wieder man selbst sein, unabhÀngig und frei sein, komplett eigene Entscheidungen treffen und mehr erleben, sowohl von der Arbeit her, als auch von Land und Leuten.

Und auch da wird mir die Arbeit ganz gewiss nicht immer Spaß machen, wenn ich das 100. Klo geputzt habe oder die 1000. Kiwi gepflĂŒckt habe. Aber dafĂŒr ist die Freizeit ein riesiger Pluspunkt, und ich werde mehr wichtige Erfahrungen fĂŒrs Leben machen, als so. Und wenn mir nach 2,3 Monaten das Geld ausgeht, ist es eben so. Dann habe ich es wenigstens probiert.

Ich nehme an, dass es fĂŒr viele ein Schock bzw. eine Überraschung ist. FĂŒr mich ja auch. Aber vielleicht hat es den Unfall ‚gebraucht‘ (ich werde auf keinen Fall sagen, dass er gut war, auf gar keinen Fall!), um mir das klar zu machen. Ich sehe diese Zeit jetzt einfach als Chance an, etwas neues zu erleben, auszuprobieren.

In den kommenden 4 Wochen werde ich jetzt versuchen, mein Leben etwas zu ordnen. Einen Job finden, evtl Auto kaufen und mich informieren und ausrĂŒsten. Ich gehe vollkommen blauĂ€ugig in dieses Abenteuer hinein, aber vielleicht braucht es genau diese SpontanitĂ€t bzw. Unvorbereitetheit, um mich so positiv zu stimmen, oder um etwas einzigartiges daraus zu machen. Und wenn ich nur ein bisschen GlĂŒck habe, habe ich sogar jemanden, der dieses Abenteuer mit mir bestreiten wird.

Mir geht es also gut. Und das sage ich nicht nur so, das meine ich auch wirklich! Ich hoffe, dass ich so einigen Mut machen konnte es zu beenden, wenn es nicht das Richtige ist, aber auf der anderen Seite auch, dass ich keinem den Mut nehme, au pair zu werden!

Ich habe wirklich lange ĂŒberlegt, ob ich alles, vor allem so detailliert, öffentlich mache, aber ich selbst hasse es, wenn einfach nichts mehr kommt bzw. man weiß, dass irgendwas passiert ist, aber nicht gesagt wird, was. Und es zeigt eben auch, dass nicht immer alles super toll ist, man sich mit seiner Gastfamilie im Falle eines Rematchs nicht gleich bekriegen muss, und es manchmal anders kommt, als man denkt 🙂

Lieder

Musik. Wer mich kennt, weiß, dass ich sie liebe 🙂 Mein Radio lĂ€uft rund um die Uhr und man trifft mich praktisch nur singend an. Deswegen wollte ich euch mal 3 Lieder zeigen, die fĂŒr mich im Moment total fĂŒr Neuseeland stehen.

1. Avalanche City – Inside Out

Dieses Lied ist im Moment mein Lieblingslied. Irgendwie schafft es es, mich total glĂŒcklich zu machen, mich frei fĂŒhlen zu lassen und mich an die riesige Chance (die ich im Moment lebe) zu erinnern, auf der anderen Seite werde ich immer ein bisschen nachdenklich und wehmĂŒtig wenn ich es höre. Ich liebe es! Definitiv anhören!

2. Katy Perry – Dark Horse

Ich bin wirklich kein Katy Perry Fan, deswegen hier die ErklÀrung: normalerweise benutzen wir an den Wochenenden Alessas Auto, da sie innerhalb Aucklands keinen Sprit zahlen muss. Und da die Radiosender teilweise wirklich nur das Gleiche spielen, bzw. manchmal einfach kein gutes Lied kommt, steigen wir immer auf die Katy Perry CD um, die uns ihre VorgÀngerin dagelassen hat. Und mittlerweile habe ich mich richtig damit angefreundet.
→ In jedem Familienurlaub hatten wir ein ‚Urlaubs-Lied‘, was einfach jeder konnte/kannte, weil es immer im Radio lief und irgendwie fĂŒr den Urlaub steht. Das ist jetzt mein ‚Neuseeland-Autofahren-Lied‘ 🙂

3. Walk the moon – shut up and dance

Kommt auch stÀndig im Radio, ist aber primÀr das Lieblingslied von Alessas GastmÀdchen. Und seit ich einmal zum babysitten da war, bekomme ich es nicht mehr aus dem Kopf. 100% Ohrwurmfaktor und erinnert mich immer an die Kinder und Neuseeland.

Sylvia Park, Street Food Festival und mehr

Samstag

Samstag Morgen bin ich gegen 9.30 Uhr in eine Shopping-Mall namens ‚Sylvia Park‘ gefahren. UrsprĂŒnglich sollten Alessa und Luisa auch mit, aber Alessa hat bei Wiebkes Freund festgesteckt und Luisa war bisschen krank, also war ich letztendlich alleine, was aber im Nachhinein gar nicht so schlimm war. Eigentlich war es sogar angenehm, mal ganz fĂŒr sich zu sein, da man das ja sonst kaum ist. Gekauft habe ich Sportschuhe, 2 Trinkflaschen, ein Aufbewahrungssystem fĂŒr meinen Schmuck, Kerzen usw.
Mittags habe ich mich dann mit Luisa, Alessa, Annina und ein paar anderen in Auckland City beim ‚Street Food Festival‘ (‚Straßenessensfest‘) getroffen. Man musste 5$ Eintritt zahlen und schon gings los. Dummerweise hatte ich gar nicht so viel Hunger, denn alles hat so gut gerochen! Und es gab wirklich Essen aus allen Himmelsrichtungen! Koreanisch, Japanisch, Chinesisch, Spanisch, Mexikanisch,… Letztendlich ist es bei mir bei einem belegten Bagel (Bagel=herzhaftes GepĂ€ck in Form eines Donuts) mit Avocado, Tomate und noch was, und einem spanischen Nachtisch, bestehend aus TeiggebĂ€ck und Schokosoße, geblieben. Und auch wenn das gar nicht so wenig war, ich hĂ€tte doch gerne mehr probiert 😀

Und ja, ich hatte keinen großen Hunger, trotzdem hat sich ein Teil der Gruppe dann gegen spĂ€ten Nachmittag entschieden, das Festival zu verlassen und in die berĂŒhmteste Eisdiele Aucklands, das ‚Giapo‘ zu gehen. Es ist zwar mit 9$ pro Portion nicht gerade billig, aber dafĂŒr ist es groß, man kann vorher alle Sorten probieren, man bekommt kostenloses Wasser und einen SchokoladenĂŒberzug, und dafĂŒr ist es dann doch ok. Entschieden habe ich mich dann letztendlich fĂŒr ‚Hokey Pokey‘, leider kann ich nicht wirklich beschreiben, nach was es schmeckt.

Sonntag

Morgens ging es fĂŒr mich und Luisa ins ‚Maritime Museum Auckland‘, in dem die Bevölkerungsgeschichte Neuseelands, die Bauweise der traditionellen Kanus und der berĂŒhmte America’s Cup thematisiert werden. Ich mochte das Museum ziemlich gerne, weil es interessant und strukturiert aufgebaut war, und werde bestimmt nochmal hingehen.

Anschließend ging es dann zu ihr nach Hause, wo wir dann Alessa getroffen haben und Waffeln gebacken haben. Nach dem Essen ging es dann ran an den Laptop, da wir unseren ersten Wochenendausflug buchen wollten. Und zwar geht es am 19.+20.9 fĂŒr mich, Luisa, Alessa, Julia (vom Rugby) und Franzi (Julias Freundin) zu den Waitomo Caves. Die Waitomo Caves sind GlĂŒhwĂŒrmchenhöhlen, durch die man erst eine FĂŒhrung bekommt, und anschließend Wildwasserrafting auf einem unterirdischen Fluss macht. Anschließend werden wir dann abends nach Hamilton fahren, uns die Stadt ansehen, essen und im Hostel schlafen. Der ganze Sonntag bleibt dann noch fĂŒr Hamilton, und abends geht es wieder zurĂŒck nach Auckland. Und um den ganzen verregneten Tag dann noch perfekt zu machen, haben wir uns Essen bestellt und einen Film geschaut, bis ich abends wieder daheim war und mit meiner Familie geskypt habe.

Montag

Montag war eigentlich ganz normal, bis auf die Ausnahme, das mein Gastpapa Geburtstag hatte. Wir sind also abends essen gegangen anstatt dass ich koche, auch eine schöne Abwechslung 🙂

Bilder folgen hoffentlich die nĂ€chsten Tage, aber im Moment bin ich wirklich richtig beschĂ€ftigt! Dazu wird es aber noch einen Post geben mit einer WochenĂŒbersicht, die einen Einblick in mein alltĂ€gliches Leben geben soll, dass alles jetzt zu erklĂ€ren wĂŒrde doch zu lange dauern 🙂

Waitakere Ranges, Piha Beach und Kitekite Falls

Freitag

Dieser Freitag war ein bisschen anders als sonst. Da mein VorgĂ€nger-aupair aus ihrem Urlaub in Australien zurĂŒckgekommen ist, hat sie um 16.00 Uhr ĂŒbernommen und ich hatte frĂŒher aus. Die Zeit habe ich ganz gut genutzt und bin zum Cornwall Park gegangen, um joggen zu gehen. Zwar gehe ich jetzt 2mal die Woche ins Fitnessstudio, aber bei dem ganzen Essen reicht das einfach nicht. Auf jeden Fall liebe ich diesen Park! Je spĂ€ter es wurde, desto mehr Familien kamen um zu picknicken, Fußball zu spielen oder Freunde zu treffen, die Schafe waren noch ganz aktiv und mild war es eigentlich auch noch.
Als ich dann wieder zu Hause war und alles erledigt hatte, habe ich Alessa und Luisa abgeholt, um bei mir zu kochen (meine Gastfamilie und mein VorgÀnger-aupair waren auswÀrts essen, um sie zu verabschieden). Nachdem der Nudelauflauf dann fertig war und wir alles gegessen und aufgerÀumt hatten, sind wir in die Stadt und haben einen Cocktail getrunken.

Samstag

Samstags bin ich mit Alessa und Luisa in die ‚Waitakere Ranges‘ gefahren. Im Prinzip ist das ein riesiges Waldgebiet zwischen der WestkĂŒste und Auckland, in dem man ganz viele verschiedene Wanderungen machen kann. Wir sind dann als erstes ins Infozentrum gefahren und haben uns sĂ€mtliche Karten mitgenommen und uns beraten lassen, welche Route fahr- und lauftechnisch gut geeignet wĂ€re. Letztendlich sind wir dann so um die 3 Stunden gelaufen, und es war echt schön! Zwar war der zweite Teil der Strecke nicht ganz so schön wie der erste, aber es war trotzdem ein schöner Tag.
Vor allem fĂŒhlt man sich wie mitten im Urwald. Überall Palmen oder andere fremdartige Pflanzen, Äste, die wie Schlangen aussehen, und schmale kleine Wege und Treppen. Mittendrin haben wir zum Beispiel verlassene Eisenbahnschienen gekreuzt.

Sonntag

Piha

Nachdem ich spontan bei Alessa geschlafen habe, bin ich mit ihr und Ruth, die wir noch von der Bushaltestelle eingesammelt haben, um 9.00 Uhr gestartet um nach Piha zu fahren. Piha ist ein sehr bekannter Strand an der WestkĂŒste, ca. 45 Autominuten von Auckland entfernt. Und das besondere ist, dass es schwarzer (wegen der Vulkane), glitzernder Sand ist.
GlĂŒcklicherweise war das Wetter heute auch ein Traum! Es war so warm, dass ich in Shorts und T-shirt rumgelaufen bin und eigentlich ohne Probleme ins Wasser gehen konnte! Allerdings war es dadurch auch recht voll, ruhiger wĂ€re es vllt noch schöner gewesen, aber wir wollen uns ja nicht beschweren. Und so gab es eine Menge Surfer zu bestaunen, die sich wagemutig ins Wasser gestĂŒrzt haben 😀 Wir haben auf jeden Fall viele, schöne Fotos gemacht, sind am Strand entlanggelaufen, haben Muscheln gesucht und sind auf den ‚Lion Rock‘ geklettert (das ist der große Felsen auf den Fotos, ‚Lion Rock‘, Löwenfelsen, weil die Form des Felsens der eines liegenden Löwens gleicht).

Kitekite

Die ‚Kitekite Falls‘ (WasserfĂ€lle) sind 5-10 Autominuten von Piha entfernt. Um zu ihnen zu gelangen, muss man aber noch mal um die 20 min laufen, das ist eine kleine Wanderung, und schon ist man da. Die Strecke an sich ist gar nicht so besonders, aber dadurch dass in den normalen WĂ€ldern Palmen, Farne, Riesenfarne und andere exotische BĂ€ume stehen, sieht doch irgendwie alles total toll aus.
Die WasserfĂ€lle sind relativ hoch, dafĂŒr aber sehr schmal. Im Sommer ist das bestimmt total schön! Oben, und ich glaube auch unten, kann man schwimmen gehen, und es gibt sogar extra Picknickstellen, da werden wir also nochmal hinfahren mĂŒssen 🙂

heimweh.

Heimweh – die Sehnsucht in der Fremde, wieder in der Heimat zu sein

Was man sich nicht alles von einem Auslandsaufenthalt erhofft: verbesserte Sprachkenntnisse, neue Erfahrungen, reisen, interessante Leute kennen lernen, und irgendwie an sich und den ganzen neuen Situationen wachsen. Vieles von dem wird auch tatsÀchlich eintreffen.

Aber da gibt es eben auch noch die andere Seite der Medaille. Man kennt keinen, alles ist neu, man fĂŒhlt sich einsam und weiß noch nicht wirklich, wann man sich wie verhalten soll. Und das alles kann zu Heimweh fĂŒhren. Man vermisst das Vertraute, das umgeben-sein von seiner Familie und Freunden und sein altes, geregeltes Leben.

Ich kann es irgendwie gar nicht so richtig beschreiben. Manchmal wĂŒnsche ich mir meine Familie einfach hier her. Einfach, um sie um mich rum zu haben. Wir haben zwar total viel Kontakt ĂŒber WhatsApp und skypen auch einmal die Woche, aber es fehlt einfach die Anwesenheit, liebevolle Gesten wie ĂŒber den Kopf streichen oder einfach dass GefĂŒhl, dass man jetzt auch mal zurĂŒckgeben kann, was man wirklich zu 100% denkt.

Letzte Woche hatte ich ein paar Probleme mit meiner Gastfamilie. Es war irgendwie keine Meinungsverschiedenheit oder ein MissverstĂ€ndnis, eigentlich weiß ich gar nicht so genau was es war, auf jeden Fall gab es mittwochs eine Situation, die mich sehr mitgenommen hat, und die erst freitags geklĂ€rt werden konnte (aus zeitlichen GrĂŒnden). Typischerweise war ich seit Mittwochmorgen ohnehin schon sentimental und bisschen ‚angeknackst‘, weswegen mich das dann irgendwie völlig aus der Bahn geworfen hat. Das hat bei mir das erste Mal Heimweh ausgelöst. Es war auf keinen Fall so dass ich wirklich schwerwiegende Probleme mit meiner Familie hatte, es war eher so dass ich mich vor den Kopf gestoßen gefĂŒhlt habe. Und mir gewĂŒnscht habe, einfach in meinem eigenen Bett, in meinem schönen Zimmer zu Hause zu liegen (am besten mit einem Kakao und einem guten Buch) und meine Familie unten wuseln zu hören.

–  Skypen hilft mir auf jeden Fall immer. Es gibt mir das GefĂŒhl, doch nicht so weit weg zu sein und irgendwie noch am Leben teilhaben zu können –

Ich habe das wie gesagt mit meiner Gastfamilie geklĂ€rt, und es ist auch alles gut zwischen uns, aber irgendwie komme ich von den leicht sentimentalen Gedanken nicht los. Wahrscheinlich bemitleide ich mich einfach ein bisschen zu sehr, aber manchmal könnte ich wegen jeder Kleinigkeit heulen, egal ob sie was mit zu Hause, was ĂŒbrigens Deutschland ist, oder eben auch nicht, zu tun hat.

Am besten verstehen mich bestimmt die Leute, die gerade die gleiche Situation erleben. Ich habe jetzt kein schlimmes Heimweh, es ist eher so, dass ich im Moment so leicht dauer-wehmĂŒtig bin. Das wird sich auch wieder legen. Ich wollte nur mal sagen, dass eben nicht alles nur rosarot ist, oder das Neue nur Vorteile mit sich bringt.

R U G B Y

… und der Rest meines Wochenendes.

Das erste RICHTIGE Highlight meines Aufenthalts kam schon diesen Samstag. Das Rugby-Spiel zwischen Neuseeland, den ‚All Blacks‘, und Australien, den ‚Qantas Wallabies‘. Und das war definitiv nicht nur ein Highlight fĂŒr mich, sondern fĂŒr alle Australier und NeuseelĂ€nder. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als ich abends vor dem Laptop saß, mega aufgeregt und nervös, ob es ĂŒberhaupt klappen wird (ich habe die schon am 5.6 im Vorverkauf in Deutschland gekauft). Letztendlich hat es das, aber meine Stimmung?? Im Keller. Dadurch, dass ALLE Karten nach 10 min ausverkauft waren, waren unsere PlĂ€tze auch nicht der Oberhammer… Aber nachdem mein Papa mich deswegen bisschen angemotzt hat und ich auch erfahren habe, dass zum Beispiel meine Gasteltern (und 1.000.000 andere Leute) keine mehr bekommen haben, habe ich mich dann doch gefreut.

Und auch wenn ich morgens gar keine Lust hatte, und am liebsten im Bett geblieben wĂ€re (kalt und sehr regnerisch), ist die Spannung den Tag ĂŒber immer mehr gewachsen. Ich hab mich dann um 15.00 Uhr mit Julia, Sabrina, Alessa und Luisa in der Stadt getroffen, wir haben noch was gegessen und uns Facepainting gemacht (die Motive in unseren Gesichtern, einfach mit Gesichtsfarbe und Pinsel). Und gegen 17.00 Uhr sind wir in den Zug zum Stadion gestiegen. Als wir angekommen sind wurden wir schon praktisch mit Fanartikeln ĂŒberhĂ€uft, das ging von Bonbons ĂŒber Flaggen und Sticker… Und dann die Überraschung: unsere PlĂ€tze waren gar nicht schlecht! So schlimm wie es auf dem Papier aussah war es ÜBERHAUPT nicht. Wir saßen fast in der Kurve, aber dadurch konnte man das eine ‚Tor‘ super nah erkennen, und das andere war durch unseren Blickwinkel eigentlich auch ziemlich gut!

Und los ging es: die Spieler haben sich warm gemacht, sind offiziell aufgelaufen und sie Hymnen wurden gesungen. Und wirklich, die Stimmung war super! Alleine schon bei der Vorstellung der Spieler konnte man die RivalitĂ€t der beiden LĂ€ndern praktisch greifen: Die Australier, vor allem ihre Nummer 10 wurde richtig ausgebuht (keine Ahnung was der sich letzte Woche beim Spiel in Sydney geleistet hat), wurden nicht wirklich bejubelt, dafĂŒr aber wurden die NeuseelĂ€nder umso stĂ€rker angefeuert, bejubelt und gefeiert.

Die ersten Punkte haben dann die Australier gemacht, aber ab da ging es wirklich steil bergauf mit uns, bis wir am Ende mit 41:13 haushoch gewonnen haben! Es war wirklich so unfassbar cool! Und zwischendrin habe ich mich wirklich wie der grĂ¶ĂŸte Fan gefĂŒhlt (ich hatte ĂŒbrigens ein ‚All Blacks‘-Trikot von meinem Gastvater an, deswegen sehe ich auch so dick aus, das Facepainting, und eine Neuseeland-mĂŒtze an), weil wir uns so reingesteigert haben 😀 Es war auf jeden Fall unbeschreiblich! Nicht, weil das jetzt kitschig sein soll, einfach weil es wirklich schwer ist zu beschreiben.

Verstanden habe ich auch 90% vom Spiel, was ja wirklich nicht schlecht ist. Ich habe mir aber auch vorher nochmal sÀmtliche Websites durchgelesen, um wirklich sicher zu sein, dass ich die GrundsÀtze verstehe.

Hier einmal ein paar Fotos und ein Video ĂŒber den Haka (ein traditioneller Tanz der Maori, der vor jedem Spiel aufgefĂŒhrt wird um die andere Mannschaft einzuschĂŒchtern und die Tradition zu wahren), was ich allerdings nicht selbst gefilmt habe, aber ich mĂŒsste meins erst bei Youtube hochladen um es einfĂŒgen zu können, WordPress sei Dank:

 

Was mir auch aufgefallen ist, waren die kaum vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen. Im Prinzip gab es 2 kleine MetallzĂ€une, die weder besonders hoch, noch stabil aussahen, und 5-6 ‚WĂ€chter‘ auf jeder Seite des Spielfeldes, die aber mehr mit dem Spiel als sonst was beschĂ€ftigt waren. Aber ĂŒberraschenderweise, jedenfalls fĂŒr mich, ist alles ruhig und friedlich geblieben. Auch die wenigen australischen Fans wurden nicht aggressiv bzw. angepöbelt, weder vorher, nachher, im Stadion oder im Zug, das war wirklich auffĂ€llig.

Der Rest meines Wochenendes bestand eigentlich nur daraus, dass ich mich sonntags mit Alessa, Sabrina und Hannah getroffen habe und vorher bisschen einkaufen war.

Ich hoffe, dass ich es nĂ€chste Woche ein bisschen pĂŒnktlicher schaffe, aber ich war gestern Abend zum ersten Mal im Fitnessstudio, weswegen ich kaum Zeit hatte, und sonntags habe ich geskypt.

Ich wĂŒnsche euch eine schöne Woche und ganz viel Sonne (die haben wir nicht) 🙂

1 – M O N A T – K U R I O S I T Ä T E N

Genau vor einem Monat bin ich in den Flieger gestiegen. Einerseits fĂŒhlt es sich schon viel lĂ€nger an, weil mein altes Leben einfach so weit weg erscheint, andererseits ist es heftig, dass ich schon 1/12 meines Aufenthalts hinter mich gebracht habe.
Zur ‚Feier‘ des Tages habe ich mich mal bemĂŒht, alles aufzulisten, was mir an Unterschieden aufgefallen ist:

  1. Mahlzeiten: Es gibt 5 Mahlzeiten am Tag!! FrĂŒhstĂŒck, morning tea, Mittagessen, afternoon tea und Abendessen. Hat man dann noch Hunger ist das kein Thema, denn man kann ja einen der vielen Snacks haben.
    Statt normalem Brot wird immer nur Toastbrot gegessen…
  2. Trinken: Generell trinken die meisten NeuseelÀnder nur Wasser. Wasser aus dem Hahn. Die meisten Familien haben einen extra Hahn, der das Chlor aus dem Leitungswasser filtert, andere, wenige nicht. KohlensÀure ist hier glaube ich ein Fremdwort.
    In vielen Familien wird es auch so gehĂ€ndelt, dass jeder seine eigene Plastikflasche hat und sie sich ĂŒber den Tag hinweg immer wieder auffĂŒllt, GlĂ€ser werden kaum genutzt.
    Zum Alkohol: in den meisten SupermĂ€rkten, wenn nicht sogar in allen, gibt es eine extra Abteilung fĂŒr alkoholische GetrĂ€nke, man muss also erneut durch diese Schranken gehen und teilweise sogar separat zahlen
  3. LĂ€den: SupermĂ€rkte haben teilweise 24 Stunden, 7 Tage die Woche geöffnet. An den Kassen werden die EinkĂ€ufe ungefragt von den VerkĂ€ufern eingepackt (immer neue PlastiktĂŒten) und sogar sortiert, beispielsweise in Lebensmittel, die in den KĂŒhlschrank gehören oder eben auch nicht. Zudem stehen alle Kassierer/innen. Wenn man keine Lust hat sich in die langen Schlangen anzustellen kann man seine Lebensmittel auch selbst einscannen und mit Karte zahlen. Generell zahlt man alles mit Karte – teilweise sind die Leute total verwirrt wenn ich in bar bezahle.
    Im krassen Gegensatz dazu stehen andere LĂ€den, beispielsweise fĂŒr Kleidung, die auch gut und gerne mal um 17/18 Uhr schließen – auch am Wochenende. Genauso wie teilweise CafĂ©s und Restaurants, die eher ungewöhnliche Öffnungszeiten haben.
  4. Autofahren: Ja, auf der linken Seite. Außerdem sind die Kreisel meistens mindestens zweispurig und beinhalten auch gleichzeitig eine Auffahrt auf den motorway, also die Autobahn. Logischerweise fĂŒhren dann auch 2 Spuren auf die Autobahn, die aber dadurch geregelt werden, dass es kurz vor dem Abbiegen auf die Autobahnspuren Ampeln gibt, die so schnell von rot auf gĂŒn und wieder zurĂŒck schalten, dass immer nur 1 Auto pro Spur fahren kann. Trotzdem finde ich das etwas gefĂ€hrlich, da sich nach der Ampel auf eine Spur verengt wird…
    Parken kann man auch ĂŒberall, einzige Außnahmen bilden Stellen an denen gelbe, gestrichelte Linien gemalt sind (eigentlich auch nur in Kurven, in denen man sowieso nicht parken wĂŒrde)
    Autos sind hier auch viel unwichtiger als in Deutschland. Statussymbol sind sie ganz und gar nicht, das einzig wichtige ist, dass sie fahren. Deswegen gibt es hier auch viele wirklich alte Autos, die meisten sind Zweitwagen, die aus Asien kommen.
  5. Schule + Kindergarten:
    In Neuseeland wird man eingeschult, wenn man 5 Jahre alt ist. Heißt also, dass es nicht wie in Deutschland feste Schuljahre geht, sondern man ab dem Tag/der Woche nach seinem Geburtstag in die Schule kommt. Und sobald der nĂ€chste Geburtstag vor der TĂŒr steht, springt man eine Klasse weiter nach oben. Außerdem werden auch immer 2 Klassen, also zum Beispiel 2 + 3, zusammen unterrichtet, und es werden Schuluniformen getragen.
    Und es gibt keinen festen Stundenplan, sondern pro Woche ein Thema. So ganz habe ich das noch nicht verstanden, gerade wie das mit so allgemeinen Sachen wie Mathe ist, aber wenn ich es weiß,werde ich mich melden. Die ‚Grundschule‘ geht auch nicht nur bis zur 4. Klasse, sondern man muss erst nach der 6. Klasse wechseln.
    Das VerhĂ€ltnis von Lehrern zu SchĂŒlern ist total freundschaftlich, alle umarmen sich und sind total vertrauensvoll.
    Kindergarten ist auch etwas anders. In Deutschland geht man ja normalerweise 5 Tage die Woche in den Kindergarten, hier ist es normal, auch mal nur 2/3 Tage zu gehen. Oft ist es auch so, dass man erst mittags kommt und nachmittags abgeholt wird.
  6. Waschen: ALLES wird zusammen gewaschen; keine Trennung nach Farbe oder Temperatur, denn es wird alles KALT gewaschen und so SCHNELL wie möglich.
    Im Umkehrschluss genau die Kombination, die die Kleider am wenigsten sÀubert.
  7. Öffentliche Verkehrsmittel: FĂŒr eine Großstadt wie Auckland eigentlich jĂ€mmerlich. Es gibt Busse, die teilweise sehr unregelmĂ€ĂŸig fahren (man muss winken damit die Busse an der eigenen Haltestelle halten, es gibt weder PlĂ€ne im Bus noch eine Anzeige, wo man gerade ist – man muss also seine Umgebung kennen), und ZĂŒge, bei denen es genau so ist. Von Straßenbahn oder U-Bahn hat hier glaube ich noch keiner was gehört.

Ich habe in diesem Monat viel erlebt, gesehen, gelernt… Und trotzdem ist es ein Wechselbad der GefĂŒhle. Manchmal kann ich mein GlĂŒck kaum fassen, manchmal wĂ€re es zu Hause so viel einfacher und schöner. Aber ich denke das ist normal und wird nie ganz aufhören.

Mein Wochenende: Essen, Freunde, Kultur und Natur!

Samstag

Samstag startete fĂŒr mich um 7.30 Uhr: aufstehen, duschen und Haare waschen, frĂŒhstĂŒcken und Proviant schmieren, meinen Rucksack und das Übernachtungszeug packen. Und das habe ich, entgegen meiner Erwartungen, bis 8.30 Uhr geschafft! Danach bin ich schnell in mein Auto gesprungen um ein paar Runden zu ĂŒben, sprich, die Routen zum Kindergarten oder zu den playgroups, da ich immer noch nicht alleine fahren darf (dazu: eigentlich sollte ich schon ab morgen komplett alleine fahren dĂŒrfen, aber meine Gastmama möchte gerne noch eine weitere Woche warten. Das liegt zum Teil auch an meiner Fahrstunde, die ich am Donnerstag hatte, da die Fahrlehrerin gesagt hat, ich wĂŒrde zu schnell fahren – ich durfte von ihrer Seite aus max 40 kmh bei erlaubten 50 fahren… GeĂ€rgert habe ich mich natĂŒrlich schon ein bisschen, aber die eine Woche werde ich jetzt auch ĂŒberstehen). Jedenfalls bin ich die letzte Runde zusammen mit meiner Gastmama gefahren, und auf dem RĂŒckweg hat sie mir gerade noch die örtliche BĂŒcherei gezeigt, die ich bestimmt das ein oder andere Mal aufsuchen werde!

Und danach hat das Wochenende eigentlich erst richtig angefangen! Ich wurde von Alessa und Luisa abgeholt und wir sind nach Parnell, ein relativ zentraler Stadtteil, zu einem ‚french market‘ gefahren, also einem französischen Markt. Der wurde ĂŒberall hochgelobt und auch meine Gastmama hat ihn sehr empfohlen, weswegen wir auch sehr ĂŒberrascht waren, dass er letztendlich doch so klein war. Im Prinzip war es eine große, ausgebaute und schön hergerichtete Scheune und ein großer Platz mit StĂ€nden davor. Andererseits ist es Winter, weswegen es wahrscheinlich generell weniger ist als sonst, und außerdem war es trotzdem schön, weil alles selbst gemacht war oder frisch zubereitet wurde. So gab es zum Beispiel ‚Pain au chocolat‘ (eine Art französisches Schokobrötchen), laut meinem Gastpapa deutsches Brot oder tĂŒrkische SpezialitĂ€ten, EinrichtungsgegenstĂ€nde oder Seife.

Anschließend ging es dann zum ‚Auckland War Memorial Museum‘, was Maori-Kunst, Vulkane, die Geschichte Aucklands und vieles mehr zeigt. Normalerweise kostet der Eintritt 25$ pro Person, da wir aber in Auckland wohnen habe ich einfach eine Museumskarte beantragt und kann jetzt damit kostenlos in Aucklands Museen gehen.
Anfangs war es etwas verwirrend, weil das Museum wirklich groß ist, wir dahinter aber kein richtiges System erkennen konnten, aber so nach und nach ging es dann besser, und da wir ja keinen Eintritt zahlen mĂŒssen komme ich bestimmt das ein oder andere Mal noch wieder.
An sich ist das Museum total schön gestaltet, modern, aber nicht ungemĂŒtlich, es wird viel mit Medien gearbeitet und es gibt relativ viel zu entdecken.

Der letzte Programmpunkt fĂŒr den Tag war dann der Segelhafen. Der Segelhafen ist neben dem ‚Sky Tower‘ (der höchste Turm Aucklands mit Aussichtsterasse und Restaurant) und der Harbour Bridge (BrĂŒcke ĂŒber dem Hafen) das Wahrzeichen Aucklands, nicht umsonst ist der Spitzname der Stadt ‚City of sails‘ (Segelstadt). Wir waren zwar wĂ€hrend den OD schon einmal da, aber wir hatten nur sehr wenig Zeit und zudem war es dunkel, deswegen habe ich mich sehr gefreut! Schon die Fahrt dahin war irgendwie schön, weil man, je nĂ€her man dem Hafen kam, immer mehr die frische Seeluft gerochen hat und immer mehr Masten gesehen hat.
Alles in allem finde ich das richtig beeindruckend! Es gibt 1000de Boote, kleine und große, schmale und dicke, sogar die ein oder andere Yacht konnte man sehen. Und nicht nur der Hafen an sich war ein Highlight, auch die HĂ€user direkt daneben waren ein Hingucker… Ich will nicht wissen, wie viel man fĂŒr diese Villen blechen mĂŒsste!

Nachdem wir dann Luisa nach Hause gebracht haben sind wir zu Alessa nach Hause und haben gebabysittet, asiatisch bestellt, geredet und ja, was man halt so macht wenn man ĂŒbernachtet 😀 Wir verstehen uns wirklich super und ich bin total froh, dass wir schon die Chance hatten, uns in Deutschland zu treffen und uns besser kennenzulernen! Es ist schön zu wissen, dass es jemanden gibt, der einen schon viel besser als alle anderen kennt, zu dem man immer gehen kann und der irgendwie die gleichen Einstellungen und Vorstellungen hat!

Sonntag

Sonntags wurden wir beide von Wiebke, einem anderen au pair, was ebenfalls in Hillsborough wohnt, abgeholt, um den ‚Coast-to-coast-walk‘ zu machen. Da Auckland ja an einer sehr schmalen Stelle Neuseelands liegt, hat es sowohl Zugang zur Tasmansee, als auch zum Pazifik. Gestartet sind wir im sĂŒdwestlichen Stadtteil ‚Onehunga‘ beim Manukau Hafen, geendet sind wir am Waitemata Hafen im Norden Aucklands, nahe der Innenstadt. Der Walk war ca. 16-17 km lang und fĂŒhrte quer durch Auckland: One Tree Hill im Cornwall Park, der berĂŒhmte erloschene Vulkan Mt. Eden, die technische UniversitĂ€t Aucklands und, und, und.
Gefallen hat mir das ganze sehr gut! Zwar hatte ich eigentlich mehr Lust wirklich im Wald oder in der Natur zu wandern, aber so hatte man eben die Chance, selbst einen großen Teil Aucklands zu erlaufen und zu entdecken, und darum ging es mir hauptsĂ€chlich: mal wieder bewegen und die Stadt besser kennenlernen, die mein zu Hause ist.

Auch das Wetter war ĂŒberwiegend richtig schön! Das war aber eher GlĂŒck als alles andere, da es Mittwoch-Freitag praktisch NUR geregnet hat, aber man darf ja mal GlĂŒck haben.

Der Walk an sich hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn wir nicht ganz auf den Mt. Eden gelaufen sind, weil eine Partei das nicht mehr wollte. Ich hĂ€tte es gerne gemacht, aber man beugt sich ja der Mehrheit 😀 DafĂŒr bin ich mit Alessa den One Tree Hill hochgelaufen, diesmal war Wiebke zu faul und ist unten geblieben, und ich liebe ihn einfach! Gott sei Dank wohne ich direkt in der NĂ€he, sodass ich immer kommen kann, aber an dem Tag hat einfach alles gepasst.

Um sich das einmal besser vorstellen zu können. Der One Tree Hill ist der ‚Berg‘ in Mitten des Cornwall Parks. Der Cornwall Park ist wirklich richtig groß und hat mehrere Gates, man kann also auch mit dem Auto hochfahren. Er ist sanft gehĂŒgelt und hat sehr, sehr grĂŒnes Gras, viele freilaufende Schafe, KĂŒhe und noch paar andere Tiere. Es gibt ein Cafe und einen Spielplatz am Rande des Parks und ganz oben eben die Skulptur und einen wunderschönen Blick ĂŒber Auckland und aufs Meer.

One Tree Hill im Cornwall Park

Auf dem Weg…

So viel also zu meinem Wochenende, ich hoffe es gefÀllt euch!

Trotzdem werden es in Zukunft denke ich nicht mehr so viele Bilder geben, da ich jetzt ĂŒber 3 Stunden gebraucht habe, um alle hochzuladen, mal sehen ob ich eine andere Lösung finde 🙂

Und diese Woche Samstag steht ja auch schon das langersehnte Rugby-Spiel der neuseelĂ€ndischen ‚All Blacks‘ gegen die australischen ‚Qantas Wallabies‘ an. Vorgestern haben wir in Sydney leider 27:19 verloren, aber wie immer alle sagen: nach einer Niederlage spielen die All Blacks immer doppelt so gut als normalerweise.
Und irgendwas ist an solchen Sprichwörtern ja immer dran 😀

Waschen&Kochen, Wochenende

Da macht man sich vorher so lange Gedanken drum, und dann? Nichts einfacher als das.

Um kurz das Thema kochen anzuschneiden. Ich war nie die grĂ¶ĂŸte Köchin und habe mir dementsprechend Gedanken gemacht, ob ich das schaffen kann. Ich habe geĂŒbt, gezweifelt und war teilweise echt frustriert.
Und was koche ich jetzt? Reis/Nudeln/Kartoffeln mit GemĂŒse (meist Brokkoli und Karotten) und einer Soße, die immer aus Fleisch, Pilzen, Zwiebeln und eben der Soße besteht.
NatĂŒrlich schmeckt es lecker und ich habe teilweise auch Probleme, alles zu koordinieren, aber es wird. So langsam bekomme ich alles gleichzeitig hin und auch vom Timing klappt es immer besser, Was ich damit sagen will ist, dass man sich nicht zu sehr stressen sollte. Es ist sowieso alles anders als zu Hause, und in meinem Falle auch nicht wirklich schwer. FĂŒr mich teilweise noch ein bisschen tricky, aber es wird. Zumindest mal gibt es keine aufwendigen Tartes oder sonstiges. Eigentlich immer nach dem gleichen Prinzip.

Genauso das Waschen. Sortieren wir zu Hause immer nach Farbe und Temperatur, wird hier einfach ALLES, ja, wirklich alles zusammen in die Maschine geschmissen und kalt gewaschen. Keine Fein- oder dunkle WĂ€sche, nein, einfach nur WĂ€sche. Einerseits kommt mir das zu Gute weil man eben auf nichts achten muss, aber andererseits ist das nicht sonderlich förderlich fĂŒr die Kleidung. Ich bin gespannt, wie meine Sachen in ein paar Wochen aussehen.

Nun zu meinem WE: am Samstag, also morgen, fahre ich morgens erst Auto (als Übung), gehe dann mit Alessa und Luisa auf einen französischen Markt, dann ins War Memorial Museum (viel ĂŒber Maori-Kultur und generell Neuseeland) und spĂ€ter noch zum Segelhafen. Anschließend werde ich dann bei Alessa schlafen weil sie babysitten muss, und ich ihre seelische und moralische UnterstĂŒtzung bin, haha 😀 Darauf freue ich mich auf jeden Fall riesig!
Sonntags wird dann der Coast-to-coast-walk quer durch Auckland gemacht. Wie der Name schon verrĂ€t startet man an der einen KĂŒstenseite und lĂ€uft bis zur anderen. Die Strecke betrĂ€gt ca. 16km und fĂŒhrt an einigen bekannteren Punkten wie der UniversitĂ€t, One Tree Hill oder dem War Memorial Museum vorbei, zeigt aber auch ruhigere, abgelegenere Stellen.

Ich hoffe dass ich am Sonntag ĂŒber alles berichten kann, sprich meine Woche, das WE und mein GesprĂ€ch mit meiner Gastmutter. Fotos sollen auch folgen, aber es dauert einfach so lange bis die mal auf den Blog geladen sind, dass ich dafĂŒr richtig viel Zeit investieren muss, also seid geduldig wenn sonntags noch nichts kommt.